Tipps für das Aufbaustrategiespiel Frostpunk

Das Survival-Aufbaustrategiespiel Frostpunk ist komplexer als zunächst angenommen. Deswegen habe ich ein paar Tipps gesammelt, die hoffentlich auch dir helfen, die Eiszeit zu überstehen und deine Menschen durch den Sturm zu bringen.

Tipps für Frostpunk

Allgemeine Tipps für Frostpunk

Beim zweiten Durchspielen des Hauptszenarios lief es bei mir übrigens deutlich weniger glatt als beim ersten Mal, und das, obwohl ich es eigentlich (noch) besser machen wollte. Das zeigt, dass auch kleinste Änderungen im Ablauf schwerwiegende Auswirkungen auf den Spielverlauf haben können.

Forschung vorantreiben

Am Anfang baust du recht schnell deine erste Werkstatt, mit der du Technologien erforschen kannst. Du solltest nach und nach drei weitere Werkstätten bauen. Mit vier voll besetzten Werkstätten treibst du deine Forschung am schnellsten voran. Damit kannst du dich frühzeitig für künftige Kälteperioden vorbereiten und vermeidest auch Rohstoffengpässe.

Prioritäten der Ressourcen

Frostpunk ist ein Spiel, bei dem Ressourcen allgemein eher knapp gehalten werden. Irgendwas fehlt fast immer. Deswegen hier eine Prioritätenliste für die Rohstoffe, damit du besser vorplanen kannst.

  1. Kohle hat höchste Priorität – lieber (viel) zuviel als zu wenig. Frierende Menschen werden schnell krank, das verstopft deine Sanitätsstationen, die Heilung dauert ziemlich lang, und Kranke können nicht arbeiten. Dazu kommen die Beschwerden, die dich Hoffnung kosten, wenn du nicht auf deine Bürger zugehst
  2. Holz ist die zweite Priorität, auch wegen Holzkohlemeilern, die Holz in Kohle umwandeln können. Bevor du Mauerbohrer baust, ist es aber sinnvoll, erst oder zumindest auch erst mit Sägewerken die vereisten Stämme im Talkessel wegzusammeln, auch um Platz zu schaffen.
  3. Stahl solltest du immer auf Vorrat haben. Stahl brauchst du für den Bau von fortgeschrittenen Gebäuden. Vor allem im späteren Spielverlauf geht es ohne Stahl nicht, aber insgesamt brauchst du nicht so viel Stahl wie Holz. Zudem wird Stahl auch langsamer abgebaut. Stahlwerke der zweiten Ausbaustufe reichen aber gut aus
  4. Rohnahrung und Essensrationen – deine Leute können problemlos mal 1-2 Tage hungern. Danach bekommen sie den Status „am Verhungern“ und natürlich gibt es auch Beschwerden. Trotzdem lähmt dich fehlende Kohle und fehlendes Holz mehr als fehlendes Essen. Übrigens reicht ein Speisehaus zur Umwandlung von Rohnahrung in Essensrationen.
Dampfzentren in Frostpunk
Die Power der Kohlekraft :D

Fähigkeiten aus den Gesetzen

Gelegentlich kannst du Gesetze erlassen, durch die bestimmte Fähigkeiten ermöglicht werden. Zum Beispiel Extra-Suppenrationen, damit Kranke in Sanitätsstationen schneller genesen. Oder Wachstationen-Patrouillen (Ordnung-Gesetzbuch) bzw. Predigten (Glaube), wodurch die Hoffnung wieder ansteigt.

Ich dachte am Anfang, das wären passive Fähigkeiten, die immer bzw. automatisch aktiv sind. Dass eben allgemein Suppen ausgegeben werden und Patrouillen immer herumlaufen. Dem ist aber nicht so!

Es sind Spezialfähigkeiten mit Abklingzeit. Das bedeutet: Du musst sie manuell im zugehörigen Gebäude aktivieren. Danach kannst du sie eine gewisse Zeit nicht nutzen („Abklingzeit“) und musst sie danach wieder manuell aktivieren.

Sonderfähigkeit in Frostpunk
Die Fähigkeit „Patrouille“ musst du manuell einsetzen

Gebäude-Upgrades

Hast du ein Gebäude-Upgrade erforscht, z.B. Baracken, dann kannst du das Upgrade direkt auf die ältere Version setzen. So musst du für die Baracke nicht einen neuen Standort suchen, sondern kannst sie direkt auf ein vorhandenes Zelt setzen. Genauso auch bei Sägewerken und deren Upgrades, etc.

