Es werde Grün! Der Green Planet-DLC von Surviving Mars

Manchmal frage ich mich, ob Surviving Mars das Spiel zu Elon Musks Mars-Besiedelungsplänen ist. Elon Musk schwebt ja genau das vor: Menschen zum Mars schicken und dort eine dauerhafte Kolonie errichten. Optisch ähnelt das auch ziemlich dem, was wir in Surviving Mars selbst bauen können: Schaut euch hier Bilder von Musks Vorstellungen an. Langfristig möchte er den den Mars auch terraformen, d.h. in eine neue Erde verwandeln.

Das würde in der Realität einige Generationen dauern, schließlich geht es nicht von heute auf morgen, einen leblosen, kalten Fels im All in einen lebensfreundlichen, gemütlichen Planeten zu verwandeln. Aber zum Glück können wir mit dem DLC Green Planet das Terraforming in Surviving Mars auch selbst übernehmen und zusehen, wie aus dem roten Planet ganz langsam eine neue grüne Welt wird.

Der DLC ist schon seit Mai 2019 verfügbar und damit nicht gerade frischester Content für eine Vorstellung, aber ich würde sagen: Besser spät als nie! Ich habe den Green Planet auch direkt zum Release angespielt, aber das Terraforming dauert recht lange und richtige Resultate zeigen sich erst nach den ersten kritischen vielleicht 150 Sols – irgendwann hatte ich keine Zeit mehr und habe das Spiel erstmal wieder liegen lassen.

Aber jetzt geht es weiter!

Surviving Mars - Green Planet DLC

Wie funktioniert eigentlich Terraforming?

Tja, das hat bisher noch niemand irgendwo gemacht. Unsere Terra (Erde) ist ja schon toll geformt. Grundsätzlich geht es darum, einen ganzen Planeten so zu beeinflussen, dass er erdähnlich wird und damit auch irdisches Leben darauf existieren kann. Und zwar ohne lästige Kuppeln und Raumanzüge.

Das bedeutet, der Planet muss

  • so warm sein, dass es flüssiges Wasser geben kann, aber nicht zu heiß (der Mars ist viel zu kalt)
  • eine atembare Atmosphäre mit viel Sauerstoff haben (der Mars hat nur eine dünne Atmosphäre und kaum Sauerstoff)
  • natürlich auch genug Wasser haben, das die Grundlage für Leben darstellt (auf dem Mars gibt es kein bzw. kaum Wasser)
  • und pflanzliches Leben zulassen, das schließlich Sauerstoff produziert und für den Menschen Leben auf der Oberfläche erst ermöglicht (soweit wir wissen, gibt es auf dem Mars kein Leben)

Diese Terraformingfaktoren – Temperatur, Atmosphäre, Wasser, Vegetation – sind auch in Surviving Mars – Green Planet die vier Säulen für das Leben auf dem Mars. Die Werte sind permanent unter der oberen Infoleiste eingeblendet, ihr seht sie unten im Screenshot. Am Anfang sind die Werte alle auf 0 %, und unser Ziel ist, sie im Laufe des Spiels auf 100 % zu steigern.

Erfolgsmeldung bei 50 % Atmosphäre
Schöne Erfolgsmeldung bei Erreichen von 50 % Atmosphäre. Die Terraforming-Werte seht ihr in der 2. Zeile oben

Aber wie erwähnt dauert das alles sehr lange und die meisten Technologien müsst ihr erforschen. Wenn ihr ein Spiel neu anfangt, dann liegt euer Fokus aber in der Regel erstmal darauf, eure Kolonie aufzubauen und abzusichern.

So ergibt es sich, dass ihr euch erst dann so richtig auf das Terraforming stürzt, wenn alles andere schon gut läuft.

Am Ende ist es leider Fleißarbeit

Das Terraformen ist zwar interessant zu beobachten, aber wirklich nachdenken müsst ihr dafür nicht. Eigentlich geht es dabei nur darum, diverse Gebäude aufzustellen, die dann ganz allein langsam aber stetig jeweils einen der vier Terraforming-Werte erhöhen.

