Division 2: Ausflug ins verwilderte Washington, DC

Drei Jahre nach dem RPG-Loot-Shooter The Division mit der vorweihnachtlichen Virus-Apokalypse in New York machen wir nun in Division 2 einen Sprung nach Washington, DC. Endlich dürfen wir uns wieder ganz in einer wunderschön gestalteten Stadt verlieren und dabei ausgiebig auf irgendwelche Verrückten ballern :D Mir hatte Division damals richtig gut gefallen, und deswegen war ich auch in Division 2 natürlich direkt am Start. Am 15. März ging es los und mittlerweile habe ich mit rund 50 Stunden auch die Story durch und das Endgame erreicht. In diesem Beitrag berichte ich daher ausschließlich über das Kampagnenspiel und nicht über das Endgame ab Level 30. 

Diesmal habe ich mich komplett solo bis zu Level 30 durch die Welt geschossen – denn alleine kann man viel mehr erkunden und besser in die Spielatmosphäre eintauchen, anstatt zu viert auf kürzestem Wege zum nächsten Einsatz zu rushen. Weiter unten findest du daher auch Tipps für solo in Division 2.

Ankunft in Washington, DC nach dem Tutorial

Wie ist die Lage in Washington, DC?

Nachdem wir uns in Division vor drei Jahren direkt nach Ausbruch des Black Friday-Virus den Weg durch die Häuserschluchten des eiskalten und verschneiten New Yorks schossen, werden wir diesmal in die sommerliche US-Hauptstadt Washington, DC zum Einsatz gerufen. Hier herrscht seit dem Virusausbruch vor sieben Monaten Anarchie: Das politische System ist völlig zum Erliegen gekommen, Recht und Ordnung sind Wunschdenken und verschiedene gewalttätige Fraktionen herrschen über die Stadt.

Vor dem Weißen Haus
Willkommen im Weißen Haus!

Direkt nach Ausbruch des Virus in New York hatten auf den Straßen Manhattans noch vor allem diejenigen das Sagen, die vor nichts zurückschrecken – das waren Marodeure, durchgeknallte Feuerwehrleute, ausgebrochene Häftlinge und gut organisierte Söldner, die die Gunst der Stunde nutzen wollten. Zivilisten begegneten uns nur als abgerissene, einzelne Menschen auf den Straßen, die nach einem Schluck Wasser bettelten.

Jetzt, sieben Monate später, entstehen in den Städten wieder erste Gemeinschaften von Menschen, die in Ruhe und Frieden leben wollen und sich gegen die Plünderer und Irren wehren müssen. Dazu haben sie sich zu größeren Zivilistensiedlungen zusammengeschlossen, die sich mühselig gegen Überfälle absichern – ähnlich wie in The Walking Dead. Die Siedlungen haben einen schweren Stand, es mangelt ihnen nicht nur an Lebensmitteln, Wasser und Werkzeug, sondern auch an Manpower, Kommunikationsmöglichkeiten, Strom und nicht zuletzt auch an Perspektiven. Schau dir den schön gemachten Trailer an:

In Washington ist die Lage nun derartig prekär geworden, dass die sich vorsichtig bildenden zivilen Gemeinschaften kurz davor stehen, wieder völlig überrannt zu werden. Die gegnerischen Fraktionen unterscheiden sich übrigens nicht so sehr von denen in Division 1: Es gibt

  • Hyenas: Gnadenlose „Hyänen“, die sich das nehmen, was sie haben wollen und dafür mit Vergnügen über Leichen gehen
  • True Sons: Gut organisierte ehemalige Ordnungshüter/Paramilitärs (ähnlich wie das Last Man Battalion in Division 1)
  • Outcasts: Durchgeknallte Menschen, die ungerechtfertigt beim Ausbruch des Virus in Quarantäne gesteckt wurden und sich jetzt mit Giftanschlägen und Selbstmordattentaten an allen und jedem rächen wollen
  • Im Endgame die „Black Tusk“ – dazu komme ich dann, wenn ich soweit bin

Als hilfsbereiter Division-Agent gehen wir aber natürlich gern zur Hand und säubern die Straßen von den Bösewichten :D Nicht umsonst begrüßt uns der Koordinator im Weißen Haus direkt als neuen Sheriff. Und die Gegner haben es wirklich in sich! Ich war überrascht, wie gut es der KI gelingt, mich immer wieder zu flankieren und auf einmal hinter oder neben mir aufzutauchen. Wenn man nicht höllisch aufpasst und die Umgebung im Auge behält, dann kriegt man ziemlich sicher Blei aus allen Richtungen!