Aber Achtung: Die Bewohner des Gebäudes sind während der Bauzeit obdachlos. Du solltest den Bau also nicht um 1 Uhr nachts befehlen, weil die Bewohner dann die Nacht auf der Straße verbringen müssen :D

Tipps für Rohstoffe und Arbeiter

Bleibe flexibel mit der Rohstoffproduktion! Schicke deine Arbeiter auch mal vom Stahlstapel zum Holzstapel und umgekehrt. Es bringt nichts, wenn deine Lager voll mit Stahl sind, aber es fehlt dir dauernd am Holz. Oder umgekehrt. Du solltest immer auf die Anforderungen reagieren und wenn möglich eine Balance halten.

In der Wirtschaftsansicht kannst du sehen, wie groß dein Verbrauch von Rohstoffen ist und wieviel du pro Tag einnimmst.

Arbeiter einsparen

Im Verlauf des Spiels gibt es immer wieder Phasen, in denen du zu wenige Arbeiter hast und Arbeitsplätze unbesetzt bleiben. Das ist natürlich schlecht. Hier ein paar Ideen, wie du an Arbeiter kommst.

Automatone

Den ersten Automaton bekommst du schon nach den ersten Spieltagen. Diese Roboter sind extrem nützlich und ersetzen jeweils 10 Arbeiter. Zwar sind sie anfangs nicht so effizient, aber das gleichen sie durch ihre 24-Stunden-Schichten aus und du kannst ihre Effizienz durch Forschungen steigern.

Automaton
Ein Automaton ersetzt 10 Arbeiter

Forschung „Jagdtaktiken“

Jägerhäuser sind jeweils mit 10 Arbeitern besetzt. Du wirst im Verlauf des Spiels einige davon bauen, so dass die Jagdhäuser ziemlich viele Arbeiter binden. Mit der Forschung „Jagdtaktiken“ unter Nahrung/Gesundheit/Unterkunft halbierst du den Arbeiterbedarf in Jagdhäusern. Statt 10 Jäger werden nun nur noch 5 pro Hütte benötigt, und die Jäger bringen trotzdem gleich viel Rohnahrung mit. So kannst du auf einen Schlag 20-30 Arbeitslose bekommen!

Sanitätsstationen nicht besetzen

Das klappt nicht immer, aber es kann vorkommen: Wenn du nur wenige Kranke hast, dann brauchst du ja keine vollbesetzten Sanitätsstationen. Du kannst also die Arbeiter dort dem Bedarf anpassen und nur so viele Sanitätsstationen besetzen, wie du auch Kranke hast. Die anderen Arbeiter kannst du unterdessen woanders verwenden.

Kinderarbeit & Flüchtlinge

Das erklärt sich eigentlich von selbst. Erfreulicherweise bin ich bisher ohne Kinderarbeit ausgekommen, aber es ist natürlich eine Option, eben die Kinder einzusetzen, statt sie in Kinderheime zu stecken.

Gleiches bei den Flüchtlingen. Die treffen zwar häufig krank ein und du musst ihnen Unterkünfte bauen – aber statt sie abzuweisen, kannst du das Problem auch meistern. Wenn sie erstmal geheilt sind, hast du viele neue helfende Hände.

Automatone in die Kälte schicken

Automatone frieren nicht und arbeiten gern 24 Stunden am Stück. Damit sind sie prädestiniert, dort eingesetzt zu werden, wo Menschen nicht arbeiten sollten. Und das ist meistens in abgelegenen Minen und Sägewerken der Fall. Auomatone machen auch -70° C oder weniger nichts aus. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du brauchst diese am Rand des Talkessels liegenden Gebäude nicht aufwändig und teuer aufheizen.

Ein Automaton reicht daher auch nicht. In Fabriken kannst du diese Roboter selbst bauen, mit 5-6 davon solltest du die kritischen, eiskalten Gebäude gut besetzen können.

Tipp: Automatone müssen sich zweimal am Tag am Generator oder einem Dampfzentrum aufladen. Du solltest deswegen dafür sorgen, dass ein Dampfzentrum nicht allzu weit weg ist. Das spart dem Automaton Zeit.

Automatone in den Minen
Hier am Rand arbeiten mehrere Automatone in eisiger Kälte

Baue Kohlegeneratoren!

Wenn die Kohlehaufen im Talkessel zur Neige gehen, solltest du auf alternative Methoden zur Kohlegewinnung umsatteln. Der Kohlegenerator bietet sich dazu an. Er fördert mit Wasserdruck Kohle aus dem Untergrund. Deswegen kannst du den Kohlegenerator an beliebigen Orten errichten und die geförderte Kohle geht auch nicht zur Neige.

Aber Achtung! Es reicht nicht aus, das Gebäude nur einfach zu bauen und in Betrieb zu nehmen. Zwar beginnt es dann gleich, wild Kohle in die Luft zu schleudern – aber: Sie landet nicht in deinem zentralen Lager, sondern wird genau wie die anfänglichen Kohlehaufen einfach aufgeschichtet. Du musst also entweder Arbeiter oder einen Automaton hinschicken, die die Kohle einsammeln, oder ein Sammellager in Reichweite aufbauen (oder beides). Beachtest du das, dann hast du mit dem Kohlegenerator einen zuverlässigen Kohlenachschub.

