[Video] Hohlwege und alte Straßen auf historischen Karten

Von langer Hand geplant, machte ich mich gestern wieder auf den Weg in den Wald. Im April hatte ich schon ein Docutainment-Video meiner Hohlweg-Suche in Schönau gepostet, und ich wollte nun endlich auf dem Königstuhl, dem südlichen Berg bei Heidelberg, nach weiteren Hohlwegen suchen. Zuvor hatte ich schon mit Hilfe einer historischen Karte (Link zu den Karten) einige aussichtsreiche Hohlweg-Kandidaten ausfindig gemacht. Die wollte ich dann auf dem Berg aufsuchen und schauen, ob es dort wirklich Hohlwege gibt.

Civilization: Attila gegen Augustus im Stil von Cassius Dio :D

Nach langer Zeit der Abstinenz wagte ich mal wieder ein Match mit Civilization V. Im Oktober kommt Civ VI raus, und irgendwie hab ich in letzter Zeit mal wieder echt Bock gekriegt. Also: Ich startete als Augustus Caeser, verehrter Herrscher über das römische Volk, auf Schwierigkeit „6“. Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich gleich von Anfang an von den Nachbarn auseinander genommen werde und kaum einen Atemzug frei habe, um mal zwischendrin ein Kulturgebäude zu bauen. Aber überraschenderweise passierte sehr lange nichts, alle Nachbarn waren mir in Freundschaft verbunden, und ich wurde schon ungeduldig. Sowas wie Wirtschafts- oder Wissenschaftssieg ist nichts für mich, ich brauch den Krieg! :D Und dann kam mein südlicher Nachbar, Attila der Hunnenkönig, mit einem Bitch Move allererster Ordnung daher und brachte mir den Krieg, den ich mir gewünscht hatte <3 Als kleiner Fan von Geschichte habe ich es mir nicht nehmen lassen, über diese Angelegenheit …

Master gemeistert!

Also mittlerweile hab ich das Ergebnis meiner Masterarbeit („Der Wandel der Trassierung und die Nutzung von Landverkehrswegen am Beispiel des Heidelberger Raum“) bekommen und damit auch mein Studium endgültig abgeschlossen. Für die Arbeit gab es eine 1,5 (man lese und staune!) und insgesamt als Studienabschluss eine 1,3. Das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorzustellen gewagt. Als ich 2009 anfing, das Abi nachzuholen, dachte ich noch, dass ich vielleicht schon dafür zu doof sei, aber hat ja dann gut geklappt. Einen „sehr guten“ Masterabschluss, bzw. ÜBERHAUPT einen Masterabschluss – wer hätte das vor 10 Jahren noch gedacht :D Oder auch noch vor 5 Jahren, geplant war eigentlich nur erstmal der Bachelor.. Der Studienabschluss selbst gestaltet sich ziemlich formlos, fast schon sträflich unspektakulär: Man bekommt vom Prüfungsamt eine Mail, dass das Zeugnis fertig wäre. Man geht zum Prüfungsamt, wartet, bis man dran kommt, klopft, sagt: „Hallo, ich würde gern mein …

Die unersetzliche Schreibmaschine des Mediävisten

Ich muss hier unbedingt noch eine Anekdote anbringen, bevor ich für heute ins Bett gehe :D Es passt einfach soooo gut! Einmal die Woche bin ich bei den Mittellateinern. Das sind absolute Schriftnerds, die sich mit den lateinischen Texten des Mittelalters beschäftigen – und zwar nicht mit den transkribierten und kommentierten Quelleneditionen, die der Feld-, Wald- und Wiesenhistoriker (so wie ich bisher) nutzt. Da schaut man sich ein Dokument ganz genau an, „jaaa, dieses b hat hier eine Verdickung, an der man genau erkennt, dass dieser Text nach dem 8. Jahrhundert entstand“. Ist total faszinierend! Wenn man erstmal all die Abkürzungen memoriert hat, die damals verwendet wurden.