Jedenfalls haben wir die Aufgabe, den schießwütigen Anarchisten strategisch wichtige Punkte abzuknöpfen, zB. eine Solaranlagenfarm, und deren Nachschub zu sichern. So werden die Siedlungen entlastet und können sich auf ihren Ausbau konzentrieren. Denn wenn es den Siedlungen gut geht, dann schicken sie wichtige Leute an unser eigenes Hauptquartier im Weißen Haus, das also direkt davon profitiert, wenn wir den Siedlungen helfen.

Befestigung von Zivilisten
Befestigung von Zivilisten … Hat hier nichts genützt, war verlassen

Wie in Division 1 gibt es dazu Neben- und Hauptquests. Durch die Hauptquests kommen wir in der Story voran und schalten wichtige Ausbaustufen frei, in den Nebenquests beheben wir eher Fehler in der Wasserzufuhr oder befreien einzelne Menschen. Zum Beispiel einen Bienenzüchter, der nach seiner Befreiung für das „essbare Gold“ in der Siedlung sorgt.

Ansonsten ist die Story eher unwichtig bzw. wenig vorhanden. Wir bekommen kurz ein paar Protagonisten vorgestellt, die wir aber so gut wie nie zu Gesicht bekommen, und Zwischensequenzen sind noch seltener geworden. Aber das macht auch gar nichts, finde ich. Das Highlight des Spiels ist die Spielwelt und die interessanten Schießereien, nicht die Geschichte!

Sightseeing und Wildwuchs

Division 2 spielt etwa sieben Monate nach Division und statt Schneetreiben und vermatschten Plätzen gibt es jetzt Wildwuchs auf den Straßen der ehemaligen Großstadt.

Kennst du den Film „I am Legend“ mit Will Smith aus dem Jahre 2007? Man mag von dem Streifen halten, was man will – aber die Bilder des verlassenen New York waren ziemlich eindrücklich. Schau dir den Trailer nochmal an – und wenn du dann siehst, wie Massive Entertainment Washington ohne Rush Hour und sonstigem Treiben umgesetzt hat, dann weißt du, woher sie ihre Inspirationen hatten. Inklusive herumspringender Hirschen :D

Hirsch auf der Straße
Habe den Hirsch gerade so geknipst, bevor er davonsprang :D

Und Washington sieht wirklich toll aus. Im Gegensatz zu New York eignet sich die Stadt durch die riesige Zahl an Monumenten und Sehenswürdigkeiten auf engem Raum wirklich gut dazu, uns eine abwechslungsreiche Spielwelt zu präsentieren. Natürlich gibt es auch hier eintönige Straßen und Häuserreihen, aber insgesamt gibt es mehr zu sehen. Denken wir doch nur an die abgestürzte Air Force One im Teich vor dem Kapitol! Diese Szene hatten wir schon auf der Gamescom 2018 angespielt.

Abgestürzte Air Force One
Runter kommen sie immer! Hier die Air Force One.

Auch sonst sieht Washington einfach klasse-zerstört aus. Der Müll stapelt sich auf den Straßen und an den Hauswänden, überall liegt kaputtes Zeug herum, Tunnel sind wasserüberlaufen und du siehst die Spuren aus den chaotischen Tagen, als der Virus ausbrach: Befestigte Stellungen des Militärs im Park, verrammelte Fenster (ok, die und den allgegenwärtigen Müll gab es auch in Division 1), Straßensperren, Warnschilder zur Evakuierung (die nichts gebracht haben) – und ein aufgeweichter, überwachsener Weihnachtsmarkt in der Nähe des Weißen Hauses. Dazwischen verwilderte Hunde, Waschbären auf Mülleimern, Katzen, die um Autos streifen und Krähen, die drauf rum hüpfen. Division 2 ist einfach unglaublich atmosphärisch!

Capitol in der Morgendämmerung
Das Kapitol in der Morgendämmerung

Komisch nur, dass zwar jeder Meter Straße zeigt, dass es keine Zivilisation mehr gibt – aber oft genug gibt es eben doch beleuchtete Gebäude, Leucht-Hinweisschilder und flimmernde Bildschirme in Gebäuden. Scheinbar sorgt jemand dafür, dass es an stimmungsvoller Beleuchtung nicht mangelt :D

So wird die Tour durch Division auch zu einer Sightseeing-Tour. In den zahlreichen Museen können wir nicht nur die Infotafeln lesen, teilweise laufen auch Filme ab. Unvergesslich sind dabei das Air & Space Museum mit dem Marsrover-Raum und dem Planetarium, und das American History Museum mit der aufgebauten Vietnamkrieg-Szenerie, aber auch ein Kalter Krieg-Regierungsbunker ist inkl. grauenhaft orange-organischer Teppiche toll nachgemacht.