Sammelst du die generierte Kohle nicht ein, schaltet sich der Kohlegenerator ab, wenn sein internes Lager voll ist.

Kohlegenerator
Hier siehst du die Kohlestapel neben einem Kohlegenerator

Nutze deine Späher!

Im mittleren Spielverlauf sind deine Späher ziemlich viel unterwegs. Sie sammeln weitab von deiner Stadt Ressourcen ein und bringen auch Flüchtlinge mit. Du solltest ein zweites Späherteam (Forschung: „Mehr Späher“ unter Erkundung & Industrie) einsetzen und außerdem auch „Leichtere Späherschlitten“ erforschen, damit sie schneller unterwegs sind.

Späher-Forschungen
Die beiden wichtigen Späher-Forschungen (rechts)

Die mitgebrachten Ressourcen sind nämlich wirklich nicht zu unterschätzen. Mal eben 100-200 Stahl oder Essen mehr kann einen deutlichen Unterschied machen!

Rohstofflager

Mit Rohstofflagern kannst du deine Lagerkapazität vergrößern. Diese Gebäude stehen von Anfang an bereit. Sie sind günstig zu bauen, benötigen keine Arbeiter und daher auch keine Heizung. Es ist außerdem völlig egal, wo du die Rohstofflager aufbaust, da sie einfach nur da sein müssen. Deswegen kannst du sie problemlos am Rand des Talkessels errichten und musst dir keine Sorgen machen, dass irgendwelche Arbeiter krank werden.

Tipps für Temperatur und Gebäudeeffizienz

Baue in deiner Siedlung am besten getrennte Wohn- und Arbeitsviertel. So kannst du diese effektiver beheizen und mit weiteren Gebäuden „bespielen“. Wohnhäuser müssen eigentlich nur nachts beheizt sein, da die Bewohner tagsüber im Idealfall außer Haus arbeiten. Deswegen kannst du tagsüber Dampfzentren in der Nähe ausschalten. Umgekehrt müssen Arbeitsgebäude nur tagsüber beheizt sein.

Außerdem gibt es mehrere Gebäude, die sich positiv auf Wohnungen im Einflussgebiet auswirken, z.B. Kampfarenen, Wachtürme, Kinderheime. Da ist es natürlich sinnvoll, mit einem dieser Gebäude möglichst viele Wohnungen abzudecken.

Der Sturm ist da!
Der lange angekündigte Sturm ist da! Jetzt zählt es und es stellt sich heraus, ob deine Vorbereitungen ausreichen

Den Sturm überleben

Der Sturm am Ende des Hauptszenarios ist eine schwere Herausforderung, selbst bei allerbesten Voraussetzungen (ich hatte hohe Hoffnung, keine Unzufriedenheit, über 5000 Kohle im Lager, leere Krankenstationen).

Zum einen solltest du für volle Ressourcenlager sorgen. Für den Sturm ist die Ressourcenprioritätenliste oben also sehr wichtig. Allerdings – wenn ich sage, Essen ist nicht so wichtig wie Kohle, heißt das nicht, du brauchst kein Essen einlagern. Die Quest sagt dir, du solltest Essen für fünf Tage einlagern, bei mir waren das über 3700 Rationen. Soviel habe ich nicht zusammenbekommen, vielleicht eher zwei Drittel davon. Trotzdem gab es keine Hungertoten. Die wenigen Toten in den letzten Stunden des Sturms sind letztlich auf die Kälte zurückzuführen gewesen.

Lagere einfach bis zum Beginn des Sturms soviel Rohnahrung ein wie möglich. Danach kannst du deine Treibhäuser und Jagdhütten abreißen, da sie sowieso nutzlos sind. Im Sturm musst du mit dem leben, was du schon hast. Durch den Abriss bekommst du die investierten Dampfkerne zurück und kannst sie z.B. in Mauerbohrer investieren, um deinen Holzvorrat und damit auch deinen Kohlevorrat zu verbessern.

Zum anderen solltest du viel Forschungszeit in die Heizung investiert haben. Vor dem Sturm hast du ausreichend Tage Zeit, wichtige Forschungen abzuschließen. Du solltest den Generator und Heizungen voll durchskillen. Es geht auch ohne alle vier Generatorstufen (*hust* Pierre *hust*) – aber dein Ziel sollte sein, möglichst viele Menschen durchzubringen. Dafür musst du den Generator bis zum Anschlag aufheizen, und zwar möglichst lange. Und damit wären wir wieder bei der Kohle :D

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir, deine Siedlung in Frostpunk über die eiskalten Tage zu bringen :D

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