„Finden Sie Ihren eigenen Millionenschatz!“

Pierre bekommt regelmäßig den Katalog von Kotte-Zeller („Ausrüstung für Abenteurer“) zugeschickt. Hier haben wir im aktuellen Katalog eine Seite gefunden, die mir die Galle aufsteigen lässt.

Es werden Metallsuchgeräte angeboten, mit denen man Metallgegenstände im Boden finden kann. Klingt ja erstmal toll, wer wollte als Kind nicht mal einen Piratenschatz finden, und aus Indiana Jones wissen wir ja auch, was für tolle Sachen man ausgraben kann. Wir finden einen Schatz und werden reich! Genau darauf zielt diese Werbeseite ab.

Millionenschatz!
Millionenschatz!

 

Super!
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Warum darf man Schätze nicht behalten?

Auch das passende Buch!
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Links noch ein Buchtipp, nach was genau man alles suchen kann. Soweit so schön. Was nicht dabei steht, ist, dass Funde ausgraben als „Raubgräberei“ oder „Fundunterschlagung“ und beim Verkauf als „Hehlerei“ bestraft wird und man in den meisten Bundesländern die Funde sowieso der Behörde melden muss, ansonsten vollzieht man eine kriminelle Handlung.

Wie doof, was? Wers findet darf es behalten! Indiana Jones sagt immerhin „Nein, es muss in ein Museum!“ – aber auch das ist nicht der Punkt, warum es verboten ist, „Schätze“ auszugraben und zu verkaufen. Bevor man etwas ausgräbt, muss man eine Grabung behördlich anmelden – und Privatpersonen werden diese Erlaubnis nicht erhalten. Es geht um das kulturelle Erbe. Als Archäologe wird man dafür sensibilisiert und kriegt eine Schatzsucherallergie.

Der „Schatz“ ist ja nur eine Sache, dabei wird allein der materielle Wert gesehen. Die andere Sache ist, dass alle „Schätze“ im Boden, auch „nicht wertvolle Sachen“, einen wissenschaftlichen Wert haben.

Geht ein Sondengänger über das Feld und findet was Wertvolles, gräbt er ein Loch und zerstört den Fundkontext. Das Objekt wird dann verkauft. Aber gerade der Kontext ist so wichtig, vielleicht liegen neben dem „wertvollen“ Objekt noch andere „nicht wertvolle Sachen“, wie Keramik o.ä., und durch die Lage des Schatzes im Boden und das Verhältnis zu den anderen Objekten könnte man als professioneller Archäologe vielleicht noch herausfinden, wer das Objekt vergraben hat, wann, warum, ob es in eine Holzkiste eingepackt war usw.

Wenn das Objekt erstmal aus dem Boden ist, kann man dazu nichts mehr sagen und wichtige Erkenntnisse gehen verloren. Vielleicht wurde das Objekt von jemandem aus einer Kulturgruppe vergraben, von der wir gar nicht wussten, dass sie überhaupt man in der Gegend war? Das werden wir dann niemals erfahren.

 

Naja, jedenfalls das Fazit

„Finden Sie Ihren eigenen Millionenschatz“ – und denken Sie daran, dass Sie etwas Unmoralisches und vor allem Illegales tun, dass Sie mit Glück Geld erhalten können, aber wenn Sie erwischt werden, gibt es Ärger mit dem Gesetz!

Was für eine blauäugige, behinderte Werbung.

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