Marsrover im Air & Space Museum
Ein großer und mehrere kleine ausgestellte Marsrover im Air & Space Museum. Viele weitere Bilder gibt es unten in der Screenshot-Galerie!

Massive Entertainment hat sich beim Nachbau von Washington große Mühe gegeben, es so nah an der Realität zu halten wie möglich. Dazu kannst du dir auch die Vergleichsbilder anschauen, die ich in einem weiteren Beitrag gepostet habe :D Ich selbst war im Alter von vier Jahren mal dort und habe dabei vor allem Erinnerungen an das Air & Space Museum und die dortige Mondlandekapsel – entsprechend neugierig war ich auch, ob sie auch im Spiel zu sehen ist.. und ja, ist sie :D Und ich habe noch viel mehr als bei Division 1 in New York das Gefühl, wirklich was über die Stadt und deren Topographie gelernt zu haben. Da bekommt man fast den Wunsch, sich das mal in echt anzusehen…

Darüber hinaus ist die Liebe zum Detail wirklich gigantisch. Es sind nicht nur die schönen Grafikeffekte, wenn die Sonne durch ein Blätterdach bricht und die Umgebung in friedvolles Licht taucht, sondern auch laute Gewitter, überwucherte Spielplätze, Graffiti an den Wänden … Und das alles wirkt nicht wirklich nach Baukastensystem oder generisch erzeugter Umgebung. Man hat den Eindruck, dass jede Straßenecke von Hand so gestaltet wurde, wie sie nun zu sehen ist. Das liegt natürlich auch an der Detailtreue der Umsetzung.

Verwilderte Straßenzüge in Division 2
Ausblick von einem Gerüst.. Das ist mal ein anderer Großstadt-Dschungel!

Immer tut sich was auf den Straßen…

Allerdings ist unser Washington nicht ganz so leer wie das New York aus I am Legend – als letzter Mensch auf Erden ist Will Smith dort tatsächlich Legende. Bei uns gibt es aber schon fast ein reges Treiben. Zwar ist es manchmal so ruhig und leise, dass wir die Vögel friedlich zwitschern hören, aber meistens ist aus irgendwelchen Seitenstraßen Geschrei oder Geballer zu hören. Oder es splittern mal irgendwo Scheiben.

Ständig gibt es irgendwo erbitterte Straßenkämpfe: Keine Fraktion scheint die andere ausstehen zu können, und so schlagen sich nicht nur die Gegnerfraktionen untereinander, sondern auch patrouillierende Zivilisten mischen kräftig mit. Und patrouilliert wird in Division 2 tatsächlich – sogar ziemlich weit. Sowohl Zivilisten als auch Gegner rücken von ihren Kontrollpunkten aus, um Nachschub zu suchen – diese Transporte sehen wir sogar auf der Map und können uns einfach zu ihnen gesellen oder eben die Gegner überfallen und sie um ihre Vorräte bringen.

Zivilisten auf Patrouille
Zivilisten auf Patrouille

Einmal beobachtete ich, wie ein dick gepanzerter Hyena mit Schrotflinte auf irgendwas schoss. Ich schaute genauer und sah dann nur noch einen Hirsch vor dem Typen fliehen. „Gefällt dir das?!“ brüllt der Typ, schießt nochmal und rennt dem Hirsch hinterher :D

Im Gegensatz zum ersten Teil sind auch die Zwischenrufe der Gegner deutlich sinnvoller. Ich erinnere mich mit Grauen an den ständigen Ausruf „Sie haben Alex!“ in Division 1. In Division 2 ist das Rederepertoire viel größer und auch nach rund 40 Spielstunden höre ich immer mal wieder neue Beleidigungen („Fick dich, Division!“) oder taktische Zwischenrufe. Die Gegner rufen sich nicht nur selbst zu, was sie machen („Ich komme von der Seite!“ – Es lohnt sich also, zuzuhören!), sondern sie kommentieren auch, was du selbst machst: „Sie flankiert!“. Die Schreikulisse ist also ziemlich glaubwürdig :D

„Sie schleichen sich an mich ran!“ – „Dann hau da ab!“

Irgendjemand zu irgendjemandem mitten im Kampf :D
Absperr-Kegel als Hut
Ungewöhnlicher Hut für eine Bronzestatue

