QGIS-Tipp für Anfänger: Kategorisierte Layerstile

Dieser kurze QGIS-Tipp für Anfänger erklärt, wie ihr innerhalb eines Layers verschiedene Layerstile verwendet. Standardmäßig nutzt jedes Layer einen einzigen Stil – das heißt, jeder Punkt, jede Linie innerhalb des Layers erhält das selbe Aussehen. Man könnte nun für die Darstellung von z.B. Burgen und Klöster jeweils ein eigenes Layer erstellen. Es ist aber viel nützlicher, viele ähnliche Datensätze, wie eben Burgen und Klöster in einem Layer zu speichern und ihnen dort mit „Kategorisierten Layerstilen“ unterschiedliche Symbole/Stile zuzuweisen.
Das geht ganz einfach und hilft dir als QGIS-Anfänger wirklich weiter. Ich hab selbst erst vor kurzem rausgefunden, dass man nicht für JEDES Symbol oder JEDE Kategorie auf einer Karte einen eigenen Layer (und damit jeweils 6 verknüpfte Dateien auf der Festplatte!) anlegen muss. Vor einigen Monaten habe ich noch genau damit gekämpft, und weil ich diesen Tipp hier noch nicht kannte, hab ich stundenlang virtuelle Layer per SQL-Abfragen erstellt. Der Wahnsinn nahte in großen Schritten ..

Kategorisierte Layerstile

Legendeneintrag: Ein Layer, mehrere Symbole
Legendeneintrag: Ein Layer, mehrere Symbole

Voraussetzung ist, dass ihr euch Kategorien überlegt, in die ihr die darzustellenden Objekte einordnet. Stellen wir uns vor, wir wollen eine Karte anfertigen, auf der mit unterschiedlichen Symbolen Burgen, Klöster, Residenzen und was weiss ich für Orte angezeigt werden.

Wir erstellen ein Punktlayer und nehmen verschiedene Orte darin auf. In einer speziellen Spalte, die wir zB. „type“ nennen, kategorisieren wir diese Orte, indem wir zB. „Hauptstadt“, „Hauptort“, „Siedlung“, „villa rustica„, … reinschreiben. Kleiner Tipp am Rande: Für das Kategorisieren können wir ein Dropdown-Menü nutzen, so dass wir das ganze Wort nicht immer neu ausschreiben müssen!

Wir öffnen jetzt die Layereigenschaften und wechseln zu „Stile“. Standardmäßig ist hier ganz oben „Einzelstil“ eingestellt, was bedeutet, dass alle Einträge auf diesem Layer den gleichen Stil haben, also zB. die gleiche Farbe oder das gleiche Symbol. Hier gibt es nun unterschiedliche Alternativen, um mehrere Stile zu verwenden, wir schauen uns nun „Kategorisiert“ genauer an.

Stile-Reiter in den Layereigenschaften
Reiter „Stile“ in den Layereigenschaften. Zwar mit Flächenfarben statt Symbolen, das Prinzip ist aber das gleiche. Unter „Wert“ würden hier dann die Ortskategorien stehen.

Als nächstes müssen wir erst die Tabellenspalte (zB. „type“) wählen, in der wir die unterschiedlichen Kategorien angegeben haben, und anschließend wird per Klick auf „Klassifizieren“ eine Liste aller Kategorien erstellt, die wir verwendet haben. Für jede Kategorie können wir nun ein anderes Symbol und/oder eine andere Farbe einstellen und einen eigenen Legendeneintrag festlegen.

Zusammenfassung

Uuuunglaublich praktisch! Hilft ungemein bei der Übersicht über die verknüpften Shapefiles und man hat alle Daten an einer Stelle, statt sie im Zweifelsfall in untersschiedlichen Shapefiles doppelt verwalten zu müssen.

Im Grunde genommen behandelt QGIS die Objektkategorien nun ähnlich wie einzelne Layer. Ihr könnt z.B. einzelne Kategorien ein- oder ausblenden. Wollt ihr festlegen, in welcher Reihenfolge die einzelnen Objektkategorien übereinander liegen, könnt ihr das per Symbolebenen einstellen.

Weiterführende Literatur

Leider gibt es keine deutschsprachige Literatur zu QGIS, daher kann ich hier nur englische Bücher vorstellen.

Diese Bücher sind nicht für blutige GIS-Anfänger gedacht. Sie vermitteln tiefgreifende Kenntnisse jenseits der Basics (die vorausgesetzt werden). Wer sich also fortbilden und QGIS wirklich „meistern“ möchte, findet hier passendes Material.

Das „QGIS Cookbook“ ist als umfangreiches Nachschlagewerk gedacht, während die beiden anderen voraussetzen, dass der Leser GIS-Kenntnisse hat, aber mit QGIS noch nicht gearbeitet hat. „Mastering QGIS“ fokussiert mehr Datenbanken, während „Learning QGIS“ der Kartenerstellung und Layerstilen mehr Raum gibt. Beide Bücher behandeln aber beide Themen.

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2 Kommentare

  1. Hallo und vielen Dank für diese Informationen.

    Seit einigen Stunden habe ich QGIS 3.2 installiert (es ist meine erste Begegnung mit der Software) und bin dabei nur wenige grundlegende Dinge zu testen. Einfach um zu sehen, ob es sich lohnt, tiefer einzusteigen. Ziel ist es, Daten aus einer PostGIS DB zu visualisieren. Im konkreten Fall handelt es sich um ein Wasserleitungsnetz. Ich bin von dieser Funktion begeistert, denn damit lassen sich auf einfache Weise alle Symbole nach den in der DB gespeicherten Namen individuell darstellen.

    Nochmal DANKE und viele Grüße aus Sachsen!
    Peter

    1. Ravana

      Hey Peter,
      danke dir für den netten Kommentar :-) Freut mich sehr, dass die Infos dir weitergeholfen haben.
      Und ja, dieser Tipp ist eine der ganz grundlegenden Funktionen für die Darstellung – aber wer da Programm (und ähnliche Programme) nicht kennt, der weiß das ja nicht.

      Bin auch froh zu hören, dass es auch mit QGIS 3 noch nachvollziehbar ist. Ich hab bislang nur die letzten QGIS 2-Versionen genutzt, werd mir die neue Version aber auch bald anschauen.

      Wünsche dir viel Spaß beim Visualisieren und Herumprobieren!

      Viele Grüße zurück nach Sachsen aus Heidelberg :-)
      Debbie

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