Docutainment: Hohlwege mit Ravana History :D

Vorgestern habe ich auf einer meiner Standardspazierrouten im heimischen Wald bei Schönau im Odenwald unverhofft ein paar Hohlwege entdeckt. Ein Skandal, unerhört! – Dass ich sie bisher nicht gesehen habe…! Da musste ich natürlich gleich losziehen und schauen, was da los ist. Hier gibt es ein Video und Bilder dazu!

Alea iacta est – Stunde Null

Habe vorher die Masterarbeit zum Druck gebracht, am Montag hole ich sie ab und bringe sie zu den Gutachtern. Bin also fertig. Habe bis zu letzt noch am Titel der Masterarbeit justiert, er lautet jetzt: Der Wandel der Trassierung und die Nutzung von Landverkehrswegen am Beispiel des Heidelberger Raums. Mehr über den Inhalt der Arbeit gibt es in Fun with Maps, wo ich immer mal wieder geschrieben und gezeigt habe, was ich so mache und in deren Rahmen meist auch meine Hohlweg-Exkursionen entstanden sind :D

Mein Gott, es ist voller Rauten..

Gestern, zwei Tage vor dem geplanten Druck der Masterarbeit, kam es zum Ernstfall, und zwar zum schlimmsten aller anzunehmenden Ernstfälle. Kernschmelze in der Masterarbeit..! Alle Zeichen wurden durch Rauten ersetzt. Es ist zum Glück (dank Dropbox) nichts weiter passiert, aber mir ist es dennoch eine verschreckte Meldung zur Warnung wert :D

Hohlweg-Exkursion with a little Drama!

Ende der Woche muss meine Masterarbeit fertig werden. Ist kein Problem, das wird – auch wenn ich mich zur Zeit ständig fühle wie der da links. Während ich heute nochmal meine Karten überarbeitet habe, um feine Abbildungen für die Arbeit rauszulassen, entschloss ich spontan, noch fix eine weitere Exkursion anzuhängen, um die spezifische Verkehrssituation auf dem Heidelberger Hausberg, dem Königstuhl, in Auggenschein zu nehmen.

Mittelalter, was macht ihr da..? Heute: Alamannische Gesetze

Neues aus der mittelalterlichen Spaßkiste! Wer Langeweile hat, sollte sich mal frühmittelalterliche Gesetze durchlesen. Sie sind nicht ganz so langweilig wie das BGB, aber teilweise genauso unverständlich :D Die Alamannen haben im 7. und 8. Jahrhundert Gesetze fixiert, auf dass jedem seine angemessene Strafe zukomme.

Heiligenberg und Hohlwege: Laufen für die Masterarbeit!

Heute vor einer Woche war ich wieder zu Fuß unterwegs, um alte Wege zu verfolgen und die Topographie zu exploren. Meine Masterarbeit hat ein sehr regionales Thema: Der Wandel der Trassierung und die Nutzung von Landverkehrswegen von römischer Zeit bis ins hohe Mittelalter sowie deren Beeinflussung durch und auf Stadtgründungen am Beispiel Heidelbergs. Da sollte man unbedingt die Gelegenheit nutzen, und sich das anschauen, über was man schreibt. Hilft erfahrungsgemäß ungemein dabei, sich alles besser vorzustellen und ein Gefühl für die Materie zu kriegen :D Außerdem schauen die profanen Spaziergänger immer so schockiert, wenn man da aus irgendwelchen Kuhlen im Unterholz rausgekrochen kommt :D