Verbessert wurden auch die Ereignisse auf den Straßen. Während sich in Division 1 die Art der Nebenquests und Ereignisse ständig wiederholte („… Oh maaaan, schon wieder unter Zeitrdruck blöde Dekontaminierungsdinger suchen..“), wirkt in Division 2 alles dynamischer. Klar, auch hier wiederholen sich Ereignisse und/oder laufen nach dem gleichen Schema ab, zB. Propagandasendungen, Geiselnahmen und auch die Übernahme von Kontrollpunkten. Aber insgesamt fühlt es sich nicht so statisch an, auch wegen der Patrouillen. Und wenn du nicht rechtzeitig bei einer öffentlichen Hinrichtung bist, werden die Geiseln erschossen und das Event ist vorbei.

Es poppen einfach nicht immer an der gleichen Stelle die gleichen Aktivitäten auf und es sind in den Gebieten auch nicht von Anfang an alle Ereignisse schon auf der Map eingezeichnet. Manche Nebenquests und sogar Hauptquests bekommst du erst später. So bringt dich Divison 2 dazu, auch später nochmal in ein früheres Gebiet zurückzukehren.

… und im Untergrund

Die normalen Fraktionen liefern sich ständig Straßenkämpfe, und manchmal sind sie auch in U-Bahnhöfen zu finden, wo sie irgendwas bewachen. Aber in Divsion gibt es nicht nur die U-Bahn, sondern auch zahlreiche andere enge Tunnel im Untergrund. Die kann man über Luftschächte von der Straße aus gelangen, oder manchmal gibt es auch in Tiefgaragen einen Durchbruch in das Tunnelsystem. Normalerweise hat man hier seine Ruhe vor Hyenas, Outcasts und True Sons, die sich nur eher selten mal in die Tunnel verlaufen.

Doch einmal lief ich tief in der Kanalisation direkt in einen Haufen Gegner. Sie sagten keinen Ton und umzingelten mich lautlos. Boh, das war unheimlich. Während ich die durch einige Rennerei noch ausschaltete, hörte ich von hinten schlurfende Schritte. Aus einem dunklen Treppenhaus trat mit klirrendem Schritt ein gut gepanzerter Boss. Mit laufender Kettensäge. Einer von diesen Typen, die wegen ihrer Panzerung kaum zu treffen sind. So jemanden will man nicht direkt vor sich stehen haben.

Etwas panisch zog ich mich zurück Richtung Luftschacht und warf aus der Entfernung Granaten auf den fetten Kettensägentypen. Bei jedem seiner schweren Schritte rasselte eine Metallkette. Der Typ kam mir immer näher, und schließlich kletterte ich einen Luftschacht hoch (Safety first!). In den meisten anderen Spielen würde der NPC unten bleiben, weil er für einen festen Bereich eingeteilt ist. Aber nein, der Mistsack kam mir hinterher und kletterte mitsamt laufender Kettensäge die Leiter hoch! Bei Tageslicht sah die Welt schon anders aus und der Heini verlor seinen stillen Kettensägenschrecken, aber die Situation ist trotzdem wie für Alpträume gemacht.

Danach gab es immer wieder solche Begegnungen mit dieser merkwürdigen Underground-Fraktion. Sie gehören nicht zu den üblichen Gegnern und es gibt auch keine offiziellen Infos zu ihnen. Als Symbol haben sie eine gebrochene Kette. Ein anderes mal schoss ich eine schloss-gesicherte Tür in einem Tunnel auf – da gibt es meistens guten Loot. Heraus kam aber wieder ein Kettensägen-Alptraum. Das hat mich so erschreckt, dass ich erstmal Hals über Kopf zurück geflohen bin. Der Kettensägenmann hat dann per „hit and run“ sein Leben lassen müssen, aber danach verlief ich mich noch im Tunnellabyrinth und bin wie immer heilfroh, irgendwann wieder Tageslicht aus einem Luftschacht oder einer Tiefgarage einfallen zu sehen ^^

Sammelobjekte: Mobilgeräte, Videosequenzen und Echos

Wie im Vorgänger gibt es auch in Division 2 zahlreiches Zeug einzusammeln, das auf den Straßen und in Häusern herumliegt. Über Mobilgeräte und Echos erfahren wir viel über die Greueltaten der Gegnerfraktionen.

Bring das Gift zur Zisterne.

Was ist denn eine Zisterne?

Na sowas wie ein Wassertank!