  • Aufforstungsfabriken säen im Umkreis Flechten, Gras und später Büsche und Bäume aus, die die Bodenqualität verbessern
  • durch Seen bringt ihr mehr Wasser auf die Marsoberfläche und auch die Bodenqualität verbessert sich rund um den See
  • oh, diese Ironie: Auf dem Mars gibt es Treibhausgasfabriken, die keinen anderen Zweck haben, als CO2 in die Luft zu blasen, um damit – wie heutzutage jeder weiß – den Treibhauseffekt in Gang zu bringen, der langfristig die Temperatur des Planeten erhöht

Beschleunigen kann man das Ganze durch planetare Spezialprojekte. Z.B. könnt ihr einen Eisasteroiden auf die Oberfläche stürzen lassen, so dass der Wasser-Wert sofort um 5% erhöht wird. Später könnt ihr es auch regnen lassen, was der Fruchtbarkeit der Böden und somit der Vegetation zuträglich ist.

Bei mir ist es so, dass ich mein Spiel eigentlich nur fortsetze, um am Ende Städte ohne Kuppeln bauen zu können. Man will es ja mal gesehen haben.

Surviving Mars - Green Planet: Leben an der frischen Luft!
Ab 95 % Atmosphäre können wir die schützenden Kuppeln weglassen

Anspruchsvoll ist es in diesem Stadium von über 1000 Kolonisten und unbegrenzten Ressourcen nach etwa 350 Sols schon lange nicht mehr. Du musst nur noch neue Kuppeln aus dem Boden stampfen, um die Kolonisten unterzubringen, und am Fließband Raketen hochschicken, um wann immer möglich die Terraforming-Spezialprojekte abklappern.

Der Green Planet-DLC fügt also der Surviving Mars-Spielmechanik keine spielrelevanten Mechaniken hinzu, sondern nur einen netten Zusatz. Und dieser entfaltet seine Wirkung eigentlich erst dann, wenn die Surviving-Komponente des Spiels längst überwunden ist und ihr Brain-afk alles bauen könnt, was ihr wollt.

Über einzelne Flechten zu Wäldern und Seen

Das klingt erstmal nicht gerade nach einer Empfehlung für den DLC. Aber jetzt kommt das Gute: Auch wenn das Spiel nun eigentlich schon langweilig geworden ist, macht es eine Riesenfreude, zu beobachten, wie der Mars immer grüner wird.

Am Anfang tauchen erstmal nur einzelne grüne Flecken um eure Forstfabriken herum auf. Mit der Zeit werden sie größer und wachsen zusammen. Dann kommen Büsche und Bäume dazu, die eure später blauen Seen idyllisch umrahmen.

Grüne Landschaften auf dem Mars
Grüne Landschaften auf dem Mars

Aus der lebensfeindlichen Umgebung außerhalb der Kuppeln mit ihren industriellen Tanks und Rohren wird ein grünes Paradies. Und ihr könnt dem Wachstum der Natur wortwörtlich zusehen!

Und das nicht nur bei euch am Boden, sondern auch in der Planetenansicht. Dort bemerkt ihr erst dünne grüne Bänder in den tiefen Tälern des Mars, die sich langsam ausbreiten. Es bilden sich Seen und Meere und der ganze Planet erinnert in seiner Färbung immer mehr an einen Bluterguss ^^

Die Planetenansicht bei fortgeschrittenem Terraforming-Prozess
Die Planetenansicht bei fortgeschrittenem Terraforming-Prozess

Dieser Verwandlung möchte man folgen, bis das Terraforming abgeschlossen ist und es ein neues Paradies auf Erden, äh auf dem Mars entstanden ist.

Aber schauen wir uns doch jetzt mal ein paar Mechaniken an.

Wasser und Temperatur für einen grünen Mars

Wie schnell euer Mars grün wird, hängt vor allem von der Temperatur und dem verfügbaren Wasser auf dem Mars ab. Beides sind für Pflanzen empfindliche Werte.

Wenn Wasser und Temperatur noch auf 0 % sind, dann kann auf dem Mars auch nichts wachsen außer einfache Flechten, und das ist ziemlich langweilig. Wenn ihr euren Mars also schnell grün bekommen wollt, solltet ihr so schnell wie möglich ein paar Treibhausgasfabriken bauen. Die werden dann ganz ohne euer Zutun langsam nebenbei die Temperatur erhöhen.