Master und Post-Master

Bin zur Zeit (gezwungenermaßen natürlich) ziemlich fleißig mit meiner Masterarbeit. Sie schreitet gut voran, ich habe noch etwa sechs Wochen Zeit und kriege die Seitenzahl locker hin. Natürlich ist Quantität allein kein Qualitätsmerkmal, aber es ist durchaus beruhigend, wenn man einen ordentlichen Stapel Papier hat. Dann kann ich noch ein paar Wochen alles feinfeilen und dann sollte es passen. Und dann? Nach 10 Semestern fertig mit dem Studium und noch nichts für danach in Aussicht, das ist ziemlich bitter.. Jobs sind in meinem Fach rar gesät, man muss eine Nische finden, und im Selbstverkaufen und Anpreisen, wie toll ich bin, war ich nie gut.. Ich bleibe trotz hoher Kosten erstmal an der Uni angemeldet und versuche, alle Kurse, die mir weiterhelfen können, mitzunehmen, um meinen Nischenplatz zu verbessern. Es wäre sonst ziemlich unvorstellbar, arbeitslos zu Hause zu hocken, im Odenwald, ohne Semesterticket, quasi festgetackert im Wald.

Die alte Verbindung zwischen Schönau und Ziegelhausen

Zur Zeit beschäftige ich mich ja nun ein wenig mit den historischen Straßen der Heidelberger Umgebung, weil das ein Aspekt der Masterarbeit ist, die ich gerade schreibe. Bin immer der Meinung, dass man dem Thema so weit wie möglich auf den Grund gehen sollte, dh., nicht nur Bücher darüber wälzen, sondern – sofern das irgendwie vertretbar machbar ist – sich den Gegenstand der Untersuchung auch in der Realität ansehen sollte. Bei mittelalterlichen Straßen kommt man nicht um Hohlwege herum.

Fun with Maps (Teil 4) – Geadelte Karte

Heute nur ganz kurz, bin grad wirklich sehr fleißig mit meiner Masterarbeit. Für die schaue ich mir ja nun auch ein paar Karten an, auf der Jagd nach Erkenntnissen über alte Wege und Verkehrsführungen. Karten sind aber auch so einfach toll :D Jedenfalls. Heute habe ich beim Landratsamt in Heidelberg nach Urkatasterkarten aus der Zeit vor der Industrialisierung angefragt. Sie haben keine, haben die Anfrage aber weitergeleitet ins Kreisarchiv der Nachbarstadt Ladenburg. Von dort kommt nun eine Auflistung von dort gelagerten historischen Karten, die ich bei Bedarf einsehen dürfte. Eine davon (Mitte 19. Jahrhundert) hat einen Titel, der mich ein wenig grinsen lässt. Die Karte heißt: Topographischer Atlas ueber das Grossherzogthum Baden auf Befehl Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs Leopold nach den Original-Aufnahmen des militairisch topographischen Bureau’s in 55 Blättern bearbeitet und gestochen im Maasstabe von 1:50000 Verjüngung auf dem Karten-Bureau des Grossherzoglichen General-Quartiermeister-Stabes Da geht einem doch das Herz …

Über eine kleine Odyssee

Nur kurz erzählt: Die Uni Heidelberg ist ziemlich groß, und ihre Bestandteile sind über die ganze Stadt verteilt. Die Geisteswissenschaften, wie zB. auch mein Fach, befinden sich eher in verschiedenen Gebäuden der Altstadt, während Medizin und Naturwissenschaften mehr in einem ziemlich großen Campus-Gelände, dem Neuenheimer Feld (kurz: „Feld“)  am anderen Ende der Stadt angesiedelt sind. Und jedes Institut und jedes Seminar hat seine eigene Bibliothek. Wenn man nun seine benötigten Bücher aus verschiedenen Bibliotheken zusammenklauben muss, kann das unter Umständen mit einer kleinen Weltreise verbunden sein.

Fun with Maps (Teil 3) – Historische Karten zu Heidelberg

Es ist wieder Zeit für Karten! Diesmal zeige ich euch eine Karte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (eine Karte aus der sogenannten Rothe’schen Kartensammlung) und eine aus 1528. Letztere ist eine der ersten Karten, die viele Orte der Heidelberger Region relativ genau abbildet.