Warum sagst du dann nicht Wassertank?!

Weil es eine Zisterne ist!

Sag es doch verständlich und hör auf, mit deinem Fremdwörterschatz anzugeben..

Tu ich doch gar nicht! Eine Zisterne ist eine Zisterne! Sagst du etwa zu einer Kathedrale Haus?

Nein, weil es eine Kathedrale ist..

Siehst du, deswegen sag ich Zisterne, und jetzt bring das Gift dahin!

Dialog zwischen zwei Outcasts auf einem gefundenen Mobilgerät, die eine Zisterne vergiften wollten

Was leider völlig untergeht, sind die wirklich hervorragenden Videosequenzen. Im Gegensatz zu Mobilgeräten und Echos sieht/hört man die nicht automatisch und man bekommt auch nicht mit, wenn es ein neues Video gibt. Offenbar werden sie nach dem erfolgreichen Abschluss mancher Hauptquests freigeschaltet und sind nur im Spielfortschritt-Menü unter Bildmaterial zu sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass viele gar nichts davon wissen – aber die Sequenzen solltet ihr euch unbedingt ansehen! Es handelt sich um hochwertig gerenderte kurze Clips, die einen Eindruck von dem vermitteln, mit was für Gegnern wir es zu tun haben.

Allgemein lohnt es sich, in die riesige Fülle an gesammelten Informationen mal reinzuschauen und sich Texte durchzulesen. Nicht immer, aber immer wieder findet man durchaus humorvolles Zeugs, wie in den beiden nachfolgenden Charakterbeschreibungen von Bösewichten, die ich getötet habe :D

Neben diesen Story-Fragmenten gibt es auch sonst viel zu plündern Während wir in Division 1 nur in der richtig geilen Survival-Erweiterung Rucksäcke und Taschen durchsuchen konnten, geht das in Division 2 standardmäßig an jeder Ecke. Dabei bekommen wir nicht nur nützliche Gegenstände wie Lebensmittel und Wasser, mit denen wir Kontrollpunkte unterstützen können, sondern auch Plunder wie Malstifte, Taschenrechner, Notizblöcke, Softdrinks und viel mehr. Das Zeug ist zu nichts nütze, aber wir können es beim Händler verkaufen. Die Zivilisten freuen sich schließlich über solchen Kram.

Einmal bekam eine der Siedlungen auch eine Bücherecke eingerichtet und es hieß, dass sie die durch meine gelieferten Bücher ermöglichen konnten :D Kann ich nicht nachvollziehen, hab nicht aufgepasst. Aber in einer anderen Siedlung sind verschiedene bekannte Kunstwerke zu sehen, die ich in der Spielwelt eingesammelt habe. Kunstwerke werden auch als wichtige Objekte angekündigt, wenn man sich in der Nähe befindet.

Solo in Division unterwegs? Läuft super!

Division 2 kann man nach Wahl ganz alleine spielen oder man läuft mit bis zu drei anderen Leuten herum. Später soll noch ein Raid für bis zu acht Spieler dazu kommen.

Während manche Spieler schnellstmöglich das Endgame ab Level 30 erreichen wollen, gefällt mir gerade die Levelphase sehr gut. Deswegen habe ich mich entschieden, erstmal alles allein zu erkunden. Klar – wer den einsamen Wolf spielt, kann jede Ecke durchsuchen, für die Aussicht Umwege nehmen, für Screenshots stehen bleiben und muss sich für die Trödelei vor niemandem rechtfertigen. Genau mein Ding :D

Raumanzug und Mondlandekapsel im Air & Space Museum
So nah kommt man der Mondlandekapsel im Air & Space Museum sonst nicht!

Wer im Rudel loszieht, geht dagegen Kompromisse ein und läuft einfach an interessanten Toreinfahrten und Leitern vorbei, man will ja niemanden aufhalten. Ist ja auch eine super Sache, dass Division die Spieler selbst entscheiden lässt, wie man am liebsten spielt :D

Wenn man die Meldungen zum Spiel verfolgt, dann hört man aber, dass für einige Spieler Division 2 solo zu schwer wäre. Ist auch klar – allein ist man eben allein. Solo-Spieler können einfacher flankiert werden, und niemand deckt ihnen Rücken. Oder belebt ihn wieder, wenn er tot ist. Spieler in der Gruppe haben es da einfacher, da sie auch ihre Spezialfähigkeiten perfekt aufeinander abstimmen können, während der Solo-Spieler eben nur seine zwei Skills dabei hat.

