|
Interesse am Segelfliegen? Dann bist du hier richtig! Du erfährst hier ein paar allgemeine Sachen zum Segelfliegen, damit du dir das Ganze ein bisschen besser vorstellen kannst. Viele wissen gar nicht, was Segelfliegen ist und denken dabei eher ans Segeln auf dem Wasser. Oder ist auch schon oft passiert, dass jemand, wenn er erfährt, dass Segelflugzeuge keinen Motor haben, verwundert abwinkt, "ach so, ich dachte du fliegst richtig". Es ist richtig fliegen ^^ |
|||
|
|||
Segelfliegen...
Wer noch nie einen Segelflug mitgemacht hat, sollte sich mal trauen. Es gibt nur wenige, die nach dem ersten
Flug nicht begeistert sind. Diesem Charme vom Fliegen kann man sich auch nur schwer entziehen! Hat man aber Thermik erwischt und konnte genug Höhe machen, um vom Flugplatz wegzukommen, dem steht der Luftraum offen :D Hoch, runter, rechts oder links - ist völlig egal, wo man hinfliegt - sofern man nicht in gesperrtes Gebiet (bei nem Flughafen zB.) fliegt und auf die Sicherheit achtet, va. im Bezug auf andere Flieger. Manchmal kreist man mit Vögeln, oder man macht Formationsflug mit nem anderen Pilot. Es ist einfach schön da oben in der Luft :D Aber zuerst muss man vom Boden wegkommen. |
|||
Der StartDu fragst dich vielleicht, wie wir denn überhaupt in die Luft kommen, ohne Motor und mit starren
Tragflächen...
Der Windenstart (Windenschlepp)Gestartet wird auf einem recht großen Grasplatz. Der Start, an dem alle Flugzeuge
aufgestellt werden befindet sich auf der einen einen Seite und ca. 800 m
entfernt davon steht eine fahrbare Seilwinde. Sie hat zwei Seiltrommeln
an den Seiten. Die Seile werden mit einem Auto von der Winde bis
an den Startplatz ausgezogen. Dort wird eines der Stahlseile an die
Schleppkupplung eines Flugzeuges eingeklinkt, und sobald der Pilot
bereit ist, wird der Start per Telefon an den Windenfahrer durchgegeben.
Dieser gibt dann auf der Winde kräftig Gas und der Motor der Trommel
zieht das Seil ein. Mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 60 - 80 km/h
hebt das Flugzeug vom Boden ab und steigt steil in die Luft, wobei es einen gut in den Sitz drückt, weil
Kräfte bis zu 4g möglich sind :D Nettes Gefühl, sollte man mal erlebt haben. Der F-Schlepp (Flugzeugschleppstart)Man kann sich den nicht vorhandenen Motor auch temporär ausleihen - dazu wird das Segelflugzeug durch ein ca. 20 - 30 m langes Seil mit einem Motorflugzeug verbunden. Dieses startet dann und zieht den Segler hinter sich her. Hat jeder bestimmt schon mal gesehen, an einem schönen Sonntag in der Nähe eines Flugplatzes ist es gar nicht so selten, 2 Flugzeuge hintereinander zu sehen. Wenn der Segelflugzeugpilot meint, dass er hoch oder weit genug geschleppt worden ist, klinkt er das Seil aus und fliegt weiter. Der Motorflieger fliegt zum Platz zurück. Diese Startart ist allerdings recht teuer, da der Segelflieger nicht nur den eigenen Start, sondern auch den Start der Motormaschine zahlen muß. |
|||
Der Flug
Im Gegensatz dazu fühlt man nur zu gut auch die (leider zu oft vorkommenden) Abwinde. Je länger man sich in einem Abwind befindet, desto mehr Höhe verliert man. Man sollte dann schnell sehen, dass man irgendwo wieder einen Bart findet! Dafür kann es viele Aneichen geben, das Sicherste ist aber, wenn in der Nähe ein anderes Segelflugzeug in einem Bart kreist und Höhe macht. Dann braucht man einfach nur noch zu dem "gekennzeichneten Bart" fliegen und schon ist man auf der sicheren Seite. Man muss dann beim Kurbeln nur gut die Augen aufhalten und darauf achten, wo der andere Flieger ist, um keinen Zusammenstoß zu riskieren. Eigentlich kann man sich als Laie gar nicht gut vorstellen, dass Luftbewegungen so schwere Objekte wie
Segelflugzeuge (250 - 600 kg) heben können, aber dem ist so. Bei einigermaßen guten Wetterlagen (und somit guter Thermik)
ist es keine Seltenheit, in 1500 m Höhe (oder viel mehr) über dem Erdboden dahinzugleiten.
