Beat Saber VR – Lichtschwert trifft Guitar Hero :D

Beat Saber ist ein rhythmisches Bewegungsspiel, das eine VR-Brille voraussetzt (Oculus Rift, HTC Vive oder Windows Mixed Reality). Es geht darum, mit Lichtschwertern im Takt der Musik Würfel zu zerschlagen. Das klingt primitiv, macht aber richtig Spaß! In diesem Beitrag stelle ich das neue Spiel vor und es gibt ein Gameplay-Zappelvideo :D

 

Virtual Reality - Alles ist möglich!

Release: 1. Mai 2018 (Early Access, trotzdem 19,99 €)
Erforderlicher Speicherplatz: Ungeheure 189 MB (…es stimmt!)

Auf Steam wird Beat Saber derzeit als äußerst positiv (98% von 3555 Stimmen sind positiv) bewertet und im Oculus Store prangen 4,9 von 5 Sternen bei 1024 Bewertungen am blau-roten-Laserschriftzug des Spiels. Das sind beeindruckende Empfehlungswerte! Wenn so viele Spieler Empfehlungen aussprechen – dann muss man sich das Ding ja mal anschauen. Zumal es im Oculus Store kein Problem ist, ein Spiel herunterzuladen und es bis zu einer halben Stunde mit Geld-zurück-Garantie zu testen.

Im richtigen Takt Würfel zerschlagen

Das Konzept ist einfach: Mit einem roten und blauen Lichtschwert zerschlägst du im Takt der Musik entsprechend farbige Quader. Die Schwierigkeit dabei: Du darfst nicht einfach irgendwie draufdreschen. Dreieckige Pfeile zeigen die Schlagrichtung an.

Dazu kommen außerdem auch noch fliegende Wände, denen du ausweichen solltest, und gelegentlich auch Minen, die du ebenfalls besser nicht erwischst.

Beat SaberGrundsätzlich erinnert das Konzept an Spiele wie Guitar Hero und Rock Band, bei denen man auf Zubehör-Instrumenten im richtigen Moment die richtigen Knöpfe drücken muss, um den Song „zu spielen“. Der Unterschied ist aber, dass du bei Beat Saber nicht nur Finger und/oder Arme bewegst, sondern den ganzen Körper.

Bei Guitar Hero habe ich mich mit den 5 oder 6 Tasten nie als Rockstar gefühlt. Bei Beat Saber dagegen bin ich…

  • „schlagfertig“ wie ein Jedi-Ritter (oder lieber ein Sith-Meister)
  • elegant wie ein Eiskunstläufer
  • agil wie ein Stuntman
  • leidenschaftlich wie ein Dirigent vor seinem Orchester
  • rhythmisch wie ein Profi-Schlagzeuger
  • tanzend wie ein Raver in den 90ern
  • … ein Volltrottel, der vor seinem Monitor herumfuchtelt :D
  • ….. und nach ein paar Songs ziemlich aus der Puste ^^

Die Motivation: Fehlerfreie Leistung…

Das Spiel motiviert, weil es deine Fehler zählt. Am Ende möchte man möglichst alle Quader richtig getroffen haben – einen fehlerfreien Lauf hinlegen ^^

Im Gegensatz zu Guitar Hero & Co gibt es auch ein deutlicheres Feedback, wenn du die Quader richtig triffst:  Das Geräusch der berstenden Quader passt (meistens) perfekt in den Rhythmus des Songs und die Controller vibrieren leicht. Damit hat der Spieler das Gefühl, tatsächlich etwas zu zerschlagen und damit aktiv an der Musik teilzunehmen. Außerdem ist es einfach ein tolles Gefühl, sich passend zur Musik zu bewegen und die Arme schnell genug in die richtigen Richtungen zu bewegen :D

… oder einfach zur Musik zappeln?

Wer kein Freund von elektronischer Musik ist, der wird sich mit den 10 bislang mitgelieferten Songs vielleicht etwas schwer tun. So auch ich. Mit ungefähr der Hälfte der Songs kann ich etwas anfangen, aber der Rest klingt für mich derart unattraktiv, dass ich mich bislang zu maximal einem Durchgang auf normal durchringen konnte.

Die Songs wurden exklusiv für Beat Saber komponiert und eingespielt, es ist also nichts, was man schon kennt. Die Anbieter, die selbst vom großen Erfolg ihres Spiels überrascht sind, haben versprochen, weitere Songs nachzuliefern.

