Zelda | Breath of the Wild und A Link to the Past

Endlich habe ich Breath of the Wild, den neuesten Teil der Legend of Zelda-Reihe, durchgespielt. Während ich mein Review zu Breath of the Wild nochmal überarbeitet habe, sind mir doch viele Gemeinsamkeiten mit einem älteren Spiel der Reihe aufgefallen: A Link to the Past aus dem Jahre 1993. Dafür hatte ich mir damals den Spieleberater gekauft, damit ich mein Lieblingsspiel auch dann bei mir hatte, wenn keine Konsole da war :D Den Spieleberater habe ich nun nochmal rausgekramt und ein paar Sachen eingescannt.

Natürlich haben sich die Designer auch an Elementen späterer Spiele bedient, so sind z.B. die Laser-Statuen auch in Ocarina of Time aufgetaucht. Außerdem hat dieser Artikel hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit. A Link to the Past war mein erstes Spiel aus der Zelda-Reihe und ich glaube, ich könnte es noch im Schlaf durchspielen. Daher fällt mir hierzu besonders viel ein. Ocarina of Time ist in vielen Dingen von A Link to the Past abgewichen, das zeigt sich schon an der Karte, und Twilight Princess folgt eher Ocarina of Time. Wind Waker kann man nicht wirklich vergleichen und Skyward Sward habe ich beschämenderweise nicht durchgespielt (>_<).

Breath of the Wild und A Link to the Past Spielecover
Breath of the Wild und A Link to the Past (Spieleberater-Cover)

Hyrule ist in Breath of the Wild sehr groß und die Gegenden sehr vielfältig. Immer wieder kam in mir das Gefühl auf, dass das Hyrule aus Breath of the Wild genau das Hyrule ist, das die japanischen Designer vor Augen hatten, als sie an A Link to the Past arbeiteten. Ein Land voller Rätsel, voll merkwürdiger Felsformationen, voller Hügel, Wälder, Labyrinthe und versteckter Geheimnisse.

„Eine Stimme in der Dunkelheit“

Ist es dir auch aufgefallen? Die ersten Spielminuten von A Link to the Past und Breath of the Wild ähneln sich deutlich. In A Link to the Past wacht Link nachts auf und hört..

Eine Stimme in der Dunkelheit. Plötzlich schreckte Link auf, war da nicht ein Flüstern, oder träumte er? Nein, das Flüstern war da, war Wirklichkeit. Die Stimme wurde nun deutlicher, vertrauter. Es war die Stimme von Zelda, der Königstochter. Doch die Stimme klang verzweifelt, denn die Prinzessin wurde von dem bösen Hexenmeister Aghanim entführt und wartet nun in den Kerkern auf ein ungewisses Schicksal.
– Aus dem Spielebegleiter

„Hilfe…
Bitte hilf mir…
Ich bin es, Zelda…“
– Zeldas Flüstern in A Link to the Past

In Breath of the Wild ist es nicht Nacht und Link schläft keinen normalen Schlaf. Dennoch: Link erwacht aus dem Schlaf und hört kurz darauf Zeldas verzweifelte Stimme aus dem Schloss von Hyrule, wo sie seit 100 Jahren die Verheerung Ganon in Schach hält. Doch ihre Kräfte lassen jetzt nach und sie braucht Links Hilfe.

Aus einer Prinzessin, die in verschiedenen Spielen immer wieder nur Entführungsopfer gewesen ist, ist nun die Retterin Hyrules geworden, die während Links Mittagsschlaf die Welt vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Hyrule – Now and then

Hyrule ist das Land, in dem die Zelda-Reihe ihren Ursprung hat. Schon seit dem ersten Spiel, „The Legend of Zelda“ aus 1986, ist Hyrule ein Land voller Rätsel und Mythen, das erkundet werden will. Oben links siehst du ein Artwork zu diesem ersten Zelda-Spiel. Wälder, Felsen, in der Ferne ein Fluss und viele Berge – das ist es, was sich die Spieledesigner vor über 30 Jahren zu Hyrule vorstellten. Und genau diese Idee haben sie nun endlich wieder aufgegriffen: Rechts (Mobilnutzer bitte einfach auf dem Bild nach links wischen!) die Aussicht in Breath of the Wild, als Link aus seinem Schlaf erwacht und aus seiner Höhle tritt. Als Artwork dient dieses Motiv ja auch als Titelbild für das gesamte Spiel. Die Ähnlichkeit beider Bilder ist nicht zu übersehen! Danke an den ewigen Fan (siehe Kommentar unten), der mich leider darauf hinweisen musste :-) Nein, The Legend of Zelda ist nicht A Link to the Past, aber diese beiden Spiele ähneln einander sehr, so dass ich mir erlaube, das Artwork trotzdem mit in den Topf zu werfen.

