Raubritterburg auf dem Tannenberg zerstört!

Aktueller als alle anderen, unabhängig und keine Fake News! plejadium.de bringt heute exklusiv die spannende Reportage über die Zerstörung von Burg Tannenberg bei Seeheim-Jugenheim :D

Seeheim, 21. Juli 1399 – nach 25-tägiger Belagerung der Burg Tannenberg konnte dem unsäglichen Treiben des Raubritterwesens am Westrand des Odenwaldes endlich ein Ende bereitet werden. Über ein Jahr lang überfielen die skrupellosen Terroristen unter Hartmud dem Jüngeren von Kronberg – dessen Familie selbst nur Anteile an einem Vierundzwanzigstel der Burg hält – unbedarfte Händler auf der Bergstraße zwischen Heidelberg und Frankfurt. Angeblich sei es im Rahmen von Geiselnahmen im vergangenen Jahr auch zu Lösegeldforderungen gekommen (wir berichteten). Uns wurde zudem zugetragen, dass mindestens eine gefangene Geisel im Verlies der Burg Tannenberg umgekommen sei.

3D-Rekonstruktion der Burg Tannenberg
Burg Tannenberg als 3D-Rekonstruktion

Bereits im vergangenen Jahr hatten der Pfalzgraf, die Erzbischöfe von Mainz und Trier sowie der Wetterauer Städtebund  beschlossen, Kronberg Einhalt zu bieten, allerdings konnte die Redaktion keine diesbezüglichen Bemühungen der Bündnispartner feststellen – im Gegenteil, uns erreichten immer wieder Beschwerden und Leserbriefe von überfallenen und beraubten Kaufleuten. Untragbare Zustände – und auch der Tourismus musste unter dieser Situation leiden, denn ohne größeren Geleitschutz war die Bergstraße in der betroffenen Region um Seeheim unpassierbar geworden. Auf Drängen der Bevölkerung und vor allem der lokalen Herren, die ebenfalls die ausbleibenden Warenlieferungen beklagten, wurde das Bündnis des Pfalzgrafen, der Erzbischöfe und des Städtebunds erneuert. Ende letzten Monats konnte es endlich mehrere Kampfeinheiten zur Burg Tannenberg bei Seeheim entsenden.

Unser Korrespondent vor Ort berichtete die letzten Wochen von zahlreichen Feuergefechten im Umkreis der Burg sowie Verlusten auf beiden Seiten.  Zunächst sei es nicht gelungen, die Verteidigung der Burg zu durchbrechen, daher habe der Pfalzgraf persönlich mehrmals dringende Mitteilungen an die Stadt Frankfurt gesendet, mit der Bitte um Überstellung der Großen Frankfurter Steinbüchse. Zunächst hatte die Stadt Frankfurt ihre mächtigste Belagerungswaffe zurückgehalten – trotz Zusicherung aller Mittel im Rahmen des beschlossenen Landfriedens! Eine Stellungnahme des zuständigen Pressesprechers zu diesem skandalösem Verhalten liegt nicht vor, die veröffentlichten Akten des Vorfalls werden jedoch bereits gesichtet.

Nachdem die Große Frankfurter Büchse nach weit über einer Woche doch endlich auf den Weg geschickt wurde und zwei Tage später vor der Burg eintraf, musste man feststellen, dass die Steinkugeln, die als Munition der Superwaffe dienen sollten, zu groß waren. Eine unerhörte Fahrässigkeit des Logistik-Teams, die sicherlich Folgen nach sich ziehen wird. Es dauerte weitere sechs Tage, bis die Große Frankfurter Steinbüchse endlich einsatzbereit war. Laut unserem Korrespondenten hatten kleinere Feuerwaffen und Katapulte bereits schwere Beschädigungen am Mauerwerk der Burg hervorgerufen, doch die ca. 50 Verteidiger wollten den Kampf trotz der Aussichtslosigkeit ihrer Situation nicht aufgeben.

Der Einsatz der Großen Frankfurter Steinbüchse mit ihrer sensationellen Schussrate von sechs Schuss pro Tag stellte ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis – bereits der zweite Schuss habe eine Mauer direkt durchschlagen. Ob es sich um die Mauer der Kernburg oder die der Vorburg handelte, oder auch lediglich um eine Wand in einem Wohngebäude, ist bis zum Zeitpunkt der Drucklegung nicht zweifelsfrei geklärt. Dies wird – auch zur Beurteilung und Bewertung der Einsatzleistung der Großen Frankfurter Steinbüchse – Gegenstand weiterer Ermittlungen werden.

Nach einer Woche Dauerbeschuss durch die Große Frankfurter Steinbüchse sowie dem anderen schweren Gerät vor Ort befindet sich die Substanz der Burg nun in kläglichem Zustand. Unser Korrespondent berichtet, dass Kronberg heute morgen die Waffen gestreckt habe und mitsamt seinen Begleitern in Gewahrsam genommen wurde. Auf Seiten der Verteidiger habe es 8 Tote gegeben sowie um die 45 Verletzte. Über das Schicksal der Gefangenen wird zu entscheiden sein, das Schicksal der Burg steht bereits fest: sie wird in den nächsten Tagen gesprengt werden. Man rechnet zudem damit, dass die übrigen Anteilhaber der Burg, die – soweit uns bekannt ist – nicht an den Raubzügen Kronbergs beteiligt waren, Schadensersatzansprüche für die zerstörte Burg an die Bündnispartner des Landfriedenheers richten werden.

DP


Anmerkung der Redaktion: Burg Tannenberg war mein Referatsthema im Geschichte-Proseminar über den Adel im heutigen Südwestdeutschland. Ich hatte großen Spaß mit der Burg, besonders die Story über die Zerstörung war einfach toll zu recherchieren :D Und seitdem dient mir diese Burg als 3D-Rekonstruktionsprojekt mit Blender.

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