Die Schlacht um Minas Augsburg

Es begab sich zu einer Zeit, als es in Mitteleuropa noch fabelhafte Wesen und magische Gegenstände gab. Der gute König Ottogorn, der einen großen Anspruch darauf hatte, Kaiser von Mitteleuropa zu werden, feierte in seiner Heimat, dem schönen Sachsenland, gerade den Sieg über aufständische Bayern, als ihn eine dringliche Nachricht erreichte.

Wilde Horden aus dem Osten, die Ungorks, seien einmal mehr in Mitteleuropa eingedrungen, mit dem Ziel, das freie Land zu überfallen, auszuplündern und zu verwüsten. Das Heer der fürchterlichen Ungorks sei größer als alle Heere, die jemals in Menschengedenken gesehen worden sind.

Eilig brach König Ottogorn mit seinen wenigen Gefährten aus dem Sachsenland auf, um das Land von dieser Geisel zu befreien.

Während Ottogorn und die seinen noch auf dem langen und beschwerlichen Weg waren, begannen die Ungorks, die ehrwürdige Stadt Minas Augsburg zu belagern. Sie errichteten Belagerungsmaschinen und waren entschlossen, die Stadt zu erobern und zu zerstören. Es ist nur dem Einsatz des umsichtigen Bischof Gandalrich zu verdanken, der die Verteidiger der Stadt anführte und durch seine Gebete schützte, dass die Stadt nicht fiel, bevor König Ottogorn eintraf.

Bischof Gandalrich auf den Bollwerken Minas Augsburgs

Dennoch würden die Bollwerke der Stadt nicht lange halten, die Ungorks waren so zahlreich, dass die ganze Stadt von ihnen umzingelt war. Er selbst saß in der Stunde des Kampfes auf seinem Pferd mit der Stola angetan, ohne Schild, Panzer oder Helm bewehrt und blieb inmitten der von allen Seiten um ihn schwirrenden Speere und Steine unberührt und unverletzt.

Bischof Gandalrich ohne Schutz zu Pferde

Inzwischen konnte König Ottogorn die Völker Mitteleuropas herbeirufen und ein Heer um sich versammeln. Alle Zwistigkeiten zwischen den Völkern waren vergessen, als sie sich zusammenschlossen, um sich mit Ottogorn gegen die grausamen Feinde aus dem Osten zu stellen. Auch Konramir, ein Großer des Reiches, der sich zwar zuvor durch seinen Neid auf König Ottogorn unehrenhaft verhalten hatte, schloss sich ihm im Kampf gegen die wilden Ungorks an und nahm seinen Platz unter den Verteidigern Mitteleuropas ein.

So zog Ottogorn der Stadt Minas Augsburg entgegen, um die Gefahr für Stadt und Reich abzuwenden. Die Ungorks wurden über die Ankunft des Königs benachrichtigt und ließen davon ab, Minas Augsburg weiter zu bestürmen. Sie wandten sich dem nahenden Heer des Königs entgegen.
Als Ottogorn die Horden der Ungorks vor sich sah, glaubte er nicht, dass sie jemals von Menschen überwunden werden könnten. Doch ermutigte er seine Krieger und sprach seinem Heer gut zu:

König Ottogorn spricht zu seinem Heer

„An Menge, ich weiß es, übertreffen sie uns, aber nicht an Tapferkeit, nicht an Rüstung, denn es ist uns ja wohl bekannt, dass sie zum größten Teil jeglicher Wehr entbehren und, was für uns der größte Trost ist, der Hilfe der Götter. Ihnen dient zum Schirm lediglich ihre Kühnheit, uns die Hoffnung auf göttlichen Schutz. Jetzt lasst uns lieber mit den Schwertern als mit Worten die Verhandlung beginnen.“
Und so ergriff er den Schild und die Heilige Lanze, ein magisches Relikt vom Beginn des Zeitalters, und wandte zuerst selbst sein Roß gegen die Feinde.

Gefürchte ungorkische Reiterschützen

Der Mut und die Tapferkeit der vereinigten Völker Mitteleuropas, den Gebeten Bischof Gandalrichs in Minas Augsburg und der Macht der Heiligen Lanze ist es zu verdanken, dass an diesem Tag die Ungorks auseinandergetrieben und in heilloser Flucht niedergemetzelt werden konnten. Die gefürchteten ungorkischen Reiterschützen konnten gegen die Entschlossenheit des vereinigten Heeres nichts ausrichten. Noch viele Tage später ertranken diese Kreaturen in den Flüssen, die sie zu überwinden suchten, in der Hoffnung, in den Schutz ihrer östlichen Heimat fliehen zu können.

Doch es gab auch Grund zur Trauer. Der tapfere Konramir, der mit größter Entschlossenheit in einer beinahe ausweglosen Situation während eines Überraschungsangriffs auf die Flanke des königlichen Heeres die Feinde in die Flucht schlagen konnte, starb von Pfeilen durchbohrt auf dem Schlachtfeld. Er sollte niemals vergessen werden.

Konradirs Tod

Der Sieg der freien Völker Mitteleuropas in dieser Schlacht bei Minas Augsburg war der Größte der letzten zweihundert Jahre, und so wurde König Ottogorn als Kaiser gefeiert und konnte siegreich in seine Heimat zurückkehren. Die Ungorks wagten es niemals wieder, in Mitteleuropa einzufallen.

Siegesfeier in Minas Augsburg


Anmerkung der Redaktion: Für meine Seminararbeit über die Lechfeldschlacht 955 hab ich mir überlegt, wie man das Thema irgendwie anderweitig umsetzen könnte, und dann sind mir ein paar tolle Parallelen zu Herr der Ringe aufgefallen.

König Otto I. der Große (später Kaiser), Bischof Ulrich von Augsburg, Konrad der Rote (bis zu seinem Aufstand gegen Otto Herzog von Lotharingien) sind die wichtigen Persönlichkeiten in der Lechfeldschlacht. Konrad starb wirklich in der Schlacht durch einen Pfeil. Die Ungarn kommen wirklich aus dem Osten :P Otto vereinte wirklich die deutschen Völker gegen den auswärtigen Feind. Gut, ich gebs zu, die Heilige Lanze wird erwähnt, aber ich bezweifle, dass sie eine große Rolle gespielt hat :D
Manche Teile oben hab ich direkt aus den Quellen zur Lechfeldschlacht genommen, zB. die Feldherrenrede Ottos fast wörtlich, die Beschreibung von Bischof Ulrich ungeschützt auf seinem Pferd wörtlich. Auch die Berichte über die Größe des feindlichen Heeres kommen direkt aus den Quellen zur Lechfeldschlacht. Passt wie die Faust aufs Auge :D

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.