In diesem Unterkapitel packe ich mir die Hyrule-Karte aus A Link to the Past und vergleiche sie mit der aus Breath of the Wild. Es ergeben sich dabei nämlich ziemlich viele Ähnlichkeiten!

In beiden Spielen reiht sich eine Landmarke fast schon wuselig an die nächste. Wer beide Spiele kennt, wird viele Ähnlichkeiten feststellen:

  • für Kakariko hat man etwa auf die in Link to the Past auf Stufen liegenden Häuser zurückgegriffen,
  • es gibt lange Brücken, die gleichsam über das Nichts führen,
  • das Startgebiet liegt wieder auf einem Plateau (in Link to the Past passt zwar nur ein Haus mit Garten auf dieses Plateau, aber es ist vergleichbar!)
  • mehrere Bergketten, die den direkten Weg unmöglich machen
  • es gibt einen Brillenfelsen! Er befindet sich allerdings woanders als in Link to the Past
  • Schluchten, Steinkreise, mehrere Flüsse und Seen, Labyrinthe
  • riesige Skelette von Urviechern, unter denen man durchlaufen kann

Breath of the Wild-Hyrule basiert auf A Link to the Past-Hyrule

An der Lage der Regionen sieht man das Vorbild von Breath of the Wild: Die Karte basiert im Wesentlichen auf dem Hyrule von A Link to the Past. Zentral gelegen das Schloss, der Todesberg weit im Nordosten, westlich davon die Verlorenen Wälder. Im Südwesten befindet sich die Wüste, direkt im Süden liegen Sümpfe. Der Hylia-See ist allerdings leicht verrutscht, er ist nicht so groß wie in allen vorigen Spielen. Und auch Kakariko befindet sich völlig woanders. Dafür finden sich die Zora, wie aus Link to the Past bekannt, wieder im Nordosten am Fuße des Todesbergs, und die Stadt der Zora ist ebenfalls nur beschwerlich zu erreichen.

Ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, das mal auf die beiden Maps zu übertragen :D

Regionen und Landmarken von A Link to the Past im Vergleich zu Breath of the Wild
Regionen und Landmarken von A Link to the Past im Vergleich zu Breath of the Wild

Insgesamt ist in Breath of the Wild alles viel weitläufiger. Während auf der Karte von A Link to the Past sogar einzelne Bäume und Häuser verzeichnet sind, müssen wir uns in Breath of the Wild mit Ortsmarkierungen begnügen. Es kamen auch neue Regionen dazu, manche davon kennen wir schon aus Twilight Princess.

Ocarina of Time ist viel aufgeräumter

In Ocarina of Time dagegen befindet sich in der Mitte der Karte zentral die Hylianische Steppe (engl. Hyrule Fields), und darum herum angesiedelt befinden sich die verschiedenen Regionen und auch das Schloss von Hyrule. Die Steppe ist der Dreh- und Angelpunkt, der kaum umgangen werden kann, wenn man von einer Region in die andere wechselt. Im Vergleich zu A Link to the Past und Breath of the Wild ist das Hyrule aus Ocarina of Time sehr aufgeräumt. Twilight Princess schließt in dieser Hinsicht mehr an Ocarina of Time an.

Hyrule in Ocarina of Time
Hyrule in Ocarina of Time (aus dem Begleitheft zum Spiel)

Die Hyrule Fields gibt es auch in Breath of the Wild, sie heißen hier allerdings „Ebene von Hyrule“ und ist bei weitem keine so zentrale und wichtige Landschaft wie in Ocarina of Time und Twilight Princess.

Laser-Statuen

In A Link to the Past gab es sich drehende Laser-Statuen. Wenn sie Link entdecken, schießen sie einen Laser auf ihn, der viel Schaden anrichtet. Auch in Ocarina of Time gab es solche Statuen.

Richtig mies wurden sie nun in Breath of the Wild. Wenn diese Teile, hier Wächter genannt, Link ausgemacht haben, dann lädt sich der Laser auf und Link sollte besser in Deckung gehen. Ihr seht das in einer Szene meines Breath of the Wild-Gameplay-Videos sehr gut :D Trifft der Schuss, wird Link brennend zu Boden geworfen. Bis er sich wieder aufgerappelt hat, kommt schon fast der nächste Schuss. Wird er von mehreren Wächtern anvisiert, dann sollte er besser schnell rennen (im Zickzack! ^^).

