Erstelle deine eigene Fantasy-Karte!

Bist du auch so ein Fan von Landkarten aller Art, wie ich? Oder fährst du total auf Fantasy-Geschichten ab, oder hast Ideen für eigene Geschichten oder Karten? Oder vielleicht geht es dir wie meinem Freund Pierre, der für Pen & Paper eine Quest schreibt und verzweifelt nach einer Möglichkeit suchte, um selbst eine Karte für sein Spiel zu erstellen. Oder du bist offen für Inspirationen :D

Wenn ja, dann ist dieser Beitrag genau das richtige für dich! Denn Pierre wurde mit dem Online-Fantasy-Karteneditor Inkarnate fündig, erzählte mir davon und ich setzte mich dann mit Feuer und Flamme daran, gleich eine eigene Karte zu erstellen.

Weil Karten auf meiner Website schon immer ein großes Thema waren, möchte ich den Tipp natürlich weiterreichen :D

Fantasy-Geschichten brauchen Karten!

Nachfolgend siehst du, wie meine eigene Karte aussah, nachdem ich vielleicht zwei Stunden herumprobierte. Und das alles komplett kostenlos und ohne jegliche Vorkenntnisse oder eigene Grafiken!

Selbst angefertigte Fantasy-Karte
Kein großer Aufwand, aber viel Liebe: Lucydas Atlantien :D – Mit der neuen Inkarnate-Version kannst du Schriften auch biegen.

Sieht gar nicht so schlecht aus, oder?

Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, eigene Fantasy-Karten zu erstellen. Ohne Vorkenntnisse, ohne irgendwelche Spezialprogramme, ohne alles selbst zu zeichnen – und das auch noch kostenlos. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du selbst eine Fantasy-Karte anfertigen kannst!

Fantasy-Karten sind verheißungsvoll. Dort sind häufig interessante Orte eingezeichnet, die mit Sicherheit eine Geschichte erzählen wollen – und wenn du die nicht kennst, beginnt deine Fantasie bestimmt schon ganz von allein damit, sich etwas auszudenken. So geht es mir jedenfalls immer mit Fantasy-Karten.

Atlantien
Das fast 20 Jahre alte Wasserfarben-Vorbild :D

Klar, ich bin da vorgeprägt von Herr der Ringe und The Legend of Zelda (was vermutlich von Herr der Ringe vorgeprägt ist :D). Klar, dass sich da die Motive wiederholen. Tiefe Wälder, in den tiefen Wälder irgendwelche Lichtungen. Prächtige Schlösser, hohe Gebirgsketten und gespenstische Moore, dat ham wa alles schon gesehen ^^ Aber ist ja egal.

Niemand muss das Rad neu erfinden, aber wir können es ja anders anmalen.

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So geht’s: Fantasy-Karte einfach selbst erstellen

Durch die wiederkehrenden Symbole haben wir es auch einfacher beim Erstellen der Karte, denn auf der Website inkarnate.com bekommst du genau solche Standardthemen für Fantasy-Karten zur kostenlosen Nutzung angeboten. Du musst zuerst allerdings ein Konto erstellen und kannst dann sofort loslegen mit deiner eigenen Karte. Klicke entsprechend auf „Create“.

Hinweis: Inkarnate gibt es seit Januar 2020 als 1.0-Version! Dadurch ist das User Interface standardisierter und dadurch deutlich intuitiver zu bedienen. Mein Beitrag hier bezieht sich mit Erklärungen, Video und Screenshots noch auf die frühere Alpha-Version. Geändert haben sich außer dem UI auch noch einige Assets und Texturen (manche könnt ihr jetzt in der Free-Version verwenden, andere nicht mehr). Weitere Änderungen habe ich unten dazu geschrieben.

Am Anfang hast du nur ein blaues Meer vor dir. Sehr biblisch. Als erstes brauchst du also Land. Dabei hilft dir die Schaufel, das Sculpt-Tool. Das Land malst du einfach auf die blaue Fläche. Oberhalb der Karte kannst du die Einstellungen des aktuellen Tools ändern – ganz wie in einem Malprogramm. Wichtig ist die Größe des „Pinsels“, die du mit dem Schieberegler einstellen kannst.