Gestern erst (16. März 2002) bin ich im Bart auf gleicher Höhe mit einem Geier (bei uns sind alle Vögel Geier -
aber ich glaube, dieser spezielle Geier war ein Bussard ^^) gekreist. Er hat nicht einen Flügelschlag getan, und ich
konnte genau die kleinen Lenkbewegungen seiner Flügel sehen, mit denen er den Bart besser zentriert hat. Das wirklich Geile ist jedenfalls: Segelfliegen kostet nur einen Bruchteil dessen, was die Motorflieger zahlen. Sprit ist eben teuer heutzutage :D |
|||
Die Landung
Besitzt das Flugzeug ein einfahrbares Fahrwerk, ist es empfehlenswert, das zu bedenken und es rechtzeitig auszufahren ^^
Manchmal wird das vergessen, aber in den meisten Fällen geht eine solche Bauchlandung glimpflich für Flieger und
Pilot aus. |
|||
Die Ausbildung zum SegelfliegerIn einem Flugsportverein verläuft die gesamte Ausbildung ausschließlich ehrenamtlich - im Gegensatz zu einer richtigen
Flugschule. Fluglehrer, Windenfahrer, Startschreiber, Seilrückholwagen-Fahrer, Flugleiter und alle anderen Helfer
werden für ihre Tätigkeiten nicht bezahlt - daher sind wir auf den Gemeinschaftssinn angewiesen. Niemand kann fliegen,
ohne dass ihm von anderen geholfen wird. Grober Aufbau der Ausbildung
Mit 14 Jahren kann man die Ausbildung beginnen, einzige weitere Vorraussetzung ist ein Flugtauglichkeitszeugnis, mit dem bescheinigt wird, dass man nicht halb blind ist oder regelmäßig epileptische Anfälle bekommt. Dieses Zeugnis ist jeweils 5 Jahre lang gültig (bis zum 30. Lebensjahr, danach nur noch 2 Jahre), dann muss ein neues Attest von einem Allgemeinmediziner mit Berechtigung als Fliegerarzt ausgestellt werden.
Am Anfang werden auf einem Schulflugzeug doppelsitzig mit Lehrer (der Schüler sitzt vorne) grundlegende Dinge
gelernt, wie Kurven fliegen, eschwindigkeit halten, und natürlich Starts und Landungen. Auch das Steigen in der
Thermik will gelernt sein - ansonsten ist jeder Flug nach
ca. 5 Minuten schon zu Ende. Spätestens im darauffolgenden Winter wird es Zeit für das Flugfunkzeugnis, das eine Vorraussetzung für den Flugschein ist. Hierzu lernt man, wie auch auf richtigen Flughäfen "professionell" gefunkt wird. Zum Erhalt dieses Zeugnisses wird eine theoretische und praktische Prüfung abgelegt. Nach einer tollen Alleinflugsaison sollte man dann mit dem theoretischen Unterricht für den eigentlichen
Flugschein beginnen. Dazu muß man mindestens 60 Unterrichtsstunden (normalerweise vom Verein angeboten) in
folgenden Fächern besuchen: Meteorologie, Luftrecht, Navigation, Technik, Verhalten in besonderen Fällen.
Hat man auch diesen Flug gemeistert, ohne auf einem anderen Flugplatz oder einem Acker einschlagen zu müssen, ist man
reif für die praktische Prüfung. Diese muss auf jeden Fall innerhalb eines Jahres nach dem Bestehen der
theoretischen Prüfung abgelegt werden, da sie sonst verfällt. |
|||
|
|||