Gott und die Welt

Gibt es Gott? Was ist er? Wie viele ist er? .. Solchen Fragen möchte ich mich mit diesem Text annähern. Gleich vorab: ich habe selber für mich keine Antwort gefunden, und trotzdem kann man trefflich darüber philosophieren. Aktuell bin ich darauf gekommen, als ich es zwanghaft nötig fand, mir einen neuen „Thors Hammer“-Anhänger zu bestellen, mein alter ist verschwunden und ich hatte das Gefühl, dass ich einen neuen brauchte. Als Amulett, als Maskottchen, um mich vollständig zu fühlen, auch wegen einer gewissen Sehnsucht nach den nordischen Göttern in Asgard.

Thorshammer bzw. Mjölnir

Zunächst muss ich ein wenig weiter ausholen. Ich stamme aus einem christlichen Elternhaus, meine Eltern sind gläubig und bei den einen Großeltern wurde jeden Mittag die Andacht gelesen und gebetet. Meine Eltern waren nie „so“, sie sind genau der richtige Mittelweg zwischen „scheingläubig“ und „fundamental“. Das sind zwei Extreme, die auf meine Eltern in keinster Weise zutreffen. Sie sind gläubig, aber man kann mit ihnen über alle weltlichen Dinge reden und sie argumentieren niemals nur auf Grundlage der Bibel. Sie lehnen die Evolution nicht ab und sie versuchen nicht, Nicht-Gläubige zu missionieren. Vor dem Essen gibt es immer ein kurzes Gebet und meine Eltern beschäftigen sich viel mit der Bibel: lesen, darüber mit anderen Christen diskutieren, und sie gehen in den Gottesdienst (öfter als nur an Heiligabend und Ostern).

Sie sind also das, was man gerne hätte, wenn man von Christen redet: anständige Leute, die nicht missionieren, moralisch nach den 10 Geboten handelnd.
In dieser Umgebung bin ich also aufgewachsen und weder mir noch meinen beiden Geschwistern hat diese häusliche Umgebung geschadet, wir sind alle drei zu netten Leuten rangewachsen ^^ Meinen Vater habe ich im Übrigen viel Neugierde zu verdanken – was habe ich ihn im Kindesalter schon über Sterne ausgefragt und er wusste immer eine Antwort, so dass ich immer weiter fragen konnte. Er erklärte mir seine Sichtweise auf Gott, er half mir bei den Mathe- und Physikhausaufgaben und allgemein konnte ich immer alles mit ihm bereden – genau wie mit meiner Mutter (nur über Naturwissenschaften wusste sie nicht so sehr Bescheid :D).
Ich schreibe das, um zu erklären, dass mein Elternhaus trotz gläubigen Eltern sehr frei und offen war (und ist). Trotzdem bin ich mit der Gewissheit aufgewachsen, dass es Gott gibt, denn meine Eltern haben das natürlich niemals bestritten. Und noch heute denke ich manchmal beim Gedanken „es kann keinen Gott geben“, dass ich das besser nicht denken sollte, vielleicht gibt es ihn ja doch und dann bin ich eindeutig als des Himmels nicht würdig entlarvt.

Das ist also meine Ausgangslage: es gibt für mich keinen Nachweis für die Existenz Gottes, aber ich bin irgendwie trotzdem offen dafür. Weiterhin habe ich Verständnis für Menschen, die an Gott glauben (und es nicht nur so sagen) – wenn sie für sich das Gefühl haben, dass ihr Glaube richtig ist, dann ist das ihr Recht, ihre Entscheidung und ihr Leben. Im Gegensatz habe ich natürlich ebenso Verständnis für Atheisten, die der Meinung sind, dass es keinen Gott gibt und dass man nicht einfach ohne Beweise an irgendeine höhere Macht glauben könne. Für was ich kein Verständnis habe, ist, wenn diese Meinungen gegenseitig ausufern – wenn die einen unbedingt missionieren wollen oder müssen oder sogar Glaubenskriege führen (siehe „Islamisten“ oder auch Christen zu Zeiten des Mittelalters), und im Gegensatz Atheisten, die Gläubige (egal welcher Religion) bewusst ausgrenzen und wegen ihrem Glauben auslachen.
Ich habe mich nie auf Diskussionen mit den Radikalen der einen oder anderen Art eingelassen – das führt zu nichts, Radikale haben immer ihre eigenen Überzeugungen und auch die passenden Argumente dafür, außerdem würde ich mich in dem Fall zum Verteidiger der anderen Seiten machen lassen – und das bin ich nicht ^^