Entstehung meiner Atlantien-Karte
Hier siehst du die Evolution meiner Karte oben. Alle 3 Sekunden wechselt das Bild.

Ich würde dir empfehlen, erstmal mit einem großen Pinsel die groben Umrisse deiner Landmasse zu malen. Im nächsten Arbeitsschritt kannst du dann die Küsten mit kleineren Pinselspitzen etwas zackiger und realistischer machen. Nachtrag: Mit Inkarnate 1.0 funktioniert das jetzt von Haus aus!

Hilfreich ist dabei der Wechsel zwischen „Add“ und „Substract“. Add bedeutet Land hinzufügen, Substract entsprechend Land entfernen. Substract ist also der Radierer.

Mit den Tastaturshortcuts a und d kannst du schnell zwischen beiden Modi wechseln – sehr nützlich!

Flüsse und Seen erstellst du übrigens auf die gleiche Weise, nämlich per Substract. Für die Feinarbeit kannst du mit dem Zoom-Tool in der linken Leiste auch weiter in das Bild zoomen.

Die weiteren Tools sind relativ selbsterklärend. Du setzt Symbole und Landschaftsmerkmale (Bäume und Berge) auf die Karte. Die Größe dieser „Assets“ kannst du einstellen, bevor du sie setzt, aber auch im Nachhinein ist das noch möglich. Dazu wähle einfach in der oberen Leiste „Select“ aus statt „Place“. Dann kannst du alles nochmal einzeln auswählen, verschieben, entfernen oder skalieren.

Im Video oben siehst du auch nochmal, wie alles funktioniert.

Zu diesem Fantasy-Karten-Tool passt dann gleich auch noch der medieval city map generator, auf der ihr euch mittelalterliche (bzw. Fantasy-) Stadtgrundrisse generieren lassen könnt.

Unterschiede zwischen Free und Pro-Version von Inkarnate

Meine Karte habe ich mit der Free-Version erstellt, also ohne Geld dafür zu bezahlen. Es gibt auch eine Pro-Version, die du entweder jährlich (aktuell 25 $) oder monatlich (aktuell 5 $) bezahlst. Monatlich bietet sich dann an, wenn du nur einmal eine schöne Karte anfertigen möchtest – dann zahlst du einfach einen Monat und kündigst danach wieder.

Der Unterschied ist, dass die Karten in der Pro-Version doppelt so groß sind. Free-Karten sind nur 1024 Pixel breit, also bei weitem nicht bildschirmfüllend. Mittlerweile kannst du auch deine kostenlos erstellten Karten auf 2048 Pixel Breite bekommen. Die Pro-Karten sind allerdings noch größer.

Des Weiteren bekommst du Zugriff auf deutlich mehr Assets, also Symbole und Landschaftsmerkmale – wobei leider im Voraus nicht zu sehen ist, was alles neu dazu kommt. Du siehst genau, was du alles verpasst! Und das ist wirklich einiges. Mit Version 1.0 wurden die Möglichkeiten der Free-Version heftig beschnitten.

Inkarnate betreibt einen Instagramkanal, wo du dir einige Kartenbeispiele anschauen kannst.

Und last but not least: Die freie Version ist kostenlos für die private Nutzung, die Pro-Version auch für die kommerzielle Verwendung geeignet, also für den Verkauf oder die Veröffentlichung mit monetären Interessen.

Huw Lewis Jones - Verrückt nach Karten

Wer sich für Fantasy-Karten interessiert, könnte auch mal einen Blick in das Buch „Verrückt nach Karten“ riskieren. Hier geht es zu meiner Rezension. Dieses Buch dreht sich nur um Karten, wie sie entstehen und welche Bedeutung sie für Autoren von Fantasy-Geschichten haben.

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