Giftiger See auf dem Mars
Juhu, Wasser auf dem Mars! Leider ist dieser See giftig

Für den Wasserwert könnt ihr hin und wieder einen Eisasteroiden einsammeln, aber gleichzeitig auch Seen anlegen, die wie CO2-Fabriken stetig den Wasserwert verbessern. Es stehen Seen verschiedener Größe zur Auswahl. Je größer ein See, desto mehr Wasser verdunstet in die Atmosphäre und verbessert den Wasserwert, aber desto mehr künstlichen Wasserzufluss braucht der See auch. Ihr müsst ihn die ganze Zeit wässern, damit er seinen Pegel hält. Der größte See zieht 10 Einheiten Wasser.

Der Wasserbedarf von Seen ist problematisch. Das legt sich aber mit der Zeit, denn je mehr ihr eure Atmosphäre verbessert, desto mehr Wasser können eure Vaporatoren aus der Luft filtern. Wasser stellt also im späteren Spiel kein so großes Problem mehr dar!

Wenn euer Terraformingfortschritt 35 % bei Wasser und Temperatur erreicht hat, können theoretisch schon Bäume auf dem Mars wachsen.

Vegetationswert und Bodenqualität

Die Prozentzahl beim Vegetationsfortschritt bezieht sich auf die Ausbreitung der Vegetation auf dem ganzen Planeten. Das hat mit eurer lokalen Kolonie nichts zu tun. Selbst wenn die Zahl noch auf unter 5 % ist, könnt ihr schon Wälder bei euch stehen haben.

Für die lokale Vegetation ist die Bodenqualität wichtig, und die steht leider nirgends. Ihr seht sie, wenn ihr auf einen See oder eine Aufforstungsfabrik klickt und dort oben links auf das Waben-Icon klickt. Die Bodenqualität wird bei 0 % überhaupt nicht angezeigt und ändert sich dann mit steigendem Wert von dunkelrot zu hellgrün (für 100 %).

Bodenqualitätsanzeige
Die farbige Anzeige der Bodenqualität (zu finden blauen rechten Fenster ganz links oben)

In der Gebäudeanzeige seht ihr außerdem noch die Durchschnittsqualität und die höchste Qualität des Bodens in Reichweite. Es kann gut sein, dass ihr eine sehr hohe Zahl bei „höchster Qualität“ stehen habt, obwohl die Durchschnittsqualität im Umkreis des Gebäudes noch sehr niedrig ist. Wie z.B. im Screenshot oben: 15 % Durchschnitt, 100 % höchste.

Bei 0 % Bodenqualität wachsen nur Flechten, die ihrerseits den Boden ein kleines bisschen verbessern.

So breitet ihr die Vegetation aus

Höhere Vegetationsformen wie Gras, Büsche und Bäume benötigen einerseits höhere globale Fortschrittswerte bei Temperatur und Wasser und andererseits eine Mindestqualität der lokalen Böden.

Bei Wasser und Temperatur von über 35 % ist die Vegetation fast schon ein Selbstläufer. Dann kannst du nämlich Bäume in deinen Aufforstungsfabriken anpflanzen lassen. Und Bäume haben die wunderbare Eigenschaft, den Boden, der sie umgibt, schnell weiter zu verbessern. Und zwar viel schneller als schnöde Flechten.

Das Leben findet immer einen Weg

Jurassic Park

Das Schöne an Büschen und Bäumen ist auch, dass sie eine große Menge Saatgut abwerfen (Bäume deutlich mehr als Büsche). Saatgut benötigt ihr, um überhaupt Flechten und andere Vegetation anpflanzen zu können. Anfangs müsst ihr das vermutlich noch importieren. Aber später bekommt ihr sie gratis – je mehr höhere Vegetation ihr habt, desto mehr davon könnt ihr auch anpflanzen, und das Saatgut geht euch niemals aus!

Der einzige Haken ist, dass Bäume ihrerseits erstmal eine Bodenqualität von 40 % benötigen, um wachsen zu können. Dieses Problem umgeht ihr aber einfach. Baut am Anfang eures Spiels ein paar Aufforstungsfabriken um eure Kolonie herum und lasst Flechten wachsen. Dann kümmert ihr euch um eure Ressourcen, Kolonisten und Naturkatastrophen. Die Bodenqualität erhöht sich durch Flechten langsam von allein.

