Immobilienmakler – Der Berufsstand Ihres Vertrauens!

Wegen meinem Küchentheater  (im Link ganz unten. Ja, immernoch, erst seit einem halben Jahr, und getan hat sich nichts) schaue ich ziemlich erfolglos wieder nach neuen Wohnungen. Dass sich schwer was finden lässt ist ja irgendwie klar. Gibt nicht allzuviel Angebot und wegen Katzen bin ich etwas eingeschränkt. Aus purer Verzweiflung lass ich mir daher auch Maklerangebote anzeigen, bei denen Mieterprovision verlangt wird.

Eigentlich ziemlich verabscheuungswürdig: Ein Vermieter engagiert einen Makler, damit der für den Vermieter einen neuen Mieter sucht, also Anzeigen schaltet, Besichtigungstermine anbieten, Bonität prüfen usw. Und bezahlen lässt sich der Vermieter das vom zukünftigen Mieter. Und zwar nicht zu knapp: die umfassenden Dienstleistungen des Maklers werden mit 2,38 Monatskaltmieten honoriert.

So, nun bin ich also auf das folgende topaktuelle Angebot gestoßen, ein Musterbeispiel dafür, wie schwer ein Makler arbeiten muss, um seine bescheidene Provision einzustreichen.

Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann!
Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann!

Wir sehen hier also eine professionell gestaltete Anzeige, die mit folgenden Argumenten von der Maklerarbeit überzeugt:
– keine Heizkosten angegeben
– quasi keine Informationen außer ein kaum erkennbarer Wohnungsplan
– statt echten Bildern ein Art Maklerwerbeanzeige und ein kaum erkennbarer Wohnungsplan
– bis auf das hässliche Komma in der Überschrift keine Rechtschreibfehler! (Andererseits: kaum Text…)
– und ganz besonders faszinierend: Der Hinweis „Näheres auf Anfrage“ in der Objektbeschreibung

Wow!
Für die Anmietung dieser Wohnung müsste ich dem Makler eine bescheidene Summe von 809,20 € überweisen, und zwar von meinem Standpunkt her dafür, dass er diese Anzeige gestaltet hat, so dass ich die Wohnung finde und ihn kontaktieren kann.
Für 809,20 € würde ich eine astreine, vor Bildern und interessanten Beschreibungen strotzende Anzeige erwarten, und anschließend, dass der Typ mich auf Händen durch die Wohnung trägt und einen Kaffee mit Gebäck dazu serviert. Aber nein, stattdessen soll ich ihm gefälligst die 809,20 € hinterherwerfen und selbst sehen, wie ich mehr Infos über die Wohnung, ODER GAR BILDER bekomme. Anscheinend muss der gute Makler mit diesem armseligen, lieblosen Gerüst einer Anzeige aber Erfolg haben, sonst würde er sich ja mehr Mühe geben? Krass…

Ok, und über das Angebot selbst noch kurz hergezogen:
340 € Kaltmiete + 100 € Nebenkosten + xx € Heizkosten = 440 € + xx (also bestimmt eher 500 €) für ne 35 m²-Wohnung in der Provinz oO
Plus eine Küche dazu, weil keine drin ist, also nochmal sagen wir locker (sehr locker) 200 € drauf. Plus natürlich die Kaution von 680 €.
Zum Einzug wären also nur für Vermittlung, durch Küche funktionsfähig machen, Kaution und erste Miete ein winziger Betrag von lediglich 1820 € fällig, ein Betrag, den jemand, der eine 35 m²-Wohnung bezieht, natürlich locker aus der Kaffeekasse bezahlt.

Meine Begeisterung über diese Kombination aus professionell gestalteter Anzeige und überzeugendem Angebot kennt keine Grenzen. Muss gleich den Makler anschreiben!

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2 Comments

  1. Masamune

    1. Immobilienmakler sind entweder stinkend faul und wollen dafür auch noch Geld oder, wie bei uns, sie machen ihren Job auch noch gern und reden den Leuten stundenlang einen Knopf an die Backe und es macht ihnen auch noch Spaß dich regelmäßig zu besuchen. Schrecklich.

    2. Deine schöne Wohnung kannst du doch nicht aufgeben! Bei wem verbringen wir denn jetzt den Sommer?!!!!! Ich setze hiermit mein Votum dagegen ein!

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