Die unersetzliche Schreibmaschine des Mediävisten

Ich muss hier unbedingt noch eine Anekdote anbringen, bevor ich für heute ins Bett gehe :D Es passt einfach soooo gut! Einmal die Woche bin ich bei den Mittellateinern. Das sind absolute Schriftnerds, die sich mit den lateinischen Texten des Mittelalters beschäftigen – und zwar nicht mit den transkribierten und kommentierten Quelleneditionen, die der Feld-, Wald- und Wiesenhistoriker (so wie ich bisher) nutzt. Da schaut man sich ein Dokument ganz genau an, „jaaa, dieses b hat hier eine Verdickung, an der man genau erkennt, dass dieser Text nach dem 8. Jahrhundert entstand“. Ist total faszinierend! Wenn man erstmal all die Abkürzungen memoriert hat, die damals verwendet wurden.

Docutainment: Hohlwege mit Ravana History :D

Vorgestern habe ich auf einer meiner Standardspazierrouten im heimischen Wald bei Schönau im Odenwald unverhofft ein paar Hohlwege entdeckt. Ein Skandal, unerhört! – Dass ich sie bisher nicht gesehen habe…! Da musste ich natürlich gleich losziehen und schauen, was da los ist. Hier gibt es ein Video und Bilder dazu!

Hohlweg-Exkursion with a little Drama!

Ende der Woche muss meine Masterarbeit fertig werden. Ist kein Problem, das wird – auch wenn ich mich zur Zeit ständig fühle wie der da links. Während ich heute nochmal meine Karten überarbeitet habe, um feine Abbildungen für die Arbeit rauszulassen, entschloss ich spontan, noch fix eine weitere Exkursion anzuhängen, um die spezifische Verkehrssituation auf dem Heidelberger Hausberg, dem Königstuhl, in Auggenschein zu nehmen.

Mittelalter, was macht ihr da..? Heute: Alamannische Gesetze

Neues aus der mittelalterlichen Spaßkiste! Wer Langeweile hat, sollte sich mal frühmittelalterliche Gesetze durchlesen. Sie sind nicht ganz so langweilig wie das BGB, aber teilweise genauso unverständlich :D Die Alamannen haben im 7. und 8. Jahrhundert Gesetze fixiert, auf dass jedem seine angemessene Strafe zukomme.

Heiligenberg und Hohlwege: Laufen für die Masterarbeit!

Heute vor einer Woche war ich wieder zu Fuß unterwegs, um alte Wege zu verfolgen und die Topographie zu exploren. Meine Masterarbeit hat ein sehr regionales Thema: Der Wandel der Trassierung und die Nutzung von Landverkehrswegen von römischer Zeit bis ins hohe Mittelalter sowie deren Beeinflussung durch und auf Stadtgründungen am Beispiel Heidelbergs. Da sollte man unbedingt die Gelegenheit nutzen, und sich das anschauen, über was man schreibt. Hilft erfahrungsgemäß ungemein dabei, sich alles besser vorzustellen und ein Gefühl für die Materie zu kriegen :D Außerdem schauen die profanen Spaziergänger immer so schockiert, wenn man da aus irgendwelchen Kuhlen im Unterholz rausgekrochen kommt :D

Die alte Verbindung zwischen Schönau und Ziegelhausen

Zur Zeit beschäftige ich mich ja nun ein wenig mit den historischen Straßen der Heidelberger Umgebung, weil das ein Aspekt der Masterarbeit ist, die ich gerade schreibe. Bin immer der Meinung, dass man dem Thema so weit wie möglich auf den Grund gehen sollte, dh., nicht nur Bücher darüber wälzen, sondern – sofern das irgendwie vertretbar machbar ist – sich den Gegenstand der Untersuchung auch in der Realität ansehen sollte. Bei mittelalterlichen Straßen kommt man nicht um Hohlwege herum.

Fun with Maps (Teil 4) – Geadelte Karte

Heute nur ganz kurz, bin grad wirklich sehr fleißig mit meiner Masterarbeit. Für die schaue ich mir ja nun auch ein paar Karten an, auf der Jagd nach Erkenntnissen über alte Wege und Verkehrsführungen. Karten sind aber auch so einfach toll :D Jedenfalls. Heute habe ich beim Landratsamt in Heidelberg nach Urkatasterkarten aus der Zeit vor der Industrialisierung angefragt. Sie haben keine, haben die Anfrage aber weitergeleitet ins Kreisarchiv der Nachbarstadt Ladenburg. Von dort kommt nun eine Auflistung von dort gelagerten historischen Karten, die ich bei Bedarf einsehen dürfte. Eine davon (Mitte 19. Jahrhundert) hat einen Titel, der mich ein wenig grinsen lässt. Die Karte heißt: Topographischer Atlas ueber das Grossherzogthum Baden auf Befehl Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs Leopold nach den Original-Aufnahmen des militairisch topographischen Bureau’s in 55 Blättern bearbeitet und gestochen im Maasstabe von 1:50000 Verjüngung auf dem Karten-Bureau des Grossherzoglichen General-Quartiermeister-Stabes Da geht einem doch das Herz …

Fun with Maps (Teil 3) – Historische Karten zu Heidelberg

Es ist wieder Zeit für Karten! Diesmal zeige ich euch eine Karte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (eine Karte aus der sogenannten Rothe’schen Kartensammlung) und eine aus 1528. Letztere ist eine der ersten Karten, die viele Orte der Heidelberger Region relativ genau abbildet.

