Genau so war Mittelalter!

Mittelalter boomt – sei es auf Mittelaltermärkten oder in Film und Fernsehen. Wie die Menschen damals allerdings ausgesehen haben, darüber hat man merkwürdige Vorstellungen. Hier vermischt sich Fantasy mit Mad Max und Skyrim. Ich glaube manchmal, dass den Leuten gar nicht bewusst ist, dass „Mittelalter“ eine eigene zeitliche Epoche war und nicht irgendeine Hipster-Stilrichtung. Menschen trugen das, was  praktikabel und sinnvoll war, und in Stilfragen schauten sie nicht im Zalando-Katalog nach!

Krieg und Kriegführung in der Bibliothek

Im Rahmen meines Studiums der Geschichte mit dem Schwerpunkt der Mittelalterlichen Geschichte betrete ich in der Bibliothek des Historischen Seminars normalerweise nur die Abteilung für Mittelalterliche Geschichte. Unser Seminar deckt aber natürlich auch die Neuere Geschichte ab, also das, was nach dem Mittelalter passiert ist. Auch sehr interessante Zeiten, wir haben da dreiste Preußen, Imperialismus und Kolonialismus und schräge Typen aus der europäischen Zeit vor 1914, als man noch möglichst viele Gebiete der Erde für die eigene Nation erschließen wollte :D Die Bibliothek des Historischen Seminars ist sowieso ziemlich toll, ich bin ein großer Fan! Knarrender Dielenboden, große Tische zum dran arbeiten, Regale bis zur Decke und viele viele alte Bücher :D

Mittelalter, was macht ihr da?!

Beschäftige mich gerade mit Köln im hohen Mittelalter (Referat am 17.11.), und da stolpert man unweigerlich über Reliquien und die „eigenartige Mentalität der Christenmenschen im Mittelalter„*. Es ist einfach süss, wie die Leute damals drauf waren, man hätte sie alle einfach in die Klapse einweisen können :D Reliquien sind – wer es nicht weiss – Überreste von Heiligen oder auch „nur“ Märtyrern, also Leuten, die für ihren Glauben gelitten haben. Das Martyrium war eine der höchsten Tugenden, es war das Ziel vieler Missionäre für ihren Glauben von Heiden erschlagen zu werden. Und Jungfrauen, die für ihren Glauben sterben, waren sowieso das Maß aller Dinge. Jedenfalls – den Leichnamen dieser Masochisten schrieb man hohe Heilkräfte und Wundertätigkeiten zu, daher war es gut, möglichst viele davon zu sammeln, ihnen Schreine und Kirchen zu bauen und sie zu verehren. Wenn man nicht den ganzen Körper hat, dann reicht auch nur ein Arm, der …

Dinge die zu cool sind um wahr zu sein

Die Römer bauten etwa 100 n. Chr. eine knapp 100 km lange Wasserleitung, die Quellwasser aus der Eifel nach Köln leitete. Sie wurde unterirdisch als gemauerter Kanal verlegt, kam ab und zu aber auch als Aquäduktbrücke an die Oberfläche. Über diese sogenannte Eifelleitung der Römer habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben. Von der Wasserleitung zur Weinleitung Im Mittelalter haben sie aber vergessen, was das war, sie wussten nur, dass es einen steinernen Kanal nach Köln gibt. Im Annolied, das im 11. Jahrhundert geschrieben wurde, erkannte nun ein fleißiger Chronist, dass es sich um eine Weinleitung handele, die die Trierer gebaut haben, um ihre guten Kölner Freunde mit dem guten Moselwein zu versorgen. Triere was ein burg alt; si cierti Rômêre gewalt; dannin man unter dir er din den wîn santi verri mit steinînin rinnin, den hêrrin al ci minnin, die ci Kolne wârin sedilhaft. Vili michil was diu iri craft. (zu …

Herbstliches Aquädukt und so

Es ist irgendwie nicht zu übersehen dass der Sommer vorbei ist :/ Aber schöne Fotos kann man trotzdem machen, auch wenn die Sonne nicht scheint. Hier habe ich erst ein Bild vom herbstlichen, wolkigen Schönau und danach von den beeindruckenden „Römersteinen“ in Mainz, die als letzte Reste von einem römischen Aquädukt übriggeblieben sind.

Sacred places..

Neulich auf Facebook gesehen, hoffe der Urheber Simon E. Davies (?) möge mir verzeihen, dass ich sein Werk hier weiterposte.. Da ist (wie man sieht, wenn man es sich anschaut :D) im Grunde beschrieben, wie aus heiligen Orten unserer steinzeitlichen Vorfahren (in Britain..) die Kirchenplätze von heute wurden. Vom heiligen Hain über eine Grabstätte nahe den Göttern über Orte bis hin zu Kirchen. Das wird mit Sicherheit nicht alle Kirchen betreffen, aber doch bestimmt ein paar, und irgendwie ist es doch interessant, sich diese Entwicklung mal klarzumachen. Für mehr heilige Haine!

