Die beeindruckenden Fotos von Edel-Kompaktkameras

DSLR, Spiegelreflexkameras, Kompaktkameras, Kamera-Handys – und jetzt auch noch Edel-Kompaktkameras… Bei so vielen Kameraklassen kann man als Laie schnell schon mal den Überblick verlieren! In diesem Beitrag, der entsprechend nicht für Profis gedacht ist :D, möchte ich dir die Unterschiede der digitalen Kameratypen erklären.

Ich selbst bin ambitionierter Foto-Laie und habe seit meiner ersten Digitalkamera im Jahre 2001, einer Kodak DC3400 (RIP, Kodak), eine lange Reise mit den verschiedensten Kameratypen hinter mir. Mit meiner neuen Edel-Kompakten, einer Canon Powershot G7 X II, habe ich jetzt hoffentlich die optimal zu mir passende Kamera gefunden und möchte dich an meinen Erfahrungen mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Kameraklassen teilhaben lassen :D

Überblick – Was für Kamerakategorien gibt es?

Profi-Fotografen können hier wegsehen, die wissen das alles sowieso besser :D Dieser Beitrag richtet sich an Laienfotografen, die vielleicht überlegen, sich mittelfristig eine neue Kamera zu kaufen und schon mal einen Blick auf das Rennfeld der aktuellen Kameras werfen. Denn: große und schwere Spiegelreflexkameras sind zwar in Sachen Qualität und Vielseitigkeit weiterhin das Maß aller Dinge – aber das heißt nicht, dass sie auch für deinen Einsatzzweck die Waffe der Wahl sind :D Jeder Mensch hat andere Anforderungen an seine Kamera und deswegen kommt es auf die Feinabstufungen an.

Die Profi-Liga: Spiegelreflexkameras (DSLR)

Wer fotomäßig in den letzten Jahrzehnten etwas auf sich hielt, der musste zu einer DSLR (Spiegelreflexkamera) greifen. Durch ihre großen Bildsensoren und Wechselobjektive lassen sie sich für jeden Zweck einsetzen. Aber sie haben – neben ihrem hohen Preis – einen riesigen Nachteil: Sie sind unhandlich. Es geht nicht nur um das große, schwere Gehäuse und das empfindliche Objektiv selbst. Häufig kommen durch Wechselobjektive, Polfilter, Sonnenschutzblenden, Blitzschuh-Zubehör und ggf. ein stabiles Objektiv noch das eine oder andere Kilo mit auf das Marschgepäck oben drauf.

Oder in anderen Worten: Die DSLR ist nicht als dein ständiger Begleiter im Alltag gedacht. Sie ist eher was für den Planer, der dann bewusst für den jeweiligen Einsatz seine Kamera und das passende Zubehör einpackt. Für die meisten Menschen wäre eine DSLR, wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Die Schnappschuss-Liga: Kompaktkameras

Während DSLRs mit der Zeit immer besser wurden und ihren Ruf als alternativlose Lösung für Profis zementierten, entwickelten sich die Kamers mit immer kleineren und bunteren Gehäusen für alle anderen Nutzer in die anspruchslosere Fun-Richtung. Diese Kompaktkameras waren bzw. sind winzige Kameras für die Hosentasche, die man sich für um die 100 bis vielleicht noch 200 Euro holte, um im Urlaub Fotos machen zu können.

Sie hatten allerdings in den letzten rund 20 Jahren einen zunehmend schweren Stand: Bei den Profis sind sie zurecht aufgrund ihrer oft zweifelhaften Bildqualität verpönt und zudem wegen der immer besser werdenden Smartphone-Kameras eine bedrohte Art. Klar können 150 €-Miniknipsen aus dem Elektronikmarkt auch gute Fotos machen – aber nur bei optimalen Lichtverhältnissen und wenn die Kamera wirklich gut drauf ist, ansonsten wird es zu den Ecken hin unscharf oder es treten Artefakte, Verzerrungen oder kleine weiße Ränder auf. Und viele Einstellmöglichkeiten hat der Anwender auch nicht.

Für Laien-Fotografen, die Wert auf manuelle Einstellungsmöglichkeiten legten und eine gewisse Qualität auch zu schätzen wissen, wurden Kompaktkameras zunehmend uninteressant.

