Samstag, 14. Juli 2007
Tour Montparnasse
Am nächsten Morgen haben wir mit kurzer Unterbrechung zum Frühstücken um 8:40 bis 11 gepennt und haben uns dann in
passenderem Outfit als gestern auf die Reise in die Stadt begeben. Wir wollten zum Tour Montparnasse, nach dem Eiffelturm
das höchste Gebäude von Paris, wo ein Aufzug den höhenangstfreien Besucher in 38 Sekunden auf den 56. Stock bringt.
Dort gibt es ein Cafe, große Panoramafenster und eine Treppe, die in den 59 Stock und auf die Dachterasse führt.
Ziemlich beeindruckende Aussicht ;D Bin nie zuvor wirklich auf dem _Dach_ eines Hochhauses gestanden. Foto von mir
dort oben gibts in der Galerie.
Bummeln
Nach dem Turm musste ich meine Sommerschlussverkaufskaufsucht kurz befriedigen (arrrr, -70% und so, irgendwie vermiss
ich bei uns nen richtigen Schlussverkauf :D) und hab mich aber dabei trotzdem noch vorbildlich zurückgehalten. Dann ging
es wieder zurück zu Notre Dame und die kulinarischen Gassen drumrum, wo es ne Menge gemütliche Gourmetläden gibt. Dort
haben wir versucht, ein bisschen was Französisches zu essen (Saph hatte Crêpes, ich hab mich nicht an die Muscheln
getraut :D). 10€-Menü pro Person incl. 3 (einfachen) Gängen und sauteuren Getränken dazu. War schön und atmosphärisch :D
Nach weiterem Rumschlendern á la centre haben wir uns abends zu einem weiteren Treffpunkt um 20:30 zu einer Bootsfahrt
auf der Seine begeben. "Begeben" klingt jetzt so gechillt, war aber eher Gestresse mit falschen Zügen, die an den
richtigen Haltestellen nicht anhielten und überhaupt :D Trotzdem alles geklappt und die tolle Tour auf der Seine konnte
losgehen. War aber imo eher Standard, nicht soooo beeindruckend.
Nationalfranzosen und Rush durch Paris
Das Beeindruckende kam eher danach - schließlich war französischer Nationalfeiertag, an dem im Groben gefeiert wird,
dass der Mob die Bastille zerlegt, die Gefangenen dort befreit und Ludwig XVI seinen Kopf verloren hat. Die Franzosen
haben wohl allgemein an dem Tag den Kopf verloren, jedenfalls waren die Straßen, als das Boot nicht allzu weit vom
Champs de Mars (dort sollte die Action abgehen, da steht auch der Eiffelturm) wieder anlegte, gerammelt voll.
Autos kamen nicht mehr durch. Wollten wir uns nicht entgehen lassen und sind ebenfalls zum Brennpunkt der Ereignisse
gegangen. Der beeindruckend beleuchtete Eiffelturm wies uns den Weg, und als wir ankamen, war es ca 20 nach 10 abends
und schon relativ dunkel. Wir suchten uns einen schönen Platz direkt unterhalb des Turms und warteten und
genossen die Atmosphäre.
Eine Riesenmenge Leute war da - überall, auf den Straßen, im Park, einfach überall. Eine Viertelstunde später startete
das Feuerwerk, mit dem die Franzosen 40 Minuten angegeben haben, dass sie im Gegensatz zu den Deutschen auf ihr Land
stolz sind. War schon sehr geil :D Auch, dass nebenbei James Bond- und Star Wars Theme auf riesigen Lautsprechern gelaufen
ist. Und viele weitere Songs aus aller Welt. War ne ziemlich geile Stimmung, es waren so viele Leute da und alle waren
einfach nur gut drauf. Gab nirgends Anzeichen von Aggressionen oder so. Sonst randalieren bei solchen Aktionen immer
irgendwo in Hör- oder Sichtweite irgendwelche Spinner mit Flaschen oder so rum. Merci beaucoup, Paris :D
Jedenfalls war es nach 11, als der Spaß vorbei war und Menschen der Mengengrößenordnung einer mittleren Großstadt sich
auf den Weg zu den Metrostationen ihrer Wahl begeben haben. Wir inklusive. Das war dann ein Gewaltmarsch :D Alles voll
mit Menschen, unsere Füße voller Schmerz und keine Metrostationen in Sicht. Erst auf der Champs-Élysées wurde eine
gesichtet - mit einer 5 Meter langen Warteschlange davor, die aus der Treppe zur Station rausstand. Keine Chance auf
reinkommen, und auf Warten im Gedrängel hatten wir keine Lust. Das war der Punkt, an dem Saph die Führung übernommen hat,
denn unglücklicherweise war ich nur noch zum Sterben aufgelegt. Lag auch an meine Pfennigabsatzsandalen .__. Saph
drängte mich zum Glück dazu, normale Schuhe anzuziehen, die ich am Nachmittag (70% reduziert ^__^) gekauft hatte.
Ohne Strümpfe waren die Blasen und weitere, aber verlagerte Schmerzen natürlich nur eine Frage der Zeit :D
Nach dem Schuhwerkwechsel also weiter durch die Stadt, es war dann schon gut nach halb eins, als wir endlich eine leere
Station gefunden hatten (bzw, als Saph eine gefunden hatte :D) und uns in einen vollen Zug stopfen konnten. Mit
schmerzenden Füßen mussten wir uns in der letzten Umsteigestation schließlich noch durch (so kam es uns vor) ein
kilometerlanges Metrostationslabyrinth kämpfen, halb am Rennen, weil wir Schiss hatten, den letzten Zug zu verpassen.
Haben wir nicht, und sind dann endlich, obwohl ich das vorher nicht geglaubt hätte, um viertel vor 2 nachts in unser
Bett gekippt.
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Aussicht vom Tour Montparnasse | Zoom

Notre Dame nochmal ^__^ | Zoom

Schaufenster eines der Restaurants in den Gourmetgassen

Eine der vielen Seine-Brücken vom Boot aus | Zoom
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