Fun with Maps (Teil 2) | Historische Funde in Google Maps

Kann nur jedem empfehlen, sich ein bisschen näher mit Google Maps/Earth zu beschäftigen. Aber vorsicht, es macht süchtig! Fängt man einmal an, auf Äckern und Feldern nach auffälligen Spuren zu suchen, kann man nicht mehr aufhören. Hier also ein paar nette Dinge, die man finden kann :D

Fun with Maps (Teil 1)

Ich war schon immer ein großer Fan von Landkarten. Man sieht dort so viel Interessantes! Seit Google Maps / Google Earth mit Luftbildern kann man sogar noch mehr Zeit damit verbringen, sich das Land genau anzuschauen. Gibt es was Schöneres, als den Verlauf eines Aquäduktes auf den Satellitenbildern zu verfolgen und zu markieren, damit man es immer wieder findet? Zufällig gibt es dazu gerade sogar drei Neuigkeiten :D

Mittelalter, was macht ihr da? – Freude mit dem Sachsenspiegel

Zur Zeit sitze ich an der Recherche zu meiner Masterarbeit. Heute habe ich mich mit dem Sachsenspiegel befasst. Der Sachsenspiegel ist eine Art Rechtesammlung Schrägstrich Gesetzbuch aus dem 13. Jahrhundert und stellt allein aufgrund dessen eine wichtige historische Quelle dar. Er gehört zu den ältesten deutschen Rechtsquellen. Er behandelt Fragen wie „Nichtehelichkeit der Kinder bei der Ehe mit einer Entehrten“ „Wenn ein Verwundeter den Täter zum Zweikampf auffordert“ „Rechtsfolgen des Korndiebstahls und wenn der Reisende Korn verzehrt“ … und vieles mehr. Also tatsächlich recht konkrete und wichtige Fälle. Mit einer Transkription (Abschrift) macht allein das schon Spaß zu lesen. Der Text ist auf mittelniederdeutsch verfasst und von daher nicht einfach zu verstehen, daher braucht man im Grunde auch eine Übersetzung. Illustrationen im Sachsenspiegel Fast noch viel schöner sind aber die Illustrationen der Heidelberger Ausgabe neben dem Text. Die hab ich mir eben genau angeschaut. Die Bilder sind zum einen ziemlich …

Griechenland, Anno Domini minus 31

Was ist denn das schon wieder? Eine komische Karte mit komischen Balken und grellen Farben? Ja, ich halte am Dienstag mein wichtigstes Referat dieses Semester und bin sehr gefesselt. Es geht um eine ziemlich bekannte und wichtige Schlacht in der Antike: In der Seeschlacht von Actium, die Octavian (der spätere Augustus) zwar nicht grad gewann, aber sein Kontrahent Marcus Antonius war dennoch geschlagen und konnte Octavians Aufstieg zur Alleinherrschaft nichts mehr entgegensetzen. Seinem eigenen Tod durch Octavians Übermacht ein Jahr später auch nicht … :( Ich müsste eigentlich ganz dringend bis morgen abend alles fertig haben und sitze trotzdem an Blender, um eine Animation der Schlacht zu machen. Aus jetzt, ab ins Bett!

Genau so war Mittelalter!

Mittelalter boomt – sei es auf Mittelaltermärkten oder in Film und Fernsehen. Wie die Menschen damals allerdings ausgesehen haben, darüber hat man merkwürdige Vorstellungen. Hier vermischt sich Fantasy mit Mad Max und Skyrim. Ich glaube manchmal, dass den Leuten gar nicht bewusst ist, dass „Mittelalter“ eine eigene zeitliche Epoche war und nicht irgendeine Hipster-Stilrichtung. Menschen trugen das, was  praktikabel und sinnvoll war, und in Stilfragen schauten sie nicht im Zalando-Katalog nach!

Krieg und Kriegführung in der Bibliothek

Im Rahmen meines Studiums der Geschichte mit dem Schwerpunkt der Mittelalterlichen Geschichte betrete ich in der Bibliothek des Historischen Seminars normalerweise nur die Abteilung für Mittelalterliche Geschichte. Unser Seminar deckt aber natürlich auch die Neuere Geschichte ab, also das, was nach dem Mittelalter passiert ist. Auch sehr interessante Zeiten, wir haben da dreiste Preußen, Imperialismus und Kolonialismus und schräge Typen aus der europäischen Zeit vor 1914, als man noch möglichst viele Gebiete der Erde für die eigene Nation erschließen wollte :D Die Bibliothek des Historischen Seminars ist sowieso ziemlich toll, ich bin ein großer Fan! Knarrender Dielenboden, große Tische zum dran arbeiten, Regale bis zur Decke und viele viele alte Bücher :D