Bild mit Nikon Coolpix S3100
Foto bei besten Lichtverhältnissen mit der Nikon Coolpix S3100 (winzige 115 g-Kamera in lustigen, bunten Gehäusefarben für ab 110 € (2011))

Der Kompromiss für Laien-Fotografen: Bridge-Kameras

Ein erster Kompromiss zur DSLR sind Bridge-Kameras. Fast so schwer und klobig wie eine DSLR, ein relativ großer Bildsensor und die bei DSLRs üblichen manuellen Einstellmöglichkeiten gepaart mit einem festen Objektiv – dieses Konzept sollte eine Brücke (Bridge) schlagen zwischen Profi-Apparaten und Kompaktkameras. Bridge-Kameras sollen so sein wie eine DSLR, nur nicht so kompliziert und pflegebedürftig. Sie verfügen über ein fest verbautes Objektiv, das möglichst übliche Brennweitenbereiche abdeckt (manche mit höheren Brennweiten, andere mit weniger). Kameras also für jedermann, die für möglichst viele Anlässe von Haus aus gerüstet sind.

Der Bildsensor ist das Herzstück einer Kamera. War es früher der Film, der das eigentliche Foto aufnahm, ist es heute der Sensor. Und wenn es um den Bildsensor geht, gibt es nur eine einzige Regel: Größer ist immer besser! Je größer der Sensor, desto mehr Licht, also Informationen kann er aufnehmen und abbilden. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen kommen größere Sensoren dem Bild zugute. Einige Sensorgrößen zum Vergleich siehst du weiter unten! Nachteil von großen Sensoren: Sie sind teurer und benötigen ein größeres Kameragehäuse. Und damit sind wir eben wieder bei DSLRs und Bridge-Kameras.

Auf diesen Bridge-Zug sprang ich selbst 2008 auf. Kompaktkameras wurden immer kleiner, überboten sich gegenseitig an immer schwindelerregenderen Megapixel-Zahlen, größeren Displays und mehr Zoom. Das alles ging zulasten der Bildqualität, denn kleiner Bildsensor und viele Pixel bedeutet Qualitätsverlust: Immer mehr Pixel müssen sich immer weniger Bildinformationen teilen. Da wagte ich eher den Schritt nach vorn und kehrte den Kompaktkameras den Rücken zu. Zuletzt nutzte ich eine damals wirklich sehr teure Sony DSC-R1.

Aber nach 10 Jahren mit zwei Bridge-Kameras zog ich für mich das Fazit: Auch Bridge-Kameras sind nicht ganz mein Ding. Großer Sensor schön und gut, aber er bringt mir ja nichts, wenn die Kamera meistens zu Hause im Schrank steht. Mit ihren 1,4 Kg Einsatzgewicht + Ersatzakkus + Extra-Fototasche hatte ich sie eben nur zu besonderen Unternehmungen dabei. Und eben meistens nicht dann, wenn ich sie brauchte: Unterwegs bei schönem Licht nach dem Gewitter, morgens zum Sonnenaufgang, nachmittags in der goldenen Sonne…

Deswegen kam ich Anfang 2018 auf die Idee, umzusatteln. Nein, wir sind noch nicht bei den Edel-Kompaktkameras angekommen. Erst kommen noch die Smartphones dran :D

Auf die Gewichts-Notbremse: Kamera-Handys

Ja, Smartphones können heute wirklich beachtliche Fotos machen, man spricht bei manchen Modellen ja schon von Kamera-Handys. Genau mein Ding! Klein, immer dabei und vergleichsweise gute Bildqualität und meist sogar mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten! Deswegen kaufte ich mir für viel Geld letztes Jahr eines dieser hochgelobten Kamera-Handys, das Huawei P20. Ja, es macht schöne Fotos – ich war überrascht! Es kann sogar Rohdaten (RAW) speichern, die hinterher am Computer noch ohne Verluste weiter bearbeitet werden können.