Zusätzliche Songs durch Modding-Community

Was es schon jetzt gibt: Eine aktive Modding Community! Und die ist fleißig. Zahlreiche fertig gemappte (also mit Quadern versehene) mehr oder weniger passende Songs stehen zum unkomplizierten Download bereit :D Darunter

  • Blue von Eiffel 65 (Ende 90er, du erinnerst dich? I’m blue, dabadeedabadaay)
  • Intromusik zu „Duck Tales“, die Comic Serie :D Aaaahahaha :D
  • der Star Wars Imperial March als Dubstep-Version (ich habe noch niemals etwas Verstörenderes gehört…)
  • No Time for Caution, der Song von Hans Zimmer zur berühmten „Docking Scene“ in Interstellar
  • gefühlt 1 Millionen Songs von Linkin Park
  • Beat it von Michael Jackson (das sollte der Titelsong zu Beat Saber sein..)
  • Gangnam Style, dieser Alptraum von vor ein paar Jahren
  • Musik von Amon Amarth, Avicii, Korn, Britney Spears … also im Grunde aus jeder Ecke irgendwas

Und weil das eine Mod ist, ist das ganze natürlich kostenlos. Spätestens hier solltest du also Guitar Hero in den Mülleimer werfen. Was gibts Geileres, als zu Duck Tales Quader mit Lichtschwertern zu zerschlagen?

Es gibt auch Mods, mit denen man selbst Songs mappen kann – ich habe das nicht ausprobiert, denn das ist ziemlich zeitaufwändig. Schließlich sollten die Quader perfekt zur Musik passen.

Gameplay-Video

In diesem Video seht ihr, wie sich Beat Saber spielt. Der erste Song ist Escape, ein inklusiv-Titel, den ich hier mit einigen Fehlern in der Schwierigkeitsstufe „expert“ durchprügle (ich hatte ca. 5-6 Stunden Spielzeit mit Beat Saber). Den zweiten Song ab Minute 2:55 kennt ihr vielleicht noch aus Top Gun: Danger Zone von Kenny Loggins.

Sorry für die stehengebliebene Maus, habe das nicht bemerkt :-(

So geht’s: Weitere Songs für Beat Saber

Es gibt schon einige englischsprachige Video-Anleitungen, aber der Vollständigkeit halber hier noch kurz die deutsche Anleitung, wie du zusätzliche Songs in Beat Saber verwenden kannst. Bei mir hat es so funktioniert:

  1. Schließe Beat Saber
  2. Gehe zu Github
  3. Lade dir die „First Time“-Version von Song Loader herunter, wie im Screenshot unten zu sehen
  4. Entpacke den Inhalt der heruntergeladenen ZIP-Datei in den Beat Saber-Installationsordner auf deiner Festplatte, bei mir (Oculus) ist das D:\Oculus\Software\hyperbolic-magnetism-beat-saber
  5. Jetzt der etwas merkwürdige Schritt. Ich habe ihn gewagt, und es funktioniert: Ziehe die Datei Beat Saber.exe auf die Datei IPA.exe und lass sie los (siehe auch Screenshot unten). Wahrscheinlich kommt eine Windows-Warnmeldung. Klicke nicht auf OK, sondern auf „Weitere Informationen“ und dann „Trotzdem ausführen“. Die beiden Dateien werden verwurschtelt und danach sieht der Inhalt des Ordners hyperbolic-magnetism-beat-saber so aus, wie im 2. Screenshot zu sehen
  6. Starte Beat Saber. Du solltest nun unten den neuen Menüpunkt „Beatsaver“ sehen. Hier kannst du gemappte Songs ganz einfach downloaden
  7. Die runtergeladenen Songs findest du dann im Solo-Spiel unter den 10 Original-Songs

Die Installationsanleitung findest du auch (auf englisch) in der gepackten Datei, die du von Github runterlädst.

Schwierigkeitsstufen

Es gibt für jeden (originalen) Song in Beat Saber vier Schwierigkeitsstufen: easy, normal, hard und expert. Die Schwierigkeitsstufen unterscheiden sich durch die Anzahl und die Positionen der Quader und es kommen zusätzliche Hindernisse dazu. Easy ist in der Tat so easy, dass ich das bei zwei Songs gemacht habe und dann gleich auf normal und hard umgestiegen bin. Der Sprung von hard auf expert dagegen ist schon nochmal gewaltig. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade spielen sich damit ganz anders und es entstehen völlig neue Choreographien.

Aber: Beat Saber hat eine steile Lernkurve und du bemerkst täglich, wie du besser wirst. Mir ging es an den ersten Tagen so, dass ich nach den ersten halbwegs erfolgreichen Versuchen auf hard mal in die expert-Version des Songs „Escape“ (erster Titel im Video) reingeschaut habe. Die Quader flogen derart schnell auf mich zu, dass ich nur einfach herumgefuchtelt habe, ohne irgendwas zu erkennen – und nach 10 Sekunden bin ich rausgeflogen.