Soweit, so gut.. Sich mit dem Thema „Gott“ irgendwie wissenschaftlich zu befassen ist meiner Meinung nach unmöglich (für mich sowieso, ist nicht mein Fachgebiet), denn selbst wenn Wissenschaftler 100%ig ausschließen können, dass es einen Gott gibt, könnte ein allmächtiger Gott dennoch existieren. Wir sind eben nur Menschen und haben noch nicht alle Fragen des Universums in allen Dimensionen geklärt :D
Also wie kann man sich dem Thema dann nähern? Das kann nur auf persönlicher Ebene, jeder für sich selbst, möglich sein. Die Gläubigen sagen, sie fühlten die Existenz Gottes, sie hätten Erlebnisse gehabt, in denen Gott sich ihnen offenbart habe. Gut – Nichtgläubige sagen dagegen, sie fühlten keine Existenz, Gott habe sich niemals bei ihnen gemeldet und bei all dem Elend auf Erden kann es mit der Liebe Gottes sowieso nicht so weit her sein. Empirisch kann man da also nichts machen, außer man sagt: mehr als 50% der Erdbevölkerung glauben an (irgendeinen) Gott, also muss es (irgendeinen) Gott geben, denn die Mehrheit kann sich ja nicht täuschen.

Für mich selbst erscheint es unwahrscheinlich, dass es Gott gibt, so wie er uns im christlichen Glauben nahegebracht wird. Selbstverständlich kann ich es (für mich) nicht ausschließen, denn allwissend bin ich nicht, und wenn es Gottes Taktik ist, dass nur die, die ohne Beweise entgegen aller Vernunft an ihn glauben, Zugang zum Paradies erhalten, dann gibt es natürlich keine Beweise für oder gegen ihn.
Ich betrachte die Religion zudem ein wenig mit den Augen des Historikers, und der hat an dieser Religion schon zu viel gesehen, was nicht hätte passieren dürfen, wenn ein gutmeinender, liebender Gott aufpassen würde. Das Christentum hat sich über eine Sekte zur Weltreligion ausgebreitet. Das mag anfangs, zu Zeiten des römischen Reiches, wirklich durch Überzeugung und Glaube geschehen sein (diesbezüglich ist das Buch „Quo Vadis“ von Henryk Sienkiewicz recht aufschlussreich), später kam aber Fanatismus, Zwangsmissionierung durch Feuer und Schwert und „gerechte“ heilige Kriege im Namen Gottes hinzu, die Menschen wurden durch die Kirche und deren Korruptheit unterdrückt und in Angst vor der ewigen Verdammnis leben gelassen; „ketzerische“ Schriften früherer oder auch gegenwärtiger Zeiten wurden verbrannt, ebenso wie deren Autoren. Niemand durfte sich gegen das christliche Weltbild stellen. Und wenn man heute noch liest, dass Geschlechtsverkehr von der katholoschen Kirche nur als Akt der Zeugung angemessen sei und daher auch nicht verhütet (und geschützt) werden dürfe, dann ist das einfach nur unfassbar.
Mit dieser Religion kann ich mich schwer arrangieren.