Am Gardasee letztes Jahr wagte ich sogar den Schritt, die Sony DSC-R1 ganz zu Hause zu lassen und hatte nur noch das Handy dabei. Es sind auch wirklich schöne Fotos entstanden – aber: Ein Handy ist nur ein Handy. In ein Handy passt kein großer Sensor, und ich schämte mich ein wenig dafür, dass ich mit meinem ursprünglichen Qualitätsanspruch nun doch bei Handy-Fotos gelandet war. Denn Handy-Fotos mögen zwar für Instagram ausreichen, aber schaut man sie sich genauer an, dann sieht man schnell die Grenzen, die der winzige Sensor setzt. Filter und Motiv-Erkennungs-KIs versuchen den kleinen Sensor durch Filter und hohe Kontraste auszugleichen – aber das ist wie neue Farbe auf eine löchrige Hauswand. Auf den ersten Blick ausreichend, aber darüber hinaus eben auch nicht mehr.

Gargnano bei Sonnenuntergang
Sonnenuntergang bei Gargnano am Westufer des Gardasees

Wer allerdings keine zu große Leidenschaft für das Fotografieren hat, für den ist vielleicht ein gutes Smartphone doch die beste Wahl, aus den bereits weiter oben genannten Gründen: Das Handy hat man immer dabei und die Ergebnisse sind akzeptabel. Für mich nicht, ich bin ein Foto-Mensch (ohne großes Talent): Kein Ausflug ohne Fotoapparat! Also ging meine Suche weiter.

Edel-Kompaktkameras: Klein, aber oho!

Offenbar gibt es hier eine Nische: Hobbyfotografen wie mich, die sich eine bessere Bildqualität wünschen, als eine Kompaktkamera oder ein Smartphone bieten kann (= einen größeren Sensor haben), dabei aber nicht so unhandlich sind wie Bridge-Kameras oder DSLRs.

Wo sich eine Nische auftut, da wird der Markt Lösungen finden. Und diese Lösung ist die Edel-Kompaktkamera bzw. auch Premium-Kompaktkamera. Dieser Kameratyp gewinnt seit wenigen Jahren an Popularität. Der größte und meiner Meinung nach einzige Nachteil von Bridge-Kameras ist ihre Größe und ihr Gewicht. Es sind eben keine stetigen Begleiter im Alltag. Genau das sollen aber Edel-Kompakte sein: Kompakt, aber trotzdem gut!

Edel-Kompakte sind kurz gesagt nun möglichst kleine Kameras mit möglichst professionellem Anspruch: Für ihr kleines Gehäuse haben sie einen deutlich größeren Sensor als normale Kompakte und dazu ein lichtstarkes Objektiv verbaut. Wie auch Bridge-Kameras und DSLRs bieten sie auch die volle Palette an manuellen Einstellmodi.

Heidelberg bei Dämmerung
Die Heidelberger Altstadt bei Dämmerung – ein ganz klein wenig verwackelt, aber das ist auf den ersten Blick nicht zu sehen (Powershot G7 X II)

Vergleich von Sensoren und Bild-Resultaten verschiedener Kameraklassen

Dass diese Kameras sich selbst noch zu den Kompaktkameras zählen, sieht man etwa an der Powershot G-Reihe von Canon, die Modelle mit kleinem Sensor sowie Modelle mit großem Sensor umfasst. Wo die Powershot G7 mit einem 1/1,8-Zoll-Sensor auskommen muss, bietet die Powershot G7 X als „adeliger Cousin“ einen 1,0 Zoll-Sensor. Die zweite Generation dieser Powershot G7 X nenne ich nun seit Januar mein Eigen :D

Vergleich der Sensorgrößen verschiedener Kameraklassen
Vergleich der gängigen Sensorgrößen verschiedener Kameraklassen. Als Beispiele habe ich mein P20-Kamera-Handy, meine neue Edelkompakte Powershot G7 X II und deren kleineren Cousin (Powershot G7) sowie meine Bridge-Kamera Sony DSC-R1 (im Bild versehentlich Alpha R1) gekennzeichnet (Bild von mir bearbeitet, Ursprung von Хрюша – Own work This W3C-unspecified vector image was created with Inkscape., CC BY-SA 3.0, hier geht’s zur Ursprungsgrafik). Das hier ist nur eine Richtschnur, es gibt natürlich Ausreißer bei den Bildsensoren, etwa die neue kompakte Leica Q2 (Info dazu) mit Kleinbild-Sensor, die aber auch an die 5.000 € kostet.