Keine Chance. Aber wenn man den Song erstmal gut verinnerlicht hat und ihn auf hard schon mit (annähernd) maximaler Punktzahl gemeistert hat – dann klappt es auf einmal besser. Auf einmal fliegst du nicht mehr nach 10 Sekunden raus, sondern erst (durchgeschwitzt und entmutigt) nach einem Drittel des Songs. Und ich garantiere dir: Nach einigen Versuchen scheinen die Quader nicht mehr so schnell zu fliegen. Diese Schwierigkeiten zu meistern – das ist unglaublich befriedigend!

Beat Saber ist dabei ziemlich fair. Die Quader und die Schlagrichtungen kommen (in der Regel) so geflogen, dass man aus dem Schwung heraus gleich den nächsten Quader erwischen kann. Und wenn man den Song gut kennt, dann muss man gar nicht mehr so sehr visuell auf die angezeigte Schlagrichtung achten – denn man macht es automatisch richtig.

Bei den Community-Songs muss das natürlich nicht zutreffen. Es kommt darauf an, wie viel Mühe sich derjenige gemacht hat. Ich habe auch schon ein paar Songs gesehen, wo der Rhythmus einfach nicht gut passt – dann macht es auch nicht so viel Spaß.

Warum Lichtschwerter?

Die Lichtschwerter wecken auf den ersten Blick Star Wars-Assoziationen. In einem Interview mit den Programmierern habe ich gelesen, dass das nicht wirklich die Intention ist (alleine auch aus rechtlichen Gründen). Eigentlich hatten sie ursprünglich normale Schwerter verwendet. Das Problem mit normalen Schwertern ist aber, dass sie eine Schneide und eine flache Seite haben – um damit etwas zu zerschlagen, muss man zusätzlich zur richtigen Richtung auch den richtigen Winkel anlegen. Ein Laserschwert hat keine flachen Seiten – der Winkel ist egal :D Sie hätten alternativ also auch Schlagstöcke verwenden können – aber Lichtschwerter sind einfach unschlagbar cool!

Laser-Action mit Beat Saber
Laser-Action mit Beat Saber

Beat Saber – Ein „System Seller“?

Ich habe gelesen, dass Beat Saber die Chance hat, System Seller zu werden: Das heißt, dass sich Leute extra eine VR-Brille holen, um das Spiel spielen zu können. Finde ich etwas übertrieben, ich würde nicht um die 400 € ausgeben, um ein 20 €-Spiel zu spielen … Aber falls du sowieso eine VR-Brille hast, dann hol dir Beat Saber! Beziehungsweise, wenn du überlegst, dir eine VR-Brille zuzulegen, dann könnte Beat Saber evtl. das Argument sein, das dich auf „Jetzt bestellen“ klicken lässt.

Das Spiel hat einfach das Potential, dich immer wieder die Brille aufsetzen zu lassen. Neue Songs hören und meistern, dich im Takt der Musik bewegen – das schaffen andere Spiele glaube ich nicht in der Form. Egal, welche Tanzmatte oder welches Wii-Schlagzeug du hast – es ist was ganz anderes, wenn dir die Musik direkt in die Ohren dröhnt und du vorne, oben, unten und seitlich von dir auf Würfel schlägst. Da ist dein ganzer Einsatz gefragt!

Selbst die 10 derzeit mitgelieferten Songs motivieren zumindest einige Zeit, alle Modi auf „Rank A“ zu schaffen. Aber es sind die zusätzlich verfügbaren Songs der Community, die schließlich einen endlosen Quell an weiteren Möglichkeiten bieten!

Zusammenfassung
Review-Datum
Beschriebenes Produkt
VR-Spiel Beat Saber
Bewertung
51star1star1star1star1star
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4 Kommentare

  1. Texx

    Also sieht echt witzig aus, Guitar Hero hab ich auch immer gerne gespielt damals, wenn auch nur auf dem Schlagzeug, auf der Gitarre hab ich das nicht hinbekommen, Musik ist wirklich passend

    1. Ravana

      Ach was, hast du? :D Wusste ich gar nicht! Wir haben das ein paar mal mit Bommel & Ray gezockt, die haben auch Gitarren und ein Schlagzeug. Das Schlagzeug hat aber nur mit harten Lags reagiert und ich hab es leider nicht mal angetestet. Die Gitarren fand ich dann nicht sooo spannend..

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