Vor allem in den Hyrule Fields gibt es besonders viele dieser Wächter, manche davon auch beweglich. Und sie alle haben eine verdammt hohe Reichweite!

Die (Verlorenen) Wälder und das Masterschwert

In den Verlorenen Wäldern befindet sich in A Link to the Past das Masterschwert. Wälder spielen in allen Zelda-Spielen eine wichtige Rolle. Man kann sich hier verlaufen, oft liegt Nebel zwischen den Bäumen und die Stimmung ist irgendwie ganz besonders mythisch. Auch in Twilight Princess und Breath of the Wild bekommen wir das Masterschwert im Wald (Heiliger Hain bzw. Wälder von Hyrule). In Ocarina of Time müssen wir für das Schwert allerdings die Zitadelle der Zeit suchen.

Zum Fundort des Masterschwerts haben sich die Designer wohl nochmal ein altes Artwork aus A Link to the Past angeschaut. Die Stimmung in der Lichtung in Breath of the Wild entspricht fast exakt der aus dem rund 25 Jahre alten Artwork <3

Brücken in den Wolken

In A Link to the Past gibt es im äußersten Norden auf dem Todesberg Brücken, die in großer Höhe quasi über die Wolken führen. Das ist schon auf der Karte zu erkennen (siehe oben), besonders gut aber natürlich im Spiel.

Wie könnte man sowas in einem 3D-Spiel umsetzen? Ich kann mich nicht erinnern, dass es solche Brücken in Ocarina of Time oder Twilight Princess gegeben hätte. In Breath of the Wild finden wir allerdings wieder ein Äquivalent, das dicht genug dran ist :D

Prinzessin Zelda und Link

Zelda spielt im Verlauf der Spiele unterschiedliche Rollen, aber sie hat immer eine wichtige Verbindung zu Link. Während sie in A Link to the Past noch in weiß-blauen Kleidern auftritt, trägt sie in Ocarina of Time (siehe oben im Bild mit der Karte des Spiels) statt blau eher violett, weiß und gold. Das setzt sich auch in Twilight Princess fort (hier mag ich Zelda übrigens am Liebsten!).

Jetzt, in Breath of the Wild, trägt Zelda wieder blau-weiß mit gelb/gold.

Links Kleidung fällt mit Breath of the Wild wirklich aus der Rolle. Statt grünem Strampelanzug mit Zipfelmütze trägt er nun je nach Situation und Geschmack ganz unterschiedliche Rüstungen. Hier ist Nintendo deutlich von den altbekannten Mustern abgewichen, indem Link mehr anzuziehen bekommt, als nur eine Standardrüstung, eine für Hitze und eine für Kälte.

Mit seiner Frisur kehrt Link aber wieder zu seinen Ursprüngen in The Legend of Zelda, Zelda 2 und A Link to the Past zurück: Er hat wieder sehr verwuschelte Haare und lange Koteletten (wenn man das so bezeichnen kann) :D

Das Muster seiner Stulpen kennt man übrigens bereits aus Ocarina of Time, hier trägt Ganondorf ein ganz ähnliches Muster:

Ganondorf Ocarina of Time
Artwork von Ganondorf aus Ocarina of Time (Quelle)