Klar – wie du am Sensorgrößenvergleich siehst, ist der 1,0 Zoll-Sensor sehr viel kleiner als der von Profi-Kameras. Für derart große Sensoren ist aber eben auch ein großes Gehäuse notwendig, in dem die obligatorische Technik untergebracht ist. Wir müssen uns bewusst machen, dass ein Gerät von der Größe einer Kompaktkamera einen rund doppelt so großen Sensor verbaut hat als eben diese. Und das bemerkt man bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Tatsächlich habe ich (noch?) keine Vergleichsbilder, die ich in derselben Situation mit drei verschiedenen Kameras unter jeweils gleichen Einstellungen gemacht habe. Aber die untenstehenden drei Bilder sollten dir einen Eindruck vermitteln, wie sich die Fotos dreier unterschiedlicher Kameraklassen qualitativ unterscheiden.

Alle drei Bilder sind Gegenlichtaufnahmen eines Sonnenuntergangs mit vielen dunklen Bereichen, und alle drei Fotos sind nicht nachbearbeitet. Ich hoffe, sie sind dir noch nicht zu dunkel ^^

  • Im linken Bild, aufgenommen mit meinem Kamera-Handy P20 von Huawei, ist gut zu sehen, wie in den dunkleren Bereichen alles völlig vermatscht, obwohl in dieser Situation noch das beste Umgebungslicht war. Da sind kaum noch Details auszumachen.
  • Das mittlere Bild stammt aus meiner neuen Edel-Kompaktkamera Canon Powershot G7 X II und stellt auch die dunklen Bereiche zwar etwas platt und kontrastarm, aber ansonsten noch gut erkennbar dar.
  • Das rechte Foto kommt aus meiner Bridge-Kamera Sony DSC-R1 und ist in den sehr dunklen Bereichen ziemlich verrauscht, aber bis auf die Blätter am Busch noch sehr scharf.

Immer und überall gut gerüstet

Während das Smartphone-Foto krachend gegen die beiden anderen Fotos verliert, ist der Unterschied zwischen den Fotos der Powershot G7 X II und der Sony DSC-R1 nicht mehr so groß. Wenn es hart auf hart kommt, holt die Bridge natürlich noch mehr aus dem Restlicht raus – aber wann hat man schon die riesige, 1,5 Kilo schwere Kamera dabei, wenn es hart auf hart kommt? :D Die Powershot G7 X II ist dagegen mit 315 Gramm ganze Größenordnungen handlicher und passt locker in jede Tasche.

Gute Qualität bei kleiner Größe – das ist das Schauplatz, auf der Edel-Kompaktkameras den anderen Klassen den Kampf ansagen. Denn der beste Sensor bringt nichts, wenn man die Kamera nicht dabei hat und das Bild so gar nicht entstehen kann.

Straßenlampen im Dunkeln
Dieses Bild aus meiner Powershot G7 X II fasziniert mich: Es entstand ohne Stativ direkt aus der Hand und fängt die Szene genau so ein, wie ich sie mit den Augen gesehen habe :D

Viel Qualität, möglichst handlich verpackt – das schreit natürlich nach einem beachtlichen Preis. Entsprechend teuer sind die Edel-Kompakten deswegen. Das Preisspektrum reicht von knapp unter 500 € bis zu mehreren 1000 €. Preislich klopfen diese Kameras also bei Bridge- und DSLR-Kameras an die Türe. Aber das finde ich nicht problematisch, Qualität hat eben ihren Preis. Zu einem relativ hohen Preis erzeugen Edel-Kompakte hochwertige Fotos, die sich qualitativ gerade bei schlechteren Lichtbedingungen, wie bei Sonnenuntergang, in der Dämmerung oder in dunklen Kircheninnenräumen deutlich von Fotos aus normalen Kompakten ähnlicher Größe unterscheiden (von normalen Smartphone-Kameras wollen wir gar nicht reden).