Die Schlacht um Minas Augsburg

Es begab sich zu einer Zeit, als es in Mitteleuropa noch fabelhafte Wesen und magische Gegenstände gab. Der gute König Ottogorn, der einen großen Anspruch darauf hatte, Kaiser von Mitteleuropa zu werden, feierte in seiner Heimat, dem schönen Sachsenland, gerade den Sieg über aufständische Bayern, als ihn eine dringliche Nachricht erreichte. Wilde Horden aus dem Osten, die Ungorks, seien einmal mehr in Mitteleuropa eingedrungen, mit dem Ziel, das freie Land zu überfallen, auszuplündern und zu verwüsten. Das Heer der fürchterlichen Ungorks sei größer als alle Heere, die jemals in Menschengedenken gesehen worden sind. Eilig brach König Ottogorn mit seinen wenigen Gefährten aus dem Sachsenland auf, um das Land von dieser Geisel zu befreien.

Talk zur Unzeit – Der Sciencetalk

Talkmaster: Herzlich willkommen, verehrtes Publikum, ich freue mich, dass Sie heute wieder bei Talk zur Unzeit dabei sind. Und es lohnt sich, denn wir haben heute einen ganz besonderen Gast in der Sendung. Aristides kommt aus der kretischen Bronzezeit und ist exklusiv heute hier, um – wie ich hoffe – ein wenig von seinem Leben auf der Insel Kreta in der Antike zu plaudern. Wie Sie alle wissen, ist über das sogenannte Volk der Minoer sehr wenig bekannt. Leider fehlen uns schriftliche Quellen, um mehr über diese erste europäische Hochkultur herauszufinden. Aus diesem Grunde freue ich mich in ganz besonderem Maße, Aristides heute hier begrüßen zu dürfen! Ein lauter Applaus! Aristides: Ja, vielen Dank. Ich freue mich auch, heute hier sein zu dürfen. T: Aristides, wie fühlen Sie sich? A: Danke der Nachfrage! Ich fühle mich gut. Eben erst wurde ich vom Flughafen hierher gebracht. Wissen Sie, Autos und Flugzeuge …

HochBurgbau Gesellschaft mbH – Qualität ist unser signum!

Bei uns ist der Kunde nicht König, aber von Adel! Müsst auch Ihr die spöttische Blicke Eurer Besucher ob Eures nicht standesgemäßen Familiensitzes ertragen? Ihr habt es satt, im Geschoß über den Rindern zu residieren? Ihr fürchtet Überfälle auf Euer Hab und Gut? Wir kennen Eure Notlage! Und wir haben die Lösung. Vertraut auf die langjährige Erfahrung unserer Leibeigenen vom Fach und lasst Euch von der HochBurgbau eine Hochburg bauen, die Eurem Stand gerecht wird und optimal Euren Rang widerspiegelt. Alles, was Ihr zu tun braucht, ist uns Einblick in Euren geplanten Bauplatz zu gewähren. Alles andere überlasst einfach uns! *) Tausende Adelsfamilien haben sich bereits für den Typus „Klassische Adelsburg“ aus unserer Produktpalette entschieden. Überzeugen Sie sich von unserer Qualität: die Referenz unserer Arbeit ist reichsweit in Form tausender fertiggestellter Burgen zu besichtigen, und das überlegene und zufriedene Lächeln auf den Gesichtern unserer Kunden spricht ganze Codices.

Blut, Schweiß und Tränen – 4 Wochen Ausgrabung

Archäologie studieren ohne Ausgrabung – das geht natürlich gar nicht! Im März 2012 war es soweit und es hieß für mich: vier Wochen ab ins Feld. Zusammen mit fünf anderen Studenten, einem freischaffenden Archäologen und einem Grabungstechniker wühlten wir uns durch die Erde über einem römischen Vicus (Dorf) in der Pfalz.

Uff..

Ich bin ziemlich geschafft. War von Montag morgen bis heute nachmittag auf Ausgrabung und hab dort echt geschuftet :D Aber macht Spaß, Mauerzüge, Scherben, Knochen und Münzen auszugraben, die seit 1600 Jahren das Sonnenlicht nicht mehr gesehen haben :D Eigentlich wollte ich eine Art Grabungstagebuch führen, aber erstens war ich abends immer viel zu kaputt um sowas zu schreiben und zweitens weiss ich nicht, ob ich hier Fotos posten darf, da das Copyright eigentlich bei irgendeinem Denkmalamt liegen, obwohl ich die Fotos selbst gemacht habe. Mal sehen, ein Bericht ohne Fotos wäre eher langweilig. Habe auch noch 3 Wochen Zeit zu fragen, so lange dauert der Einsatz noch :D