Das A und O: Aufmerksamkeit und Planung

Dennoch finde ich Division 2 bis zu Level 30 allein sehr gut machbar. Man muss eben die Umgebung immer im Auge behalten und beobachten, ob Gegner dich umkreisen (die Minimap ist dein Freund!) – und wer aufmerksam ist, der findet in der Umgebung nicht nur viel Deckung, sondern auch rote Benzinkanister oder Gasflaschen. Ein gut getimeter Schuss, und schon kannst du das Feuer für dich nutzen.

Manche Gegner tragen auch rote Tornister mit herum – die haben den gleichen Effekt. Besonders viel Spaß macht es, gezielt Gegner unter Beschuss zu nehmen, die gerade eine Granate oder einen Molotow Cocktail in deine Richtung werfen wollen. Durch den Beschuss lassen sie das Teil fallen und die Explosion erledigt den Rest.

Granatwerfer in sicherer Entfernung
Blick durchs Zielfernrohr: Ein schwer gepanzerter Granatwerfer

Wer sich natürlich gedankenlos ins Gefecht wirft, der wird Probleme bekommen. Division war nie ein Spiel, in dem man sich einfach in den Kugelhagel stellt und dann siegreich hervor geht. Stattdessen solltest du vor Kampfbeginn schauen, was dich erwarten könnte, wo überall neue Gegner erscheinen können und wo deine Deckung ist. Und plane deine Skills gut ein. Nutze auch die Handgranate, um Gegner aus der Deckung zu zwingen und wechsle je nach Situation deine Waffen (ich spiele immer mit einem Sniper und entweder einer MP oder einem Sturmgewehr).

Übrigens lohnt sich Aufmerksamkeit immer, auch in den Hauptquests: Immer wieder stehen wir vor verschlossenen Türen, durch die wir große Ausrüstungstruhen sehen können. Um die Tür zu öffnen, muss man oft ein Kabel zum nächsten Stromkasten verfolgen, der dann kurzerhand kaputt geschossen wird.

Manche stark gepanzerte Gegner erscheinen zunächst aussichtslos. Insbesondere, wenn sie auf dich zustürmen und im Nahkampf mit Wucht eine Axt nach dir schwingen, die dich fast mit einem Schlag killt. Aber trotzdem – auch diese Gegner haben ihre Schwachpunkte. Manchmal reicht es, sie einfach anzuzünden. Oder sie mit der Drohne abzulenken, um hinten auf den Rucksack schießen zu können. Oder Ausweichrollen zum richtigen Zeitpunkt, um den Gegner dann unter Beschuss zu nehmen, während der noch daneben geschlagen hat.

Klar liegt man trotzdem das eine oder andere mal am Boden, aber dann hast du in der Regel einen Fehler gemacht und warst zu leichtsinnig. Division 2 ist wirklich fair, auch zu Single Playern. Es fordert, aber es belohnt nach einem harten Kampf auch durch die Freude über den Sieg :D Nur in der Roosevelt Island-Mission kam ich richtig ins Schleudern, dazu unten aber meine Tipps.

Selfie mit schicker Karre im American History Museum
Alle tot: Zeit für ein Selfie mit schicker Karre im American History Museum

Skills für das Solo-Spiel

Gerade die ersten Level können es in sich haben:

  • du kannst nur 2 Medipacks tragen
  • du hast nur einen oder zwei Skills zur Auswahl, und wenn du eine falsche Wahl getroffen hast, hast du es wirklich schwer

Mittlerweile habe ich jede Fertigkeit schon mal ausprobiert und muss sagen, dass man wirklich ins Klo greifen kann. Manche Skills scheinen mehr zur Unterstützung im Gruppenspiel gedacht zu sein, eignen sich aber so gut wie gar nicht, dir im Solo-Spiel den Hintern zu retten. Wenn du beispielsweise das Glühwürmchen-Flugteil versehentlich gegen die Wand fliegen lässt, ist der Cooldown weg und du hast Pech. Oder ein durch die Umgebung falsch platziertes Kampfschaumteil. Oder die Kugel-Absorbier-Drohne, die zwar ein nettes Gadget gegen Scharfschützen ist, aber dich im Zweifelsfall nicht heilen kann.

Mein Tipp für den Heilskill-Slot: Verstärker Chem-Werfer

Gerade am Anfang ist eine Notfallheilung deine wichtigste Lebensversicherung in Washington. Von Anfang an bis heute nutze ich als Heilskill den grünen Verstärker Chem-Werfer, der meiner Meinung nach fast schon zu stark ist :D Er hat drei Ladungen, die sich ohne Cooldown einsetzen lassen und deine Rüstung jeweils zu 50 % reparieren. Alles was du brauchst, sind bis zu 5 Sekunden Zeit, um an der Stelle zu stehen, während die Chemie ihre Wirkung entfaltet. Schießen kannst du dabei auch.

