Zwei Wochen Abenteuerurlaub in Marokko

Nach einigen Jahren der einfach gehaltenen Kurzurlaube mit dem Auto haben Pierre und ich uns dieses Jahr mal wieder eine Fernreise gegönnt. Okay, was heißt „mal wieder“ – das war unsere erste gemeinsame Fernreise, und so schrecklich fern waren wir auch nicht :D Es ging geradeso raus aus Europa und wir betraten erstmals Neuland in Afrika: Marokko!

Karte Nordwestafrika
In diesem Umkreis waren wir unterwegs :D

Wenn du dich jetzt fragst, warum Marokko, wo ist das überhaupt, was gibt es denn da und wie sicher ist es dort? – kein Problem! Das ist dann ungefähr die gleiche Reaktion vieler Leute aus meinem Bekanntenkreis, die damit auch nicht viel anfangen konnten. Viele Menschen scheinen Marokko als Urlaubsland nicht auf dem Schirm zu haben:

Debbie mit Turban in der Wüste
Kopftuch? Ja, aber nur so!
  • „Oh, Marokko, ich habe gehört, da kann man super tauchen!“
  • „Marokko? Ist da nicht der IS?“
  • „Ihr seid aber mutig, ist es denn da sicher?“
  • „Öhm, das wär nix für mich, ich trage doch im Urlaub kein Kopftuch!“
  • „Haha, dann pass auf, dass du nicht gegen eine Kamelherde eingetauscht wirst!“

Komisch, oder? Wenn jemand sagt, er macht Urlaub in Ägypten, dann sehen die Reaktionen ganz anders aus. „Ägypten, toll, ich wollte auch schon immer die Pyramiden sehen!“ oder „Oh, Ägypten, da kann man super tauchen!“ :D Gut, wer Pyramiden hat, erfreut sich eben großer Bekanntheit. Aber auch Tunesien scheint in der Wahrnehmung als Urlaubsland (All inclusive-Strandurlaub?) eher in Frage zu kommen als Marokko.

Marokko dagegen, das doch zu großen Teilen vor allem vom europäischen Tourismus lebt, scheint meinem Eindruck nach für Viele eher unbekannt zu sein. Ist es möglicherweise ein „Insider“ für Vielreisende?

Es scheinen auch eher die Städte zu sein, die man hierzulande dann kennt. Casablanca und Marrakesch, das hat sicher jeder schon mal gehört. Dabei ist Marokko viel mehr als nur arabisches Flair und wuselige Städte mit ihren bunten Souks (Märkten, auf denen ihr mit der Holzhammermethode das Feilschen lernt), und vor allem viel viel mehr als Badestrände!

Es gibt Wüste, es gibt Oasen, es gibt das karg-schöne Atlasgebirge, es gibt gutes Essen und freundliche Menschen, und insgesamt ist alles mit einer unglaublich bunten Farbpalette ausgestattet.

Erlebnisberichte und mehr zur Marokko-Reise

Die zwei Wochen Rundreise mit Mietwagen waren schwer beeindruckend. Obwohl wir schon hohe Erwartungen an Marokko hatten, waren wir doch davon überrascht, wie viel Schönes und Interessantes wir gesehen haben.

Und wir haben sogar noch was gelernt: Wie man einen Berberturban bindet und wie man in der Wüste Tee kocht :D

Mehr darüber lest ihr in den Berichten und Beiträgen zu unserem Abenteuerurlaub in Marokko – und es gibt noch viel mehr Fotos ^^ Den Einführungsbeitrag mit Kartenübersicht und Links zu den einzelnen Beiträgen findet ihr oben links, und hier unten drunter kommt ihr direkt zu den einzelnen Beiträgen auf unserer Reise-Seite Over the Hills.

Und ja, Marokko ist weitgehend sicher. Idioten gib es überall, aber das Land ist recht offen und die Menschen sind sehr tolerant, zumindest gegenüber Touristen. Auch wenn die meisten einheimischen Frauen Kopftücher tragen, wird man als Touristin ohne Kopftuch nicht komisch angeschaut. Natürlich sollte man es nicht übertreiben und im Minirock mit Bikini-Top herumlaufen.

Dass es Gegenden gibt, die man besser nicht besucht, gehört aber in Nordafrika dazu, das gibt es auch in Ägypten und Tunesien. Zu beachten ist allerdings, dass ihr als Europäer in Marokko als wandelnde Geldbeutel geltet. Es wird aggressiv gebettelt und es gibt viele Maschen, um euch um euer Geld zu erleichtern, besonders in den Städten. Deswegen muss man vorsichtig sein, wie in jedem anderen Entwicklungsland auch.

Romantische Vorstellungen von Wüste und Orient

Karl May - Durch die Wüste
Karl May – Durch die Wüste

Mit dieser Reise haben wir uns einen Traum erfüllt. Für mich war es nicht unbedingt das Land Marokko, wo ich hinwollte, sondern ich suchte eher die Wüste und eine romantische Vorstellung von „orientalisch“.

Als Mädchen las ich das Jugendbuch „Said und der Hengst aus der Wüste“ aus dem Schneiderbuch-Verlag – ein typisches Buch aus dem Genre .. ich nenne es mal „Mein Pferd und ich auf Abenteuer“ (vielleicht kennt noch jemand zB. „Blitz, der schwarze Hengst“, oder die schwarz-weiß-Serie „Fury“).

Und dann ging es bald darauf weiter mit dem Orientzyklus von Karl May und dem ersten Buch daraus, „Durch die Wüste“, das in der Sahara Tunesiens spielt. Diese Bücher, und später noch viele weitere, bedeuteten für mich: Die Wüste ist wohl ein völlig fremder und exotischer Ort für Abenteuer ^^

Karawanen und Beduinen, Sonne und Wind, Stille und endlose Sandberge, Durst und Fata Morgana – und dazu die Vorstellung, wie vor Jahrhunderten Beduinen nachts im Kreis um ein Feuer saßen und den Sternen ihre auch heute meist arabischen Namen gaben. Die Wüste war für mich ein von Klischees geprägter Sehnsuchtsort :D

Dazu noch orientalisches Feeling in den Städten mit Gewürzbasaren, Teppichen, Sitzkissen – wie ich darauf kam, weiß ich nicht mehr – vielleicht ein bisschen Ali Baba, ein bisschen der Comic „Isnogud“ (will Wesir werden anstelle des Wesiren) und ein bisschen das Buch „Der Ritt nach Narnia“ aus C. S. Lewis‘ Chroniken von Narnia mit seinen orientalisch angehauchter Stadtbeschreibung.

Warten auf den Kameltrip mit Blick auf die Dünen
Warten auf den Kameltrip mit Blick auf die Dünen

Nachdem ich nun wirklich die Sahara und ihre Bewohner und arabische Kultur gesehen habe, hat sich mein Bild natürlich an die Realität angepasst. Ali Baba haben wir nicht gefunden, aber die Wüste und ihre Bewohner sind wirklich faszinierend, und einen Hauch von 1001 Nacht hatten wir in unserem Riad (Hotel) in Marrakesch :D

Ich denke, es war nicht das letzte Mal, dass wir in Marokko bzw. in der Wüste waren. Nächstes Mal wollen wir dann versuchen, mit einer Karawane zu reisen – sowas gibt es! Ganz wie Kara Ben Nemsi :P

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