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4 Kommentare

  1. Ewiger Fan

    Derartige Artikel hoffte ich öfter im Netz zu finden. Der Wunsch BOTW zu spielen ist schon recht groß, gerade aus dem Grunde, als damals (1992) ALTTP gerade frisch erschienen ins Haus flatterte, wurde dieses Spiel ein sehr wichtiger Teil meiner Kindheit. Aufgewachsen mit der ruhigen Atmosphäre alter Fantasy- und Märchenfilme ua. wurde das Spiel, begleitet von ein oder zwei Comics und der, heute leider völlig negativ-hysterisch beäugten, damals selten gezeigten Zeichentrickserie (zumindest am Rande!) der persönliche Wegweiser der eigenen Vorstellungskraft. Ob schlichtes Unterhaltungsprodukt oder nicht, ist gleich, in dieses Spiel flossen Herzblut und Kreativität seiner Macher. Es hat meine ganze Fantasie bestimmt, gerade weil die minimalistische Darstellung einem auch entsprechend Freiraum zur Imagination ließ, etwas, das mir (ganz persönlich gesprochen) mit 3D bzw. den späteren Teilen der Zelda-Reihe verloren ging. Man bewegt sich da auf dünnem Eis (macht sich unbeliebt), denn Anime/Manga wurde in den 90ern zur heiligen Kuh, worauf ich hinaus will, bis auf die promotion/concept art von ALTTP und Link’s Awakening, war dieser Stil nicht der visuelle Taktgeber. Das hat sich später leider geändert. Obwohl mir der Gedanke natürlich gefiel, durch ein 3D Hyrule [hy:ru:le] ;) zu laufen, Wind Waker habe ich schon nicht mehr gespielt. Auch, weil nach dem N64 eine weitere Konsole zu viel Luxus bedeutete – bis dann „wieder“ eine neue Konsole erschien, die Wii (Twilight Princess) nur um – mittlerweile ganz vom Ball ab in zu vielen Interessengefilden verloren – von der Wii U zu lesen, und jetzt, endlich, Breath of the Wild, na super, die Switch – uff! Aber wie gesagt, Breath of the Wild lässt sich bei Youtube deshalb so gerne anschauen, weil es den Flair alter Zelda-Spiele birgt. Btw. komme mir allmählich vor wie aus einer anderen Welt, weil mir Spoiler niemals nie etwas gemacht haben, im Gegenteil, sie steigern den Reiz, das Selber-erleben bleibt spannend.

    Ist reine Fanfiction, also nicht, dass ich’s übertreibe. Beispielsweise existiert keine Timeline. Für mich war ALTTP damals nur eine „Neuaufmachung“ der ersten beiden Spiele der NES Konsole für die neue SNES Konsole. Der Plot, auch wenn er vielen zu eintönig, einfach erscheint, war einfach solide und stimmig, er besaß einen mythischen Charakter, was dann später alles hinzukam und für jeweiliges Gameplay uminterpretiert wurde … ich hör schon auf zu nörgeln.

    – Die Wächter, wie du sie aufgeführt hast, sind mir beim ersten Schauen auch ins Auge gesprungen.

    – Weitere wären Hinox (Kyklopen der Schattenwelt), Octorocs, Stalfos. Mold-orm > Mold-uga

    – Selbst wenn der Schildkrötenfels in der Lichtwelt so nicht existiert, insgeheim stand er bereits in ALTTP für eine vulkanisch aktive Gegend, darum könnte man den Todesberg dort verorten.

    -Die westliche Hälfte des Todesberges in ALTTP hingegen könnte man mit den Hebra Bergen verbinden, etymologisch mag Hebra auch direkt auf Hera’s Turm deuten ^^

    – In einem Comic zum Spiel selbst (den ich selber erst etliche Jahre später über das Internet sehen konnte, die erwähnten Comics oben waren die Valiant Comics) tritt eine Figur in Erscheinung die sich in der Schattenwelt zu einem humanoiden Vogel verwandelt – bei den Rito musste ich daran denken.

    – Obwohl das in allen Spielen mehr oder weniger präsent ist, ganz für sich gesehen, unabhängig von aberwitzigen Reinkarnationen der Titelfiguren, betrachtet man es vom festen Standpunkt von ALTTP aus, und jenseits vom simplen Gedanken „Spielprinz“, ist es schon sehr auffällig, auf welch alten, mysteriösen Kulturen diese vielen verlassenen Tempelbauten in diesem relativ kleinen Land zurückgehen mögen. Das heißt, hier könnte man eine leise Parallele zu den vorzeitlichen Maschinen in BOTW ziehen. Denn es hat schon was in BOTW, diese alte Technologie erscheint nicht hypermodern „deplatziert“ in dieser archaischen Fantasywelt, sondern existiert inform alter, grob mechanischer Artefakte fort (Steampunk).

    -Der Blick über das Plateau gen Zwillingsberge (Dueling Peaks) ist sogar ein nachempfundenes Stück Vergangenheit. Eines der damaligen promotion Bilder wurde dabei als Inspiration hergenommen – siehe Bild: https://tctechcrunch2011.files.wordpress.com/2017/03/zelda.jpg?w=1279&h=727&crop=1

    – Zu guter Letzt: Nichts stört mehr, als dieses ständigen Kommentare im Netz bezüglich Zeldas Synchronisation (ich finde ihre englische Stimme sogar ziemlich gut, sie besitzt eine weise, eine markante Reife). Ebenso dieses völlige ga ga Geschwafel über „thicc Zelda“ – Worauf ich bei ihrer Erscheinung hinaus will: Fast 30 Jahre nach der TV Serie und den Valiant Comics bekommt Zelda, wenn auch nicht ganz so charakterlich greifbar / abenteuerlich / eigen, in den Spielen endlich etwas mehr „Persönlichkeit“, jenseits von einer hilflosen, passiven Figur die nur immer starr und halbmythisch in Erscheinung tritt. Was noch stört, ist die befremdliche, auf zu ernstem Codex basierende, hölzerne Halb-Vertrautheit zwischen Link und Zelda in BOTW, worin das Ende des Spiels doch beweist, dass der Weg allein das lohnende Ziel ist. Aber das mag jeder selbst einschätzen.