Sieh dir meine Fotos dazu an – ich bin ein Freund von schwierigen Lichtbedinungen, und was meine Canon Powershot G7 X II da rausholt, hat mich richtig von den Socken gehauen. Das alles sind Schnappschüsse aus Februar 2019, sogar eher erste Versuche, und sie alle sind aus der Hand entstanden, ohne große Planung und ohne Stativ. Die drei Sonnenuntergangsbilder hätte es ohne meine neue Kamera nicht gegeben: Die Bridge habe ich im Alltag nicht dabei und das Smartphone hätte diese Fotos ganz einfach nicht machen können. Danke, neue Kamera :D

Weitere Spezifikationen

Kleines Gehäuse mit großem Sensor bedeutet aber noch einen weiteren Einschnitt: Nämlich nur ein begrenzter optischer Zoom. In der Regel ist bei drei- bis vierfacher Vergößerung Schluss, die Ricoh GR-Reihe mit ihrem APS-C-Sensor hat beispielsweise sogar eine 27 mm-Kleinbild-äquivalente Festbrennweite und somit gar keinen Zoom, genau wie auch die erwähnte Leica Q2. Kurz habe ich mir das überlegt, aber ganz ohne Zoom unterwegs ist irgendwie auch nicht vorstellbar :D Im Brennweitenbereich können Bridge-Kameras und natürlich DSLRs mit Teleobjektiven deutlich mehr rausholen – auf Kosten der Gehäusegröße und des Gewichts, natürlich.

Davon abgesehen bieten Edel-Kompakte aber viele interessante Features, die Kompakte und Smartphones eher nicht oder nicht in diesem Ausmaß aufweisen:

  • Sie haben in der Regel ein Stativ-Gewinde und sind durch ihr geringes Gewicht wie geschaffen für kleine Stative mit flexiblen Beinen, die sich etwa auch um Geländer wickeln lassen.
  • Mit der Zeitraffer-Funktion lassen sich dann – bei meiner Canon Powershot G7 X II – über zwei Stunden Zeitraffervideos aus Einzelaufnahmen erstellen, etwa von vorbeiziehenden Wolken.
  • Manche Modelle haben sogar einen Blitzschuh für weiteres Zubehör – meine G7 X II hat keinen.
  • Dafür ist ein Bildstabilisator bei Edel-Kompakten die Regel, der bei Schnappschüssen ohne Stativ für die nötige „Ruhe“ sorgt :D
  • Viele Edel-Kompaktkameras verfügen auch über ein schwenkbares Display, was sehr praktisch ist, wenn man die Kamera über den Kopf hält oder bodennahe Fotos aufnehmen möchte. Bei meiner Kamera lässt sich das Display um bis zu 180° nach oben klappen, wodurch auch Selfies möglich sind – wenn man es braucht :D
  • Einen elektronischen Sucher haben nicht alle Kameras – das war für mich auch kein so wichtiges Kriterium.
  • Videoaufnahmen können die Edel-Kompakten in der Regel alle, aber nur wenige nehmen in 4k auf, die meisten haben eine Full-HD-Auflösung – was für die meisten Zwecke auch ausreicht :D
  • KI-Funktionen sind auch an Bord, man kann etwa Gesichter einspeichern und die Kamera kann Fotos aufnehmen, wenn sie ein Lächeln erkennt. Auch verschiedene Szenen gehören dazu, wie „Schlafendes Baby, lachendes Baby, spielende Kinder“ – überflüssig, meiner Meinung nach, aber zeigt auch, dass die Kamera auch als Familien-Schnappschusskamera gedacht ist

Bei modernen Kameras dürfen natürlich auch drahtlose Verbindungsmöglichkeiten nicht fehlen, so dass sich die Fotos ohne Kabel auf den PC oder auch aufs Handy laden lassen. Auch eine Steuerung der Kamera per Smartphone-App ist möglich.

Kurzer Blick auf die Canon Powershot G7 X II

Ich will hier gar nicht groß die Features aufzählen, die kannst du dir unten zB. auf Amazon ansehen und einige Dinge habe ich ja schon erwähnt. Besonders wichtig war mir neben einem möglichst großem Sensor (hier: 1,0 Zoll) und einem lichtstarken Objektiv (1:1,8-2,8) auch das nach oben und unten klappbare Touch-Display und kabellosen Verbindungsmöglichkeiten, um von unterwegs auch mal ein JPG ans Handy zu übertragen und zu verschicken. Bluetooth hat die Kamera nicht, aber sie kann per WLAN kommunizieren. Zu Hause verbindet sie sich in Sekundenschnelle über das WLAN mit meinem Computer und unterwegs kann sie als WLAN-Hotspot dienen, über das das Smartphone dann darauf zugreifen kann.