Bäume pflanzen in Suriving Mars
Hier seht ihr die Stats von Bäumen

Und wenn ihr richtig Zeit fürs Terraformen habt, dann sollten Temperatur, Wasser und Bodenqualität lokal so langsam Büsche und Bäume zulassen. Ob es Zeit für Büsche und Bäume ist, seht ihr an der „Höchste Bodenqualität“-Anzeige, die ich schon erwähnt habe. Wenn die über 40 % liegt, werden Bäume im Umkreis wachsen. Die pflanzt ihr dann an und die Vegetation wird sich dann um eure kleinen Bauminseln ausbreiten.

Neben Bäumen solltet ihr aber trotzdem weiter Flechten in der Pflanzrotation haben, damit sich der Boden auch dort verbessert, wo die Bäume noch lange nicht hinreichen.


Surviving Mars - Green Planet (DLC)

Tipp: Offene Farmen lösen eure Nahrungsprobleme!

Kommen wir nun zum Thema Nutzpflanzen. Lange habe ich den Sinn von offenen Farmen nicht eingesehen und meine Kolonisten lieber mit Farmen innerhalb der Kuppeln ernährt. Das kann bei explosionsartigem Bevölkerungswachstum schon in Arbeit ausarten ^^

Die Beschreibung für offene Farmen ist einfach nicht besonders attraktiv. Sie benötigen 10 Einheiten Wasser und man muss erst eine bauen, um zu erfahren, was dort genau wächst. Und auch das klingt ziemlich lahm – Blätternutzpflanzen etwa sollen nur vier Nahrungseinheiten pro Sol bringen. In einer Kuppelfarm wächst ein feiner Mais fünf Sols lang und spuckt dann 70 Nahrung aus. Da gewinnt eindeutig die Kuppelfarm!

Trotzdem ließ ich so eine Farm mal machen und stellte bald darauf fest, dass ich mich komplett getäuscht habe. Eine offene Farm ist eine wahre Lebensmittelschleuder!

In der Kuppelfarm wächst nur ein einziger Mais an diesen fünf Tagen. Eine Offene Farm aber verwandelt sich in einen Flickenteppich aus vielen kleinen runden Beeten, die alle die angegebene Nahrungsmenge produzieren.

Offene Farm in Surviving Mars
Im Vordergrund eine Offene Farm

Voraussetzung dafür, dass was wächst, ist aber natürlich ein guter Boden. Bei der Aussaat könnt ihr euch auch für Pflanzen entscheiden, die den Boden verbessern oder verschlechtern – genau wie bei einer Farm in der Kuppel.

Bei guter Bodenqualität wirft eine einzige offene Farm so viel Futter ab, dass sie im Alleingang eure Kolonie ernährt. Und dafür braucht ihr nicht mal Arbeiter, denn Drohnen sammeln die reifen Pflanzen einfach ein, wenn sie Zeit haben. Botaniker verlieren also ihre Bedeutung und ihr braucht sie nur noch, um ein paar Kuppelfarmen zur Sicherheit mitlaufen zu lassen, falls euch ein giftiger Regen den Boden für eine Weile zunichte macht.

Lohnt sich der Green Planet DLC für Surviving Mars?

Wenn es euch um harte Surviving-Action geht, dann nicht. Green Planet bringt keine wirklich spielbeeinflussenden neuen Mechaniken mit.

Green Planet ist was für die Optik, und vor allem: Es dauert sehr lange, den Mars zu einem grüneren Ort zu machen. Das heißt, ihr verbringt ziemlich viel Zeit in einem einzigen Spiel, das zudem auch irgendwann nicht mehr anspruchsvoll ist. Da geht es eigentlich nur noch um Schönbau ohne Ressourcenmangel.

Green Planet - Terraforming abgeschlossen
Das Terraforming ist nach 415 Sols abgeschlossen! Das waren bei mir 36 Spielstunden bei 2x Geschwindigkeit

Wer gern Schönbau betreibt und dabei die Map mit neuem Zeug vollklatscht, für den ist Green Planet eine Bereicherung, weil sich die Umgebung und das Gefühl des Spiels wirklich deutlich sichtbar ändert.

Mir gefällt Green Planet sehr gut, aber ich denke, einmal ein komplettes Terraforming reicht. Nochmal werde ich das nicht bis zuletzt durchziehen, weil das Spiel selbst einfach keine Spannung mehr bietet.

Was denkst du? Bist du eher Schönbauer oder doch eher Überlebenskünstler?

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