    Abschließend, das eigene Wunschkonzert nach Breath of the Wild: Eine Neuaufmachung von ALTTP, dabei die gleiche Größe der Welt, etwas mehr an die Geographie von ALTTP angepasst, allerdings dynamischer, nicht so starr quadratisch 3 mal 3 Regionen, mit evtl. Erweiterung + 3 oder 4 dungeons in der Lichtwelt + die Weltgröße mal zwei mit der Schattenwelt und weiteren 8 bzw. 9 dunegeons. Kakariko weniger fernöstlich, mehr wie ein idyllisches Dorf das es damals war (wie auch die Burgstadt mehr antik/mittelalterlich). Meinetwegen mehr back to the roots und die Goronen und Gerudo umentwerfen (irgendetwas nervt an denen) Und zur Abrundung die Grafik nochmal einen kleinen Ticken realistischer, tiefer, weniger cel-shade – ok, genug Extrawünsche :)

    1. Ravana

      Hallo ewiger Fan von Hy-ru-le :-) Bei der Aussprache stimme ich dir 100%ig zu! Hy-ru-le ist für mich ein sagenumwobenes, märchenhaftes Land voller Legenden und das Wort Hy-ru-le versetzt mich umgehend zurück in meine Teenager-Träumereien von ALttP. „Hai-rul“ dagegen klingt kommerziell, modern und einfach völlig unangemessen – auch wenn das wohl die richtige Aussprache ist. Da protestiere ich vehement, und immer, wenn in BotW jemand Hai-rul sagte (dank Dialogvertonung kam das öfter vor), ist mit Sicherheit irgendwo irgendwas Niedliches gestorben :-(
      Danke für deinen langen und sehr interessanten Kommentar! Er zeigt, wie unvollständig mein Beitrag noch ist.. Insbesondere das Artwork aus „Legend of Zelda“, das du verlinkt hast, hat mich aber umgehauen. Natürlich kenne ich das Bild, es liegt seit bestimmt 15 Jahren auf meiner Festplatte in meinem Zelda-Bilder-Sammelordner :D Ich ärgere mich schwarz darüber, dass mir nicht selbst aufgefallen ist, dass das BotW-Titelbild exakt genau dieses Motiv wiedergibt! Unterstreicht aber meine Vermutung, dass sie schon damals vor 30 Jahren genau dieses mythische Land voller Flüsse und Berge, wartend auf Erkundung, vor Augen hatten und jetzt mit BotW endlich realisiert haben <3 Ich habe mir erlaubt, das oben im Beitrag nun noch einzusetzen.
      Ansonsten schließe ich mich gern deiner Wunschvorstellung eines nächsten Zeldaspiels an: Eine Art A Link to the Past mit seinen Rätseln, Palästen und Legenden (BotW war mir oft genug doch zu oberflächlich: Waffen zu vergänglich, zu wenige Legenden, völlig irrelevante Belohnungen für gelöste Schreine/Rätsel (in A Link to the Past gab es dafür sowas wie einen Eisstab oder einen besseren Bumerang!), außer dem Entdeckersinn zu wenig Sinne angesprochen) im wunderschönen Hyrule von Breath of the Wild. Es müsste auch nicht mal eine direkte 1:1-Umsetzung von ALttP sein, das wäre vielleicht auch zu langweilig – aber durchaus eine deutliche Angleichung.

      1. Ewiger Fan

        Da waren noch Kleinigkeiten, die wollte ich aber nicht mehr reinpacken, weil ich dir einen nicht noch größeren Kommentar um die Ohren hauten wollte.

        -Neben den Hinoxe, Hirnochsen (ähm Hinox im Plural) habe ich Lynel (Kentauren) ganz vergessen. Dieser Gegner ist in ALTTP tatsächlich nur an einer Stelle aufzufinden (Todesberg, Schattenwelt). Wie auch Moblin, Stalfos, Octoroc entstammt Lynel in ALTTP seinerseits aus den ersten beiden Spielen, darum seien diese Figuren im Vergleich ALTTPBOTW lediglich erwähnt.