Bedenke: Der Skill wirkt als starker AoE-HoT (Area of Effect mit Heal over Time) sofort, während du für ein Medipack eine zwei- bis dreisekündige Aktivierungszeit hast, die du erstmal überleben musst! Wenn du frühzeitig aus dem Wirkbereich der Chemiebombe rausmusst, hast du noch immer zwei Ladungen übrig, bevor du einen Cooldown von nur rund 15 Sekunden (!) bekommst.

Klar hauen der heilende Drohnenstock oder die Reparaturdrohne viel größere Heilungen raus – aber dann hast du einen Cooldown von zwei bis drei Minuten (!) und bist also den Rest des Kampfes auf deine Reparaturkits angewiesen oder musst versuchen, den Cooldown auszusitzen. Das sind also eher Skills, die sich im Gruppenspiel dafür eignen, Schadensphasen geplant abfangen zu können, aber nicht für das Solo-Spiel, wo du jederzeit mit einem flankierenden Gegner rechnen musst.

Verstärker Chem-Werfer
Verstärker Chem-Werfer

Durch den Chem-Werfer spiele ich so gut wie ohne Reparaturkit – das kommt nur in den seltenen Fällen mal zum Einsatz, wenn der Chem-Werfer tatsächlich mal auf Cooldown ist.

Mein Tipp für den Support-Skill: Stürmer-Drohne

Beim Solo-Spiel ist es durch die fehlenden Mitstreiter umso wichtiger, die Gegner kurzfristig von dir abzulenken. Den Damage solltest du selbst machen, deswegen setze lieber auf eine gute Ablenkung. Das können natürlich mehrere Skills gut bewerkstelligen (brennende Gegner freuen sich genauso gut wie geblendete Gegner über eine Granate) und es ist auch situationsabhängig, was am besten funktioniert.

Ich habe aber direkt am Anfang zur Stürmer-Drohne gegriffen. Sie nimmt Gegner auch in größerer Entfernung unter Beschuss und zieht ihr Feuer auf sich. Meistens schießen sogar mehrere Gegner auf die Drohne, so dass du dich neu aufstellen kannst und in der Zwischenzeit deine Ziele priorisieren kannst. Damit ist die Stürmer-Drohne eine agile Allzweckwaffe für fast jede Situation:

  • du kannst ihre Ziele unkompliziert manuell zuweisen und damit mal den Scharfschützen weiter hinten ablenken, mal den Nahkämpfer, der von der Seite kommt – und sogar den schwer gepanzerten Typen, dem du dann in seinen roten Tornister ballern kannst
  • sie hat eine enorme Reichweite und ist im Gegensatz zum fest installierten Geschütz unabhängig von Hindernissen am Boden
  • das Geschütz kann durch einen Tritt durch einen starken Gegner zerstört werden – die Drohne muss man erstmal treffen
  • sie steckt auch ganz gut ein, in manchen Kämpfen schicke ich sie zu immer neuen Zielen und am Ende lebt sie noch immer – im Gegensatz zu den Gegnerscharen
  • sie macht nicht viel Schaden, ein wenig aber schon, so dass sie auch dazu beiträgt, die Gegner nicht nur abzulenken, sondern sie auch zu dezimieren
  • sie eignet sich als „Oh shit“-Skill, wenn die Lage brenzlig wird. Ich würde sie auch erst dann einsetzen, um den Druck von mir zu nehmen, und nicht auch präventiv, wie zB. die Rollmine oder das Geschütz

Mit der Drohne kannst du also hervorragend den gesamten Raum kontrollieren, und das über einen längeren Zeitraum hinweg – das hat sie anderen Skills eben voraus.

Später, wenn man mehrere Skills zur Auswahl hat, nutze ich auch gern mal das Flammenwerfer-Geschütz oder den Damage-Drohnenstock – beides eignet sich aber durch die feste Aufstellung nur bedingt. Oder werfe mal die multiple Rollmine in den Ring. Oder oder oder ^^ Am Flexibelsten bleibt aber immer noch die Drohne.