Die Powershot G7 X II passt mit Schutzhülle problemlos in den Rucksack oder die Handtasche und die ersten Versuche stimmen mich optimistisch, dass ich mit dem kleinen Gerät viel glücklicher sein werde als mit dem Smartphone am Gardasee. Und auch die Bridge-Kamera werde ich unterwegs nicht übermäßig vermissen, weil sie in ihrer Umhängetasche zusätzlich zum Rucksack echt genervt hat.

Spezifischer Nachteil bei der Powershot G7 X II (andere Edel-Kompakte habe ich nicht getestet) ist, dass die JPG-Version eines Bildes oft recht schwammig ist. Das JPG berechnet die Kamera so, dass die Beleuchtung möglichst ausgewogen ist und es kein Bildrauschen gibt. In manchen Fällen ergibt die automatische JPG-Entwicklung eine ziemliche Matschepampe. Das habe ich zB. schon bei einem Wald im Hintergrund beobachtet – die ganzen Baumkronen werden zum braunen (da im Winter blätterlos) Einheitsbrei.

Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte die Bilder in JPG + RAW abspeichern und dann im Einzelfall prüfen, ob das JPG gut ist oder eine RAW-Entwicklung notwendig wäre. Aus den RAW-Bildern kann man dann natürlich alles optimal herausfeilen – das ist allerdings zeitaufwändig. Was sich aber lohnt. Manuell entwickelte Bilder sind in der Regel immer besser als das generische JPG!

An Zubehör beschränke ich mich auf eine Powerbank zum Laden (anstatt eines Wechsel-Akkus) und ein Mini-Stativ, das zwar kein großes Stativ ersetzen kann, aber – hallo, kompakt! ^^ – eben handlicher ist

Kirchenfenster in Heppenheim
Gestochen scharfe Aufnahme eines Kirchenfensters in der St. Peter-Kirche in Heppenheim (JPG, ohne RAW-Bearbeitung – die schwarzen Artefakte zeigten sich erst nach dem erneuten Speichern)

Für wen sind also Edel-Kompakte gut geeignet?

Wie du siehst, sind Edel-Kompaktkameras ein Kompromiss – genauso wie jede andere Kameraklasse auch: DSLRs sind qualitativ das Alpha und Omega, dafür sind sie teuer, pflegeintensiver und unhandlicher. Bridge-Kameras eignen sich für alle, die auf die Flexibilität von Wechselobjektiven verzichten können und somit eine fest vorkonfigurierte Kamera nutzen wollen, die nicht so pflegeintensiv ist wie eine DSLR – zum gleichen Nachteil des hohen Gewichts. Eine normale Kompaktkamera ist je nach Modell vermutlich mit einer guten Smartphone-Kamera vergleichbar, aber deutlich günstiger als ein solches Smartphone.

Edel-Kompaktkameras sind die Klasse der Wahl für dich, wenn

  • du Wert auf die Bildqualität legst und auch gern bei Zwielicht fotografierst
  • gern mit manuellen Einstellungen herumexperimentierst
  • … aber nicht immer eine große, schwere Bridge oder DSLR dabei haben möchtest

Das macht sie auch zum höherwertigen Begleiter bei Konzerten, Festivals und sonst überall, wo es mehr auf Geschwindigkeit ankommt und eine schwere Kamera nur stören würde. Auf verschiedenen Blogs habe ich außerdem gelesen, dass viele Profi-Fotografen eine Edel-Kompakte als Zweitkamera nutzen – wahrscheinlich haben eben auch Profis nicht immer ihren Fotorucksack dabei ^^

Für mich wird die Powershot G7 X II allerdings zur neuen Hauptkamera. Ich bin nicht Profi genug, um die Bridge weiterhin im Urlaub mitzutragen und vertraue dann zusammen mit einem Mini-Stativ und einer Powerbank voll auf meine neue Edel-Kompaktkamera :D Außerdem habe ich sie immer im Rucksack mit dabei, auch auf dem Arbeitsweg (wo die obigen Aufnahmen fast alle entstanden sind). Die Kamera gibt mir mehr Möglichkeiten als das Smartphone, schöne Augenblicke einzufangen, und sie ist schnell aus- und wieder eingepackt :D

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