        – Wenn ich an das Sumpfland/Faron denke, fällt auch auf, dass der immer gleiche Schreineingang in BOTW „vage“ an den Sumpftempel der Schattenwelt in ALTTP bzw. seinem Pendant in der Lichtwelt erinnert.

        Was mir in BOTW sehr unbequem ins Auge fällt: Man hat das Gefühl, man erarbeitet sich Fähigkeiten, rüstet sich aus, sammelt Herzen und Ausdauer. Man „bereitet sich vor“ – nur dass das alles ins „Leere“ verläuft, denn da kommt nichts, das den Grad an mehr Items und besserer Fähigkeiten benötigt. Wie du auch erwähnst, das Belohnungsystem ist nicht mehr da. In dem Spiel gibt es derart viele Truhen/Kisten, dass es schon irgendwie gar nicht mehr verlockend ist „Uhh, schon wieder da rüber und eine aufmachen! „Gefallen hingegen hat mir die Präsenz des Königs, auch wenn er in dieser Story nur ein Geist ist. Und ja, das Entdecken für sich ist der größte Spaß in diesem Spiel.

        Einfach eine Symbiose aus ALTTP und BOTW, mehr bräuchte es vorerst nicht. :)

        Was du über die Aussprache sagst freut mich richtig, weil es im Netz und in unserer Generation bzw. den jüngeren zu diesem unflexiblen Prestigedanken kommt, dass Englisch unantastbar ist. Da ich mich neben germanischer Sprachhistorie und frühzeitlichen Mythologien hauptsächlich mit der Ästhetik von Fantasynamen auseinandersetze (s. Tolkiens Mittelerde, Robert E. Howards Kull Geschichten), es wäre schrecklich sich die alle in der Tongebung des Englischen vorzustellen. (Das war auch nicht Sinn ihrer Erfinder). Gut, ich bin stellenweise auch einer der Wenigen, die den klangvollen Charakter des dialektalen Akzents ganz bewusst über das manchmal sehr farblos gesprochene Schriftdeutsch stellen (aber auch nur, weil ich weiß, welchen historischen Wert Mundarten besitzen), doch überhaupt ist es so, dass das Deutsche im Ganzen „klare“ Vokale besitzt (sieht man von übertriebener Vokaldehnung ab) und im Fall exotischer Namen einfach viel natürlicher klingt als ein englischer Muttersprachler, der jedes a zu ääää hinausquakt. Da darf man ruhig mal so viele Lanzen dafür brechen, wie in BOTW ;)

        Du hast auch exakt erfasst, warum ich diese märchenhafte Fantasywelt Zeldas nie mit diesem trash-trendy ‚Englisch verknüpfen wollte/konnte. Außerdem, als damals 6jähriger konnte ich noch nicht ein einziges Wort Englisch, obwohl man heute anscheinend schon als ungebildetes Kind betrachtet wird, wenn man ohne Englischkenntnisse seinen ersten Schultag begeht und sich nicht mindestens mit 4 schon das Lesen selbst beigebracht zu haben. Aber zu weit ab vom Thema jetzt. Ich bedauere einfach den Druck, dem jüngere Generationen ausgesetzt sind.

        Der Spieleberater zu A Link To The Past war damals sowas wie meine persönliche Bibel. Auch jetzt noch finde ich die Zeichnungen darin einmalig, weil sie die Stimmung so gut einfangen.
        Das Schloss bzw. die Burg als Teil der Artwork… darum gefällt mir die spanische Burg, der Alcázar von Segovia so gut ;-)

        Das ging damals soweit, dass ich mit 8 sogar anfing eigene Schriftzeichen und eine (im Nachhinein sehr simple) Sprache für die Hylianer zu kreieren Zum Vergnügen fing ich erst vor wenigen Jahren wieder damit an, allerdings auf ganz anderer Basis.

        Die angesprochenen Valiant Comics erschienen bei uns leider nie in eigenständiger Form, sie tauchten in vereinzelten Exemplaren des deutschen Super Mario Bros Comics auf. https://zelda.gamepedia.com/The_Legend_of_Zelda_(Valiant_Comics)
        In ihnen schwingt genau das Feeling von damals mit. :)
        Auch wenn ich vermute du kennst die Seite schon, man kann schön stöbern:
        http://www.northcastle.co.uk/archive/books/books.html

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