Feuergeschütz speit Flammen
Das Feuergeschütz in Aktion (Tipp: E drücken, sonst kommt kein Feuer…)

Roosevelt Island solo: Knallharter Kampf

Während alle anderen Missionen gut machbar sind, war diese hier die einzige, bei der ich überlegte, mir Hilfe zu holen. Man schnetzelt sich über die wunderschöne Insel, und dann kommt die letzte Schlacht. Sie beinhaltet:

  • ständig neue Gegner von zwei Seiten (zum Glück nicht genau gleichzeitig),
  • Dauerfeuer durch ein höher gelegenes, fest installiertes MG,
  • Typen, die Molotow Cocktails werfen,
  • Feuerwerfer und
  • am Ende alles gleichzeitig plus noch ein schwer gepanzerter Nahkämpfer mit Schmiedehammer, der dir ständig an den Fersen hängt.

Der hat mich aus den Latschen gehauen. Problem: Bist du tot, startet die Schlacht von vorne. Dieser Kampf war das einzige mal, dass ich mir eine eigene Choreographie erarbeitet und sie befolgt habe – bis es endlich nach einer guten Stunde rumprobieren geklappt hat.

Mein Erfolgsrezept für die letzte Schlacht an den Docks von Roosevelt Island solo ging dann so:

  • Skills: Verstärker Chem-Werfer (quasi auf Dauer-Cooldown) + multiple Rollmine, gegen Ende auf Feuer-Geschütz gewechselt
  • MG-Schütze in den Kopf schießen (reicht nicht zum Töten, hilft aber später)
  • nach rechts, Rollmine einfach reinwerfen, die suchen sich ihre Ziele und zeigen dir auch, wo die Gegner sind. Restliche Gegner auf der rechten Seite erledigen
  • hoch auf das rechte MG, den feindlichen MG-Schützen erledigen und dann auf alles draufhalten, was noch kommt (Profi-Tipp: Kurz vor Überhitzung ne Pause machen ^^)
  • mittlerweile müssten auch von beiden Seiten neue Gegner gekommen sein: die einen mit dem MG zerlegen, die anderen mit den normalen Waffen beharken, dazu ggf. auch mal vom Turm runter
  • dann auf die andere Seite zum zweiten MG wechseln, damit den linken Tank kaputt schießen
  • wieder zurück zum rechten MG-Turm, von dort alles zerlegen, was kommt. Dann Rollmine mit Feuer-Geschütz austauschen
  • nach der aktuellen Gegnerwelle auch den rechten Tank zerstören (Profi-Tipp: Wenn Gegner daneben stehen, macht das besonders Spaß ^^)
  • jetzt kommt die letzte Welle mit allem, was es so gibt: Feuergeschütz so aufstellen, dass es alle Gegner erwischt, die vom Boot kommen
  • währenddessen kannst du die linke Seite des Bootes mit dem MG unter Beschuss nehmen
  • dabei aber nicht die rechte Seite aus dem Blick verlieren, wo sich der dicke Nahkämpfer vermutlich am Geschütz zu schaffen macht. Mit dem MG voll auf den Dicken draufhalten – der sollte nicht auf deinen Turm klettern!
  • Wenn der Dicke down ist, ist auch der Rest zu schaffen

Viel Spaß mit dieser fast übertrieben harten Mission :D

The Division 2: Macht wahnsinnig Spaß!

Auch wenn ich das weihnachtliche Schnee-Setting aus New York wirklich liebte – Division 2 macht ansonsten alles noch besser. Die Welt fühlt sich lebendiger und nicht so generisch an, es gibt wahnsinnig viel zu sehen und die Locations der Hauptquests sind richtig toll gewählt. Die Kämpfe auf den Straßen und in den Missionen machen richtig Spaß und zumindest solo fordern sie auch und erfordern ein wenig Taktik.

Nach Abschluss aller Kampagnen gibt es neue Herausforderungen geben („Endgame“), wobei es nicht (mehr) so mein Ding ist, ständig die gleichen Missionen abzufarmen, um das bestmögliche Equipment zu bekommen. Ich hoffe, dass in der Zukunft noch weitere Gebiete oder neue Missionen dazu kommen.

Wenn es jetzt noch einen Survival-Mode gäbe, wäre ich wunschlos glücklich … Aber für Schneestürme ist im Sommer wohl einfach nicht die Zeit ^^

Bis jetzt war ich nicht wirklich in der Dark Zone, die ich ja in Division 1 schon überaus zwiespältig erlebt habe. Vielleicht schaue ich mit Kumpels in nächster Zeit vorbei und schaue, ob ich wieder Grund für erhöhten Blutdruck bekomme :D

Screenshot-Galerie zu Division 2

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