Da haben wirs aber auch gleich: Religion ist nicht gleich Gott. Die „zugehörige“ Religion kann sich von ihrem Gott entfernen, so wie das dem Christentum in der Vergangenheit passiert ist – wenn in den 10 Hauptregeln des Christentums eindeutig verankert ist, dass man nicht töten dürfe, dann gilt das auch nicht, um „Heiden“ zu bestrafen, weil sie dem „falschen“ Glauben angehören. Genau das scheint im Moment bei den radikalen Islamisten zu passieren – wie gesagt, ich bin kein Experte, aber gemäßigte Moslems sagen immer wieder, dass der Dschihad so nicht im Koran verankert wäre und dass die Radikalen der gesamten Religion ein negatives Bild aufdrücken.
Die Religion ist also nicht gleich Gott, die Religion versucht nur darzulegen, was Gott ist, bzw. wie mit ihm umzugehen sei. Religionen stützen sich dabei auf Überlieferungen, die bestenfalls ein zweifelhaftes Zeugnis darstellen. Ursprünglich mag es so gewesen sein, dass die ersten Christen sich auf Bekannte von Bekannten berufen konnten, die Jesus wirklich gesehen haben wollten. Das ist allerdings 2000 Jahre her, alles wurde in verschiedenen Sprachen aufgeschrieben, abgeschrieben, übersetzt, vielleicht sogar absichtlich umgeschrieben um zu beschönigen bzw. Unschönes zu verschleiern. Niemand kann sagen, wie eine erste Version der Bibel ausgesehen haben könnte – und wieviel davon auch wahr gewesen sein mag. Dennoch beruft man sich noch heute darauf, um Handlungen zu rechtfertigen, zu erlauben oder zu verbieten. Wo bleibt dabei aber dieser Gott, um denen es in der Religion eigentlich geht? Bisher ist alles vom Menschen aufgeschrieben und ausgelegt worden. Diese eher negativierende Argumentation erinnert jetzt vllt. ein wenig an meinen Artikel über die Argumentation der Zeugen Jehovas, die schreiben, dass es Gott gibt, weil es in der Bibel steht (sie gehen also davon aus, dass es Gott gibt, und können auch nur auf dieser Basis argumentieren). Wenn ich davon ausgehe, dass es Gott nicht gibt, kann ich natürlich auch besser verneinende Argumente bringen. Der gläubige Christ kann zum Thema Bibel ja auch sagen, dass die Überlieferung der Bibel von Gott gelenkt wurde und somit trotz des Alters des Textes und den vielen Kopien alles wahr ist, weil Gott aufgepasst hat, dass seine Schrift nicht verfälscht wird.

Aber wer oder was ist Gott denn nun? Er sei allmächtig und habe Himmel, Erde und Menschen erschaffen. Er liebe jeden einzelnen Menschen und werde irgendwann zurückkehren auf die Erde, um die Gerechten in den Himmel einzulassen, während die Ungerechten für immer in der Hölle schmoren müssten. Ich glaube, das ist in etwa das, was „Gott“ im christlichen Glauben im Groben charakterisiert – ich gehe absichtlich nicht tiefer in die Materie, das ist für mich nicht Sinn der Sache hier, und wie erwähnt – ich bin kein Fachmann. Auch will ich jetzt nicht dagegen argumentieren und das Totschlag-Argument bringen, warum er denn unschuldige Kinder sterben lasse, die nicht alt genug sind, um sich für oder gegen den Glauben zu entscheiden.

Das einzige, was ich dazu halbwegs ohne Färbung sagen kann, ist: auf mich als Laie wirkt die Welt, die Menschen, alles was man sieht, sehr bunt, sehr lebendig und unendlich faszinierend. Kann sich das alles einfach so entwickeln? Die Wissenschaftler sagen „ja“ und bringen Studien vor, die das beweisen. Ursuppe auf der Erde, Entwicklung von Einzellern über Vielzeller zu komplexeren Organismen, Evolution ftw usw, jeder kennt das. Das erscheint mir auch nachvollziehbar. Aber gehen wir eine Stufe höher: was ist mit dem Universum insgesamt? Die gängigste Theorie ist, dass durch den Urknall alle Materie entstanden sei, aus der sich dann das Universum mit allen Sternen, Nebeln, Welten und Lebewesen entwickelt habe, einfach aus dem Nichts heraus. Astrophysiker können nachweisen, dass noch heute, so etwa 13 Milliarden Jahre nach dem Urknall, eine gewisse Hintergrundstrahlung davon nachweisbar ist, und sie können bis auf Bruchteile von Millisekunden nach dem Urknall berechnen, wie die Ausdehnung des Universum begonnen hat. Auch hier: gut, das wird wohl so sein. Aber dann kommt der Punkt, wo es auf mich als mathematisch und physikalisch unbegabten Menschen aufhört. Wie kann aus dem Nichts etwas entstehen? Wo kommt das her, was geworden ist? Wieso explodierte es? Das ist der Punkt, wo ich sage: vielleicht gibt es doch etwas jenseits unseres Wissens, das den ganzen Spaß hier arrangiert hat.

Muss das der Gott der Christen sein oder der der Moslems, Buddhisten, Hindus, Juden? Könnte es auch eine „Macht“ ohne jegliche zugehörige Religion sein? Interessiert sich diese Macht für uns Menschen? Sind wir (und das restliche Universum) vielleicht ein riesiges Aquarium, an dem sich jemand oder jemande erfreuen, und von denen es viele viele mehr gibt?

Götter dienten einst als Erklärung für Naturphänomene, die man sich nicht erklären konnte: woher kommt ein Unwetter? Warum speit ein Vulkan Feuer? Warum gibt es Missernten? … Vielleicht ist der Punkt jenseits des Urknalls wieder so ein Phänomen, das ich mir heute nicht anders erklären kann als durch Zutun von außen, und vielleicht ist das alles in weiteren tausend Jahren eindeutig erklärt, so wie wir heute Wettervorhersagen machen können und künstliche Bewässerungsanlagen gegen Missernten anlegen.
Vielleicht aber auch nicht, und wenn nicht, dann tendiere ich mehr dazu, dass irgendeine Macht alles erschaffen hat, weil sie es einfach kann. Aus Spass, aus Neugierde, vielleicht, um etwas zu haben, das es lieben und hegen kann, so wie die Religionen es sagen. Vielleicht kann diese Macht auch eines Tages alles zerstören und führt eine Liste von Menschen, die ihr besonders gefallen haben, und die dürfen dann .. in den Himmel. Irgendwie führt mich mein Text dazu, zu sagen, dass es Gott doch gibt? Merkwürdig ^^

Was ich eigentlich am Liebsten glauben WILL, ist die Existenz von Asgard und Walhall. Thor, der die Menschen beschützt, Odin, der alles sieht und Valkyren, die am Ende diejenigen, die tapfer auf dem Schlachtfeld gefallen sind, nach Walhalla bringen, wo es immerfließenden Met, Wettkämpfe und Feste gibt. Ich träume von der Regenbogenbrücke und dem Weltenbaum, der alle bekannten Welten umspannt.
Warum fühle ich mich zu dieser „Religion“ (das ist das falsche Wort, eher vielleicht „Mythologie“) hingezogen und nicht zur Weltreligion des Christentums, die ich über viele Jahre als nicht falsch oder schlecht empfunden habe? Und wenn dann schon Polytheismus, warum dann die Mythologie der barbarischen Kämpfer und nicht die der gebildeten griechischen Philosophen? Ich weiss es nicht. Zum Einen ist die griechische Mythologie (und die Römische, die nahezu 1:1 von den Griechen kopiert wurde) im Grunde gleich barbarisch wie die der „Barbaren“, es wird gemordet, zerhackt, betrogen und getäuscht, von daher ist es mit den „feineren“ Göttern der Griechen nicht weiter her als mit denen der Nordleute.
Der Norden war für mich dagegen schon immer attraktiver – die Landschaften, der Met, das Wissen, dass meine Vorfahren selbst irgendwann Nordleute waren. Natürlich waren meine Vorfahren auch alle Christen, aber – Christentum, ich habe schon geschrieben, was ich von der Religion halte. Vielleicht ist für mich der wichtigste Punkt, warum ich mich von der einen Religion abwende und die andere im Gegenteil gerne begrüßen würde (hey – ich trage einen Thors Hammer, ein Kreuz käme mir so schnell nicht um den Hals), der, dass es Odin & Co niemals wirklich als festes Regelwerk gab, nur als lockere Erzählung. So konnte niemals „auf Grundlage“ eines Kodexes zwangsmissioniert werden, oder gemordet werden um die Liebe Gottes zu verbreiten. Weiterhin macht die nordische Mythologie keinen Hehl daraus, dass sie gewalttätig ist – Menschen dürfen nur teilhaben, wenn sie „tapfer auf dem Schlachtfeld“ sterben. Es geht um Kampf, Wettkampf und trinken. Im Namen des Christentums wurde auch gekämpft, grässliche Taten wurden im Namen Gottes gerechtfertigt, obwohl es ein Gott der Liebe sein sollte. Bei Odin ist von vorneherein klar, wie der Hase zu springen hat. Es gibt keine Versprechungen von Liebe und „andere Wange auch noch hinhalten“ und gleichzeitiges Morden im Namen Christi.
An der Bibel kann man Vieles kritisieren, aber die 10 Gebote haben eindeutig einen guten Zweck, der egal für welche Religion oder Lebensweise unbedingt übertragbar sein muss, um ein stressfreies Miteinander verbringen zu können – gäbe es keine grundsätzlichen Regeln, wie „du sollst nicht stehlen, töten, betrügen, lügen“, würde alles im Endeffekt darauf hinauslaufen, dass alle Menschen immer wütend aufeinander sind und sich immerzu gegenseitig bekämpfen würden.

Um nach Walhalla zu kommen, stelle ich mir folgende Auslegung des „tapferen Sterbens auf dem Schlachtfeld“ vor: Man kann das Schlachtfeld als ganzes Leben sehen. Tapfer auf dem Schlachtfeld zu sterben heisst dann für mich nicht, ernsthaft meinen Feinden den Schädel einzuschlagen, sondern einen „gerechten“ Kampf zu absolvieren. Im Grunde ziehe ich hier die 10 Gebote aus dem Christentum heran. Ich bestehle meine Mitmenschen nicht, betrüge nicht und versuche einfach, ein „tapferes“ Leben zu leben, nach Kräften meine Lebenszeit zu nutzen und keine Zeit zu vergeuden oder vom Weg abzuweichen. Das sollte Odin doch eigentlich reichen :)

Attraktiv ist an polytheistischen Religionen zudem die Möglichkeit der Identifikation. Götter können sich untereinander streiten, genau wie wir Menschen, sowie das Märchenhafte an den Mythen: Regenbogenbrücke, Weltenbaum Yggdrasil, Eigenschaften der Götter, so dass man je nach Wunsch einen bestimmten Gott in seinem Fachgebiet um etwas bitten kann. Bei der christlichen Religion gibt es das alles nicht – man stellt Gott nicht dar, Engel und Heilige dienen irgendwie als Zusatzgötter und andere „übernatürliche“ Dinge neben Gott darf es nicht geben, es durfte ja nichtmal die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums treten.

Nur, wo ist bei den Asgardern nun die universumsschaffende Kraft? Auch die Götter aus Asgard seien erst entstanden, nachdem das Universum schon existierte. Sie bieten offensichtlich auch keine Antwort auf die Frage, warum das Universum überhaupt existiert.
Der Haken für mich ist also: wirklich ehrlich glauben kann ich nicht an die Asgarder, auch wenn ich es mir irgendwie wünsche. Ich fürchte, dass man sich der Frage nach der Macht hinter dem Universum – FALLS es sie gibt, nicht mit unseren Mitteln annähern kann.

Und somit komme ich langsam zum Ende meines Textes, dessen Zweck sich mir noch nicht ganz offenbart hat. Es ging ursprünglich um den Thorshammer, und darum, dass ich das Gefühl hatte, dass ich ihn brauche. Möglicherweise beruht dieser Gedanke einfach darauf, dass er im Gegensatz zu austauschbarer Kleidung irgendwie eine Art von Charakter in sich trägt, irgendeine Form von Placebo-Effekt. Zusammen mit dem Wunsch, dass doch was dran ist. Vielleicht ist es Aberglaube – obwohl ich mich eigentlich immer für vernünftig genug gehalten habe, um schwarze Katzen und die Zahl 3 nicht zu fürchten. Man weiss es nicht. Vielleicht brauche ich auch einfach nur ein Maskottchen. Gerade in Zeiten wie heute, in denen sich die Welt so schnell wandeln kann und nichts stetig ist – Arbeitsplätze, der Euro in Griechenland, Familienverhältnisse und Partnerschaft – da braucht man Dinge im Leben, die abseits des Alltags stehen, die nicht an Fremdeinwirkung gebunden sind. Für mich waren das immer die Sterne und offensichtlich ist es jetzt auch mein Thorshammer.

PS: Dieser Text wurde unter Einfluss von halbtrockenem Spätburgunder